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Ostholstein Kollektives Kopfschütteln über Timmendorfer Strand
Lokales Ostholstein Kollektives Kopfschütteln über Timmendorfer Strand
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20:40 13.06.2016
Besuch im Klärwerk Ratekau: Hier verlässt das gereinigte Abwasser die Anlage und wird in Bad Schwartau in die Trave geleitet. Quelle: Fotos: Petersen

„Wie kann eine Gemeinde nur so bekloppt sein?“ Grünen-Kommunalpolitikerin Gaby Braune aus Ratekau konnte nicht mehr an sich halten. Ihre Empörung galt den Kollegen in Timmendorfer Strand und ihrer Weigerung, dem Bau eines neuen Wasserwerks auf der grünen Wiese zuzustimmen. Braune war nicht die einzige, die nur den Kopf schütteln konnte. „Die Gemeinde sollte mal alternativ sagen, wo das Wasserwerk denn dann hin soll“, stimmte Mario Schmidt, parteiloser Bürgermeister von Bosau, in die Kritik mit ein.

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Besuch im Klärwerk Ratekau: Hier verlässt das gereinigte Abwasser die Anlage und wird in Bad Schwartau in die Trave geleitet.

„Man muss mal vor Ort sehen, wo die Gebühren der Bürger bleiben.“

Gesine Strohmeyer, ZVO-Chefin

Der ZVO hatte gestern Bürgermeister und Kommunalpolitiker, die in der Verbandsversammlung sitzen, zu einer Exkursion eingeladen. Besucht wurden der Recyclinghof in Bad Schwartau, die Kläranlage in Ratekau und das Wasserwerk in Timmendorfer Strand. „Man muss auch mal vor Ort sehen, was wir mit dem Geld machen und wo die Gebühren der Bürger bleiben“, erläuterte Verbandsvorsteherin Gesine Strohmeyer. Gut 30 Kommunalvertreter und Mitarbeiter der Kreisverwaltung nahmen an der ganztägigen Informationsreise teil, die gut ankam.

Das Wasserwerk von Timmendorfer Strand, dessen Ursprünge ins Jahr 1935 reichen, war mit Bedacht gewählt worden. Einst außerhalb gelegen, steht es heute in der Poststraße 35 in bester Lage des Ostseebades – und ist viel zu klein, um in Spitzenzeiten den Wasserbedarf zu decken. Die fünf Brunnen sind alt, liegen nach heutigem Stand viel zu dicht zusammen, der Wasserspeicher von 500 Kubikmetern müsste vier bis fünf mal so groß sein. Jahrelang wurde ein Ersatzstandort gesucht und auch gefunden, an der B 76. Doch dann wurden in der Gemeindevertretung Bedenken laut. Der ZVO sollte bei einer Schließung der alten Brunnen jegliche Risiken ausschließen, so Rüdiger Lange-Jost, Geschäftsführer der ZVO Energie GmbH. Doch wegen möglicherweise ungenügend verschlossener alter Hausbrunnen in der Nähe könne er das nicht gewähren. Seitdem liegen die Planungen für den Alternativstandort auf Eis. „Die Zeit wird knapp“, machte Lange-Jost klar. Gebe es bis zum Herbst keine Bewegung, werde bei laufendem Betrieb in der Poststraße neu gebaut – mit jahrelangem Schwerlastverkehr, neuen Brunnenbohrungen, Notleitungen, Netzverstärkungen und trotzdem weiter bestehenden Engpässen.

Erfreuliches erfuhr die Reisegruppe in der Kläranlage Ratekau, die Abwässer aus Haushalten und Gewerbe in der Größenordnung von 50 000 Einwohnern klärt, von Sierksdorf im Norden bis Sereetz im Süden.

Ratekau rangiert bei der Reinigungsleistung landesweit in der Spitzengruppe und ist in Ostholstein führend. Enthalten die Abwässer bei Ankunft im Schnitt 80 Milligramm Gesamtstickstoff pro Liter, verlassen sie die Anlage dank neuer Technik mit weniger als vier Milligramm. Das spart die sonst fällige Abwasserabgabe komplett ein. Was gestern Kommunalpolitikern vorbehalten war, soll es 2017 nach Worten von Strohmeyer auch für die Öffentlichkeit geben: Tage der offenen Tür, an denen der ZVO seine Anlagen öffnet.

pet

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