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Ostholstein Kommunaler Breitband-Ausbau: Telekom grätscht dazwischen
Lokales Ostholstein Kommunaler Breitband-Ausbau: Telekom grätscht dazwischen
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21:15 17.03.2016

Verwirrung um den geplanten Breitband-Ausbau im Kreis: Die endgültige Entscheidung, welche Gemeinden sich am kommunalen Zusammenschluss für schnelles Internet beteiligen, steht kurz bevor — da sorgt eine Ankündigung der Telekom plötzlich für Verunsicherung. Noch in diesem Jahr wolle das Unternehmen die Versorgung in diversen Bereichen verbessern, heißt es.

Bei der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (Egoh), die das Projekt für ein flächendeckendes Angebot angeschoben hat, spricht man von einem „klassischen Störfeuer“.

Mache die Telekom ihre Pläne wahr, bekämen die betreffenden Gemeinden vielleicht Probleme, genügend Haushalte für das Vorhaben in öffentlicher Hand zusammen zu bekommen, sagte Damlos‘ Bürgermeister Reiner Wolter (FWD) bei der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung. Die geforderte Quote: Mindestens 60 Prozent der Haushalte müssen sich zur Nutzung des neuen Angebots verpflichten, damit der Ausbau verwirklicht werden kann.

Die Telekom betreibe „in vielen ländlichen Gemeinden und so auch in Ostholstein“ einen Ausbau mit Vectoring-Technik (bei der die Leistung vorhandener Kupferkabel erhöht wird), so Sprecherin Stefanie Halle. Für die konkreten Vorhaben verweist sie auf die Homepage des Unternehmens. Dort heißt es, der Ausbau in Damlos werde voraussichtlich Anfang Dezember 2016 abgeschlossen sein. Ähnliche Infos bei weiteren Gemeinden des Amtes Lensahn wie auch im übrigen Kreisgebiet.

Alle Ausbau-Vorhaben von Telekommunikations-Unternehmen seien im Rahmen eines sogenannten Markterkundungsverfahrens verbindlich abgefragt worden, betont Torsten Hindenburg von der Egoh. Das Ergebnis:

Auch unter Berücksichtigung dieser Planungen sei der Kreis definitiv unterversorgt (die Voraussetzung dafür, dass die Kommunen den Netzausbau selbst vorantreiben dürfen).

Den Vorstoß der Telekom wertet Hindenburg als „Versuch, die Kommunen zu verunsichern“. Dieser Einschätzung schließt sich auch Bürgermeister Wolter an. Für Damlos etwa seien „keinerlei Ausbau-Absichten gemeldet“ worden, betont Hindenburg. Die jetzige Ankündigung sei „nichts als Taktik“.

Telekom-Sprecherin Halle sagt zu den Vorwürfen: „Es herrscht Wettbewerb, und zwar ein sehr harter.“ Das Unternehmen prüfe in jedem Gebiet, ob ein Ausbau wirtschaftlich sei: „Unser Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich mit schnellem Internet zu versorgen.“

Gegen das Gesetz würde die Telekom nicht verstoßen, wenn sie auch „nicht-gemeldete“ Gebiete mit Vectoring-Technik ausstatte, räumt Torsten Hindenburg ein, weil es eine andere Technologie sei als die von öffentlicher Hand geplante Glasfaser-Versorgung. Entsprechend geringer sei allerdings auch die Leistung. Er gehe aber ohnehin „nicht davon aus, dass das Unternehmen den Ausbau auf dem Land plötzlich stark vorantreibt“.

Das — beim ZVO angesiedelte — kommunale Projekt sehe er auf keinen Fall in Gefahr, betont Hindenburg. Die Signale der Gemeinden seien „äußerst positiv“. Grundsätzlich habe er „auch gar nichts dagegen“, wenn die Telekom die Versorgung „schon einmal etwas verbessert, bis wir mit dem Ausbau des Glasfasernetzes fertig sind“. Die Kunden könnten dann ja wechseln. Mitte Mai sollen das Vorhaben endgültig angeschoben und die Arbeiten ausgeschrieben werden. Hindenburg: „Wir hoffen auf einen Baubeginn Ende 2016.“

Von Jennifer Binder

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