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Kontrolle statt Kauf: Entscheidung im Knick-Streit

Scharbeutz Kontrolle statt Kauf: Entscheidung im Knick-Streit

Der Scharbeutzer Bauausschuss folgte Antrag des Grünen-Vertreters nicht. Die Anlieger sollen die
Gehölz-Hecke in Pönitz wieder ursprünglich herrichten. Überprüfungen werden gefordert

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Dieser Knick am Baugebiet Ruschkamp in Pönitz beschäftigte die Mitglieder des Scharbeutzer Bauausschusses.

Quelle: Christina Düvell-Veen

Scharbeutz/Pönitz. Gehört die Knickpflege zu den Aufgaben einer Gemeinde? An dieser Frage schieden sich die Geister während der jüngsten Bauausschuss-Sitzung in Scharbeutz. Kontrovers diskutiert wurde über den Antrag von Dr. Niklas von Götz (Bündnis 90/Die Grünen), der den Ankauf eines Knickes im Baugebiet Ruschkamp in Pönitz vorsah. Von Götz hatte dafür auch eine Liste mit 62 Unterschriften vorgelegt. Nach langer Diskussion wurde der Antrag mit acht Stimmen von SPD, CDU und FDP abgelehnt. Drei Vertreter der WUB votierten dafür, Christine Koglin (WUB) enthielt sich. Von Götz ist nicht Mitglied des Bauausschusses und war daher nicht stimmberechtigt.

„Bei einem Kauf müssten wir mit dem Pritschenwagen ran an den Knick.“ Bauamtsleiterin Dorit Klees

Bereits in der Einwohnerfragestunde hatte sich Herbert Muhlack, Anlieger am Ruschkamp I, zu Wort gemeldet und von der Eigeninitiative einiger Familien berichtet. „Wir haben der Gemeinde angeboten, die Kosten für die Pflege und Unterhaltung zu tragen, sollte sie den Knick übernehmen“, konkretisierte er in einem LN-Gespräch, und weiter: „Wir hätten, ähnlich wie die Bewohner der Bargkoppel in Klingberg, dafür einen Verein gegründet.“ Von Götz berief sich auf den Knickschutzerlass des Landes, nach dem „Erhalt und Pflege der Knicks optimal gewährleistet werden kann, wenn diese im öffentlichen Eigentum stehen beziehungsweise verbleiben“.

Bauamtsleiterin Dorit Klees argumentierte dagegen. Sie hatte Fotos mitgebracht und zeigte, dass der direkt an die Bebauung angrenzende Knick schon in weiten Teilen abgetragen ist. Er diene in einigen Bereichen als Kompostmiete oder sei gepflastert. Wenn Beeinträchtigungen festzustellen sind, so der Knickerlass, müsse ein angemessener Ausgleich hergestellt werden, erläuterte sie. Und dies, so Klees, geschehe im geplanten neuen Baugebiet Ruschkamp II. Klees: „Sollte die Gemeinde die Pflege übernehmen, dann müssten wir auch mit Pritschenwagen ran an den Knick. Dafür bräuchten wir fünf Meter.“ Das aber kollidiere mit der Baugrenze im B-Plan, so dass die Erschließungsplanung noch einmal geändert werden müsse.

„Auf keinen Fall kaufen“, warnte Jürgen Brede (SPD). Wichtiger sei, die Natur besser zu kontrollieren. Zunächst müssten die Anlieger den Knick wieder so herstellen, wie er war, und dann müsse er zweimal im Jahr überprüft werden.

„Es kann nicht Aufgabe der Gemeinde sein, einen Knick zu übernehmen. Wo kämen wir da hin, wenn wir das überall täten?“, fragte Volker Clausen (CDU). Vielmehr müssten der alte Knick wiederhergestellt und der neue angelegt werden. „Der Interessenkonflikt zwischen den Anliegern und der Naturschutzbehörde ist programmiert“, mutmaßte Dr. Jörg Lohmann (WUB). Dies könne nicht Sinn und Aufgabe eines Bebauungsplanes sein.

Lohmanns Antwort auf die Frage von SPD und FDP: „Warum wollen Sie den Plan auf der Zielgraden, so kurz vor Satzungsbeschluss, noch ändern?“, lautete: „Ein Bebauungsplan entwickelt sich. Wir sind schlauer geworden.“

Direkt im Anschluss an die Knick-Diskussion stimmte der Ausschuss über den Satzungsbeschluss für das Baugebiet Ruschkamp II ab. Erwartungsgemäß gab es wieder acht Ja-, drei Nein-Stimmen und eine Enthaltung.

Von Christina Düvell-Veen

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