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Ostholstein Kontrollen bei Waffenbesitzern: Zahlreiche Verstöße im Kreis
Lokales Ostholstein Kontrollen bei Waffenbesitzern: Zahlreiche Verstöße im Kreis
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22:46 20.06.2016
238 Waffen wurden im vergangenen Jahr zur Vernichtung abgegeben – vor allem von Altbesitzern und Erben.
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Ostholstein

Seit 2010 schaut der Kreis regelmäßig den Waffenbesitzern in Ostholstein auf die Finger. Die 381 unangekündigten Vorortkontrollen im vergangenen Jahr hätten dennoch „gravierende und erschütternde“ Verstöße ans Licht gebracht, heißt es im Jahresbericht für 2015 des Kreises.

„Waffenkontrollen sind notwendig.“ Carsten Höper

Die Liste der Verstöße ist lang: So wurden unter anderem Waffen und Munition nicht – wie vorgeschrieben – getrennt gelagert oder im ungeladenen Zustand aufbewahrt. Gefunden wurden auch nicht registrierte Waffen, registrierte Waffen hingegen waren bei einigen Besitzern nicht mehr auffindbar. Den Verkauf ihrer Waffen hatten einige Personen nicht angezeigt, andere wiederum hatten Lang- oder Kurzwaffen in dafür nicht geeigneten Sicherheitsbehältnissen aufbewahrt. Bei einigenKontrollen habe sich gezeigt, dass die Waffendaten nicht mit den registrierten Waffen übereinstimmten.

Vernichtend fällt demnach auch das Fazit der Kontrolleure aus: Es habe sich gezeigt, dass bei einer „nicht unwesentlichen Zahl der Waffenbesitzer die nötige Einsicht in die Bedeutung der korrekten Aufbewahrung sowie im Umgang mit Waffen fehlt“, heißt es in dem Bericht. Teilweise seien sehr ausführliche Beratungsgespräche notwendig gewesen, um die Besitzer von ihrem Fehlverhalten zu überzeugen.

Gravierende Verstöße, die als Ordnungswidrigkeit geahndet wurden, kamen in 66 Fällen vor, bei zwölf Fällen wurde der Verstoß sogar als eine Straftat gewertet. In zehn dieser Fälle habe dies zum Widerruf der waffenrechtlichen Erlaubnis geführt.

Durch die Aktivitäten des Fachdienstes wurden auch im vergangenen Jahr 2015 erneut 238 Waffen zur Vernichtung abgegeben, insbesondere von Altbesitzern und Erben, womit meistens der Waffenbesitz insgesamt beendet wurde. Im Falle der vollständigen Aufgabe des Waffenbesitzes werden die Waffen kostenlos zur Vernichtung entgegen genommen.

Seit Beginn der Kontrollen ist die Zahl der Waffenbesitzer um 49 Prozent gesunken, ebenso die Zahl der registrierten Waffen, die um 19 Prozent rückläufig war. Die Tatsache, dass die Zahl der Waffenbesitzer 2015 erstmalig wieder leicht gestiegen ist, führt die Behörde auf einen vermehrten Zuzug von Waffenbesitzern und die gestiegene Zahlen bei den Jungjägern zurück.

Als wichtig und notwendig erachtet auch Carsten Höper, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Oldenburg, die Waffenkontrollen durch die Kreisbehörden. Er geht jedoch davon aus, dass sich die Anzahl der Verstöße nach Kontrolle aller Waffenbesitzer – bisher wurde rund die Hälfte kontrolliert – deutlich reduziert. Höper: „Es gibt da viele ältere Waffenbesitzer, die ihre Waffen dort aufbewahren, wo sie sie immer aufbewahrt haben.“

Grundsätzlich ruft Höper alle Waffenbesitzer zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den eigenen Waffen auf. Wer schon wisse, dass seine Waffe nicht oder fehlerhaft registriert sei, die Waffe verkauft habe ohne dies beim Kreis anzuzeigen, oder unsicher bezüglich der Lagerung sei, solle sich von sich aus an die Behörde wenden, fordert er auf.

1400 Waffen wurden seit Beginn der Kontrollen vernichtet, zudem mussten unzählige Korrekturen der Waffendaten mit Aktualisierungen im nationalen Waffenregister vorgenommen werden. Die zahlreichen Verstöße gegen die gesetzliche Aufbewahrungspflicht hätten die Notwendigkeit zu konsequenten Kontrollen dokumentiert.

Aus diesem Grund ruft der Kreis auch weiterhin zur freiwilligen Rückgabe von Waffen auf. Jede Waffe weniger bedeute ein Mehr an Sicherheit für alle.

Thomas Klatt

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