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Ostholstein Kooperation über Kreisgrenze hinweg
Lokales Ostholstein Kooperation über Kreisgrenze hinweg
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21:29 19.08.2017
Gustav Lange-Schwartz, Thilo Klamroth, Jens Hammerich und Bernd Boekhoff (von links) bei einer Stippvisite auf den Bohnenfeldern. Quelle: Foto: Dreu

1000 Hektar messen die Ackerflächen der Pronstorfer Landwirte Thilo Klamroth aus dem Ortsteil Neukoppel, Jens Hammerich (Eilsdorf) und Bernd Boekhoff (Butterstieg). Vierter im Bunde ist Gustav Lange-Schwartz, der seinen Hof zwar in Sichtweite, aber doch hinter der Kreisgrenze im ostholsteinischen Cashagen hat. Die beiden Schweinemäster Jens Hammerich und Gustav Lange-Schwartz arbeiten bereits seit 1994 zusammen. Bernd Boekhoff, der ebenfalls Schweine mästet, gesellte sich im Jahr 2000 dazu, Thilo Klamroth, der sich ausschließlich auf Ackerbau spezialisiert hat, machte im Jahr 2006 aus dem Trio ein Quartett, das durch die Zusammenarbeit gleich mehrfach profitiert.

Die engagierten Landwirte nutzen Synergieeffekte. Teure Geräte werden gemeinsam angeschafft, zudem bringen sie gleich den vierfachen Sachverstand ein, sie probieren aus, sind offen für alles Neue und suchen gemeinsam nach Lösungen, wenn es irgendwo hakt. Niemand von ihnen schaut neidisch auf den Kollegen, wenn dessen Ernteertrag höher als der eigene ausgefallen ist. Stattdessen wandern die Einnahmen aus dem gemeinsamen Ackerbau in einen Topf, der hinterher durch vier geteilt wird. „Es gibt nicht mein oder dein Acker, sondern nur noch unser Acker“, sagt Jens Hammerich. Ähnlich halten sie es bei den Schweinen. Es gibt Ställe, die jeder für sich betreibt, anderen Ställe werden gemeinsam versorgt. Entsprechend dem Arbeitsanteil werden auch hierbei die Erträge verteilt.

Jeder von ihnen hat zudem spezielle Zuständigkeiten, die ihm liegen. Gustav Lange-Schwartz ist unter anderem für Trocknung und Vermarktung verantwortlich, Thilo Klamroth übernimmt das Düngen der Felder und repariert, was er selbst wieder in Ordnung bringen kann.

Immer dienstags treffen sie sich reihum zur Besprechung. Dabei diskutieren sie über Trends in der Landwirtschaft, weltpolitische Zusammenhänge und das geänderte Verbraucherverhalten. Auch kaufmännische und steuerliche Feinheiten werden in dieser Runde besprochen. Außerdem suchen sie immer nach Dingen, die sie verbessern können, um als Landwirt bestehen und dem Verbraucherwillen gerecht werden zu können. Gesunde Böden und hochwertige Nahrungsmittel stehen dabei im Vordergrund.

 Petra Dreu

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