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Ostholstein Kostenloses Parken für Ehrenamtler?
Lokales Ostholstein Kostenloses Parken für Ehrenamtler?
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22:14 05.04.2017
Tafel-Helferin Elke Südmeier füttert den Parkautomaten am Stadtgraben. Sie wünscht sich mehr Unterstützung von der Stadt. Quelle: Foto: Peyronnet

Monika Gertenbach von der Eutiner Tafel ist sofort begeistert von der Idee. „Das wäre toll“, entfährt es ihr. Die Stadt Flensburg will ihren Ehrenamtlern mit Parkausweisen das kostenlose Parken ermöglichen. Auf Basis eines Nachweises über Umfang und Zeiten des Engagements werden zunächst 200 Genehmigungen für ein Jahr ausgegeben. „So eine gute Unterstützung des Ehrenamtes ist landesweit einmalig“, teilt die Flensburger Gemeinderätin Susanne Schäfer-Quäck (SSW) mit. Allerdings: In Ostholstein gibt es bereits freies Parken für Ehrenamtler, insbesondere für Feuerwehrleute.

„Es wäre eine kleine Erleichterung für die ehrenamtlich Tätigen.“Thorsten Plath Kreisbrandmeister
„Allen aktiven Mitgliedern der Wehren wird bereits auf Antrag ein Parkausweis ausgestellt.“ Volker Owerien Bürgermeister Scharbeutz

Vor allem die Tafel hatte in Flensburg über eine schwierige Parksituation geklagt. Da geht es der Eutiner Tafel, die ihren Sitz am gebührenpflichtigen Parkplatz Stadtgraben hat, nicht anders. „Wir machen das ehrenamtlich und sollen noch dafür zahlen“, sagt Tafel-Helferin Elke Südmeier. Gertenbach erläutert: „Wir sind 70 Helfer, jeden Tag sind etwa zehn im Einsatz. Die zahlen die Parkgebühren alle aus eigener Tasche.“ Auch Kreisbrandmeister Thorsten Plath gefällt die Idee aus Flensburg. „Sie würde eine kleine finanzielle Entlastung und auch Erleichterung bei der Parkplatzsuche für ehrenamtlich tätige Mitbürger bedeuten, die das eine oder andere mit ihrem privaten Fahrzeug zu erledigen haben, wenn sie ihre ehrenamtliche Tätigkeit ausüben.“

Auf Unterstützung der Stadt Eutin können die Tafel-Helfer jedoch nicht hoffen. „Derartige Vergünstigungen gibt es zurzeit nicht“, teilt Eutins Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt mit. Darüber sei noch nicht gesprochen worden, auch wenn der Vorstoß von Flensburg durchaus interessant sei. „Ob diese gute Idee in Eutin umsetzbar wäre, müsste man erst einmal prüfen und mit den zuständigen Fachdiensten und Gremien erörtern.“

Scharbeutz ist da schon weiter. „Allen aktiven Mitgliedern der Feuerwehren wird bereits seit 2014 auf Antrag ein kostenloser Parkausweis für die kostenpflichtigen Großparkplätze der Gemeinde ausgestellt“, teilt Bürgermeister Volker Owerien (parteilos) mit. Von den 202 Feuerwehrleuten nähmen diesen knapp 80 in Anspruch. Darüber hinaus erhielten einige weitere Ehrenamtler Parkausweise.

Aktivität hat die Flensburger Initiative in Malente ausgelöst, wo die Verwaltung bereits tätig geworden ist. „Nach Durchsicht der ansässigen Vereine besteht für diese an ihren jeweiligen Standorten, anders als in einer Stadt wie Flensburg, aus unserer Sicht kein Parkproblem und deshalb auch kein Bedarf an einer vergleichbaren Regelung“, teilt Dr. Christoph Grützmacher, Fachbereichsleiter Allgemeine Verwaltung und Finanzen, mit. Die Erteilung von Ausnahmeregelungen sei aber möglich. Anträge würden stets im Einzelfall geprüft.

Für etliche Gemeinden in Ostholstein kommt das Flensburger Modell nicht infrage, weil sie gar keine gebührenpflichtigen Parkplätze haben. Ahrensbök zum Beispiel. Und doch hat die Idee Wellen geschlagen. „Von der Aktion in Flensburg war ich ganz angetan“, teilt Ahrensböks Bürgermeister Andreas Zimmermann (parteilos) mit. „Seit zwei bis drei Jahren unterhalten wir uns auf der Führungsebene der Feuerwehren über etwaige Motivationsmöglichkeiten. Bisher ergebnislos.“ Ungeachtet dessen solle nicht außer Acht gelassen werden, dass es ein buntes Spektrum ehrenamtlich Tätiger wie Helfer bei der Tafel, Flüchtlingshilfe, DRK, Jugendbetreuer gebe und sich der Fokus nicht nur auf die Feuerwehren beschränken sollte, mahnt Zimmermann. Die Flensburger Idee werde er dem Hauptausschuss vorlegen.

Parkgebühren gibt es auch in Ratekau nicht. „Grundsätzlich ist es unser Ziel, die ehrenamtlich Tätigen bestmöglich in der Wahrnehmung ihrer Aufgaben, auch durch eine gute Ausstattung, zu unterstützen sowie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und kurze Dienstwege zu gewährleisten“, teilt Bürgermeister Thomas Keller (parteilos) mit. Es gebe einen Feuerwehr-Motivationstopf mit zurzeit 11000 Euro und Mitglieder der Jugendfeuerwehren hätten freien Eintritt in der Badeanstalt Offendorf.

Susanne Peyronnet

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