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Ostholstein Kreativität gefordert: Betriebe werben um Mitarbeiter
Lokales Ostholstein Kreativität gefordert: Betriebe werben um Mitarbeiter
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22:48 07.03.2018
„Über 850 Flüchtlinge haben eine Ausbildung oder Erwerbstätigkeit aufgenommen.“ Olga Nommensen Agentur für Arbeit

Während die Quote – zum vierten Mal in Folge gesunken – für Arbeitssuchende ein tolles Ergebnis sei, bedeute es allerdings im Umkehrschluss für Betriebe, dass sie kaum noch Fachkräfte fänden, schilderten Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck, und Karsten Marzian, Geschäftsführer des Jobcenters Ostholstein.

Nach ihren Angaben hatten im Jahr 2017 (Stand Juni) 60245 Menschen im Kreis Ostholstein eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Das entspricht einem Plus von 2,3 Prozent (1341 Personen) gegenüber 2016 und dem bundesweiten Zuwachs. Einen leichten Anstieg habe es ebenfalls bei der Zahl der geringfügig entlohnten Beschäftigten gegeben, sagte Markus Dusch: auf 18232 Personen, das sind 0,5 Prozent mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. In diese Rubrik fielen Schüler, Studenten und die „stille Reserve, nämlich Eltern mit einem Minijob“.

„Ostholstein ist nicht nur Wohn-, sondern auch Arbeitsort. Rund 6700 Lübecker und sogar 461 Hamburger pendeln zum Arbeiten ein“, sagte Dusch. Im Kreis würden mittlerweile in allen Sparten Kräfte gesucht. Die stärkste Nachfrage herrsche im Gastgewerbe, bei wirtschaftlichen Dienstleistungen, im Handel, Gesundheits- und Sozialwesen sowie im verarbeitenden Gewerbe. Am Beispiel der Sparte Metallerzeugung und -verarbeitung sowie Metallbau verdeutlichte Dusch die Nöte der Arbeitgeber: „Wer eine solche Stelle in seinem Betrieb besetzen will, muss im Schnitt 245 Tage warten, bis er einen entsprechenden Arbeitnehmer gefunden hat.“ Duschs und Marzians Appell: „Auch Arbeitgeber müssen sich heute bewegen.“ Im Transportwesen müssten Unternehmer, die Fahrer für europaweite Touren suchten, neue Wege beschreiten. „Sie müssen besser zahlen oder attraktive Angebote wie wechselndes Fahren im Nah- und Fernverkehr bieten“, sagt Markus Dusch. Ein Umdenken habe bereits im Gastgewerbe eingesetzt.

„Während Angestellten früher im Winter gekündigt wurde und sie zu Ostern wieder eingestellt wurden, halten Saisonbetriebe ihre Beschäftigten jetzt möglichst auch im Winter. Bei guten Leuten will keiner Gefahr laufen, dass sie sich woanders hin orientieren“, erklärt Karsten Marzian. Die Agentur für Arbeit mache Betrieben die durchgehende Beschäftigung dadurch schmackhaft, dass sie dem Personal eine Weiterbildung und Qualifizierung in den flauen Monaten ermögliche.

Engagiert zeigten sich Arbeitgeber auch beim Werben um Auszubildende. „Wer beispielsweise erst 17 Jahre alt ist und noch nicht den Führerschein machen kann, der bekommt dann schon mal den Rollerführerschein bezahlt, damit er mobil ist“, berichtet Karsten Marzian. 2017 haben in Ostholstein dank Vermittlung von Jobcenter und Arbeitsagentur knapp 2700 Menschen Arbeit gefunden. „Da man mit dem Öffentlichen Personennahverkehr nichts werden kann, haben wir 160 Menschen den Führerschein bezahlt und in 200 Fällen Zuschüsse für den Kauf eines Autos gegeben“, sagt Marzian.

Erfreulich seien auch diese Zahlen, sagt Olga Nommensen, zuständig für Pressearbeit der Arbeitsagentur: „2017 haben 282 Flüchtlinge eine Ausbildung begonnen und 576 weitere eine Erwerbstätigkeit aufgenommen.“

Von Ulrike Benthien

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