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Ostholstein Kreis ordnet Ausgleichsflächen neu
Lokales Ostholstein Kreis ordnet Ausgleichsflächen neu
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22:15 13.12.2017
Eutin

Im Kreishaus in Eutin wurde der Plan vorgestellt. Landrat Reinhard Sager (CDU) begrüßte die Gäste, darunter Landwirte, Anwohner sowie die Bürgermeister Andreas Zimmermann (parteilos, Ahrensbök) und Martin Vogt (parteilos, Oldenburg). Das Ausgleichsflächenkonzept sei eine lohnende Aufgabe, weil Ostholstein in mehrfacher Hinsicht betroffen sei. Sager nannte die Schienenhinterlandanbindung, die 380-kV-Stromleitung und die Windenergie, die erhebliche Eingriffe in ostholsteinische Flächen bedeuten werden. „Ziel ist es, die negativen Auswirkungen für den Kreis so gering wie möglich zu halten“, erklärte der Landrat. Der Kreis müsse im Fall der Fälle gut vorbereitet sein.

Auch für Windräder werden Ausgleichsflächen benötigt. Quelle: Foto: Neelsen

Ostholstein wurde führend in Schleswig-Holstein tätig, lobte Maria Julius vom Büro Trüper, Gondesen und Partner aus Lübeck, das, bezahlt aus Fördermitteln, ein Gutachten erstellt hat. Im Fokus der Arbeit stand die Steuerung der Lage zukünftiger Kompensationsflächen im Kreis. In eineinhalb Jahren Arbeit ermittelte das Experten-Team anhand von gesichteten Bauplänen und Befragungen in den Kommunen potenzielle Suchräume, die weder fixe Grenzen haben noch verbindlich sind. Dabei wurden unter anderem wertvolle Böden und Schutzgebiete gemieden, berichtete Maria Julius. Der Bedarf an Ausgleichsflächen liegt nach grober Schätzung bei etwa 1000 Hektar, allein für den Gleisneubau müssen 662 Hektar und für Windkraftanlagen 315 Hektar Land kompensiert werden.

Mithilfe der bewussten Anordnung der Flächen und der insgesamt 61 Suchräume sowie 13 punktuellen Arealen von 18 658 Hektar, die vom Lübecker Büro herauskristallisiert wurden, konnte vorerst eine Kompensationsfläche von 9283 Hektar bestimmt werden. „Es gibt einen großen Korb an Möglichkeiten, den es gut zu nutzen und zu verwalten gilt“, sagte Maria Julius.

Inwieweit kann der Kreis bei der Vergabe von Ausgleichsflächen, die dem Bauträger obliegt, Einfluss nehmen?, fragte ein Landwirt in der anschließenden Fragerunde. Er regte an, dort Ausgleich zu schaffen, wo auch in die Natur eingegriffen wird, also im Kreis selbst. Am Beispiel Fehmarnbeltquerung ist das Land zuständig. Es wäre fatal, den Bauvorhabenträgern nicht die Ideen vorzustellen, sagte Sager. Der Kreis gehe mit dem Konzept in Vorleistung und biete ein konfliktfreies Angebot an die Bauträger, ergänzte Joachim Siebrecht, Fachdienstleiter Naturschutz. „Das Ausgleichsflächenkonzept hilft uns, ein fachliches Fundament zu schaffen.“

Wie es weitergeht, stellte Siebrecht den Gästen nach der Diskussionsrunde vor. Ein Kataster wurde erstellt, Programme für den Knickschutz und Blühstreifen an Wegen und Feldern sind in Planung, um das Gutachten „mit Leben zu füllen“, so Siebrecht. Und es gibt noch weitere Projektideen.

Von Beke Zill

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