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Ostholstein Kreis sorgt sich um Windkraft
Lokales Ostholstein Kreis sorgt sich um Windkraft
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21:21 21.06.2013
Die Einwände der Deutschen Flugsicherung gegen die Nutzung von 20 neuen Windenergie-Eignungsflächen im Kreis waren Thema einer SPD-Anfrage zur konstituierenden Kreistagssitzung. Quelle: Foto: Holger Marohn
Eutin

In den Konflikt um den Stopp der Windkraftnutzung rund um die Drehfunkfeuer der Flugsicherung kommt offenbar Bewegung. Nach LN-Informationen treffen sich am Dienstag die Staatssekretäre des Wirtschafts- und Umweltministeriums in Kiel mit Experten der Deutschen Flugsicherung (DFS) aus Berlin. Können die Kieler bei dem Krisengespräch womöglich doch noch den Bau einiger Anlagen innerhalb der 15-Kilometer-Schutzzone rund um die Drehfunkfeuer möglich machen? Bislang will die DFS genau das vor allem im Bereich Heringsdorf kategorisch verhindern, erfuhren die LN. Im Kreis Ostholstein wird ein herber Rückschlag für den Ausbau der Windenergie befürchtet.

„Die Einwände der Deutschen Flugsicherung sind ein Thema, dass doch Anlass zur Sorge gibt“, sagte Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU) auf eine Anfrage der SPD-Fraktion zur Kreistagssitzung am Donnerstag. „Wir können hier im Kreis keine Restriktionen verkraften“, sagte Sager. Er sei jedoch kein Fachmann, der die Problematik beurteilen könne. Die DFS hatte im Zuge der zweiten Anhörung im Aufstellungsverfahren der Teilfortschreibung der Regionalpläne für 20 vorgesehene Eignungsgebiete in Ostholstein Bedenken angemeldet. Es seien „Einschränkungen bezüglich Anzahl und Höhe der geplanten Windkraftanlagen wahrscheinlich“, heißt es in den Einzelstellungnahmen jeweils. Betroffen sind die Eignungsgebiete innerhalb eines 15 Kilometer großen Schutzradius um die beiden Drehfunkfeuer bei Heringsdorf und Bad Schwartau. Sie dienen seit mehr als 40 Jahren der zivilen Luftfahrt zur Navigation. Die Windkraftanlagen können die Funkstrahlen stören oder ablenken.

Betroffen von den Einwänden ist der Bau von etwa 140 neuen Windkraftanlagen sowie das Repowering von mehr als 100 vorhandenen Anlagen. Der Bau oder die Erneuerung von Anlagen muss jeweils in Einzelfallabwägungen durch das Bundesamt für Flugsicherung geprüft werden. Trotz seit Mitte Juli 2012 vorliegender Einwände der DFS war im neuen Regionalplan vom November 2012 auf das Bad Schwartauer Funkfeuer gar nicht hingewiesen und für das Heringsdorfer Funkfeuer statt des gültigen 15 Kilometer umfassenden Schutzradius nur die alte drei Kilometer große Sicherheitszone erwähnt worden. Außerdem hatten Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) und Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) Gemeinden und Investoren vor Ablauf der Anhörungsfrist ermuntert, ihre Planungen weiter voranzutreiben.

Für zahlreiche ausgewiesene Windenergie-Eignungsflächen in der Region Heringsdorf sind der Neubau von Windrädern und Repowering-Projekte bereits abgelehnt worden oder aber wird dies vom Land erwartet. Das sorgt bei den Windmüllern für Aufregung.

Holger Marohn

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