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Kreistag sorgt sich um das Ansehen von Sana

Eutin Kreistag sorgt sich um das Ansehen von Sana

Klinikgruppe: Kurzfristige Engpässe im Pflegebereich längst beseitigt.

Eutin. Ostholsteins Kreistag beklagt einen Vertrauensverlust für die Sana-Kliniken, der zügig behoben werden müsse. Zugleich ist der Hauptausschuss unzufrieden mit der Informationspolitik der Kliniken. Die Kommunikation müsse besser und direkter werden, damit die Politik die Entwicklung des Klinikbetreibers effektiver begleiten könne, erklärte der Ausschussvorsitzende und CDU-Fraktionsvorsitzende Timo Gaarz (CDU) nach der Sitzung. Sana Ostholstein hat im vergangenen Jahr ein Defizit von knapp 3,95 Millionen Euro eingefahren. Der Kreis ist mit 5,2 Prozent am Stammkapital der Sana-Kliniken Ostholstein beteiligt.

 

LN-Bild

„Es gibt gute Konzepte, wir sind auf einem guten Weg.Klaus Abel Geschäftsführer Sana- Kliniken Ostholstein

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Die Geschäftszahlen legte Sana-Geschäftsführer Klaus Abel jetzt in seinem turnusmäßigen Bericht dem Hauptausschuss vor. Zur Sprache kam dabei auch die Arbeitsbelastung des Pflegepersonals am Standort Eutin. Die Gewerkschaft Verdi hatte Mitte Mai Alarm geschlagen. Anlass war damals die Sperrung mehrerer Betten in der Notaufnahme Eutin. Als Folge wurden auch Flurbelegungen einkalkuliert.

Klaus Abel sprach von einem einmaligen und kurzfristigen Engpass, der längst behoben sei. Dazu sei es durch hohe krankheitsbedingte Ausfälle bei gleichzeitig vielen Einlieferungen gekommen. „Alle Pflegestellen sind besetzt, insbesondere in Eutin“, sagte der Geschäftsführer den LN. Zur Sitzung des Hauptausschusses waren auch einige Sana-Beschäftigte aus dem Pflegebereich gekommen. Eine Mitarbeiterin aus diesem Kreis berichtete von großer Unzufriedenheit und beklagte, dass die Geschäftsführung unzureichend auf die Personalsituation reagiere.

Einig war sich der Ausschuss, dass die öffentlich diskutierten Engpässe bei Pflegekräften zu einem Vertrauensverlust geführt hätten. Die Klinik müsse aus den Schlagzeilen. „Die Zufriedenheit des Personals ist ein wichtiger Standortfaktor für eine Klinik, der in keinster Weise zu unterschätzen ist“, mahnte Gaarz. SPD-Fraktionschef Burkhard Klinke erklärte: „Die SPD unterstützt die Forderungen von Verdi nach einer Entlastung des Personals.“ Bei Arbeitsverdichtung komme es zu weiteren Ausfällen und der Frust der Beschäftigten wachse.

Landrat Reinhard Sager (CDU) forderte die Klinik-Geschäftsführung auf, Konzepte und Strategien für den wirtschaftlichen Erfolg und eine höhere Zufriedenheit der Belegschaft zu entwickeln. „Die Pflege ist für Patienten entscheidend, sie macht auch das Image eines Krankenhauses aus.“

Nach Abels Worten gibt es solche Konzepte bereits. Es werde erheblich in die Aus- und Weiterbildung investiert, dafür stehe etwa die Sana-Akademie. Um die Arbeitsprozesse zu erleichtern und die Pflegekräfte zu entlasten, werde die EDV weiter modernisiert. Außerdem sei geplant, für Tätigkeiten, die nicht direkt mit der Pflege zu tun haben, wie Essen austeilen oder Befunde abheften, mehr andere Kräfte einzustellen. Abel: „Wir sind auf einem guten Weg.“

Der Geschäftsführer reagierte aufgeschlossen auf den Wunsch der Politik, Informationen aus erster Hand zu bekommen und sich bei Klinik-Besuchen selbst ein Bild zu machen. Er stellte aber klar: „Der Kreis muss akzeptieren, dass er die operative Führung abgegeben hat.“ Bettenkontingente oder Personalschlüssel, das zähle zum operativen Geschäft.

Für den Anstieg des Defizits der Sana-Kliniken mit den drei Standorten Eutin, Oldenburg und Fehmarn von 1,38 Millionen Euro in 2015 auf 3,95 Millionen Euro in 2016 waren vor allem höhere Personalkosten, aber auch ein gestiegener Materialaufwand verantwortlich. Dazu kamen auch noch einmalige Effekte. „Das echte Ergebnis ist um rund eine Million besser“, erläuterte Abel.

In den vergangenen zwölf Jahren haben die Sana-Kliniken Ostholstein im Mittel eine Million bis 1,5 Millionen Euro Defizit gemacht. Gerissen wird das Loch von der Notfallversorgung, die nach Angaben Abels wegen der geringen Vergütung durch die Krankenkassen mit rund zwei Millionen Euro defizitär ist. „Wir wollen uns davon aber in keiner Weise verabschieden“, versicherte der Geschäftsführer.

Arnold Petersen

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