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Kreuzung soll entschärft werden: Ampel oder Kreisverkehr?

Eutin Kreuzung soll entschärft werden: Ampel oder Kreisverkehr?

Der Bereich Elisabethstraße/Hospitalstraße ist einer der größten Verkehrsknotenpunkte Eutins. Mit dem Bau des Campus an der Sana-Klinik und der Sporthalle am alten Güterbahnhof wird der Verkehr noch zunehmen. Können ein Kreisverkehr oder eine Ampelanlage ihn besser steuern?

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Ein unübersichtlicher, viel frequentierter Bereich, an dem es schon häufig gekracht hat: die Ecke Elisabethstraße/Hospitalstraße.

Quelle: Foto: Benthien

Eutin. Im Auftrag der Stadt erstellte das Hamburger Planungsbüro VTT (Verkehr Technik Telematik) ein Verkehrsgutachten, das Inhaber Ronald Mehling am Mittwochabend dem Bauausschuss präsentierte. Schon zum jetzigen Zeitpunkt sei eine Umgestaltung des Bereiches notwendig, der Knotenpunkt Elisabethstraße/Hospitalstraße sei in den Verkehrsspitzenzeiten morgens und nachmittags stark belastet, erläuterte Mehling dem Gremium. Dann seien dort über 1300 Fahrzeuge pro Stunde unterwegs.

Zur Verbesserung der Verkehrsabwicklung an dieser prominenten Stelle – die Elisabethstraße als innerstädtische Nord-Süd-Hauptverkehrsachse wird täglich von circa 15000 Fahrzeugen benutzt – riet er nach umfänglichen Untersuchungen zu einer Ampelanlage wahlweise einem Kreisverkehr. Bei beiden Versionen könne der Verkehr deutlich leistungsfähiger abgewickelt werden als im derzeitigen Zustand, prognostizierte Mehling. Für einen zukünftigen Kreisverkehr müsse man aber beachten, dass ein Mindestradius von 26 Metern erforderlich sei. „Dafür müssen vermutlich einige Parkplätze rechtsseitig der jetzigen Einfahrt zum Bahnhof entfallen.“

In Hinblick auf den Nutzen-Kosten-Aspekt sei einer Ampelanlage der Vorzug zu geben, sagte der Ingenieur. Rund 100000 Euro seien dafür zu veranschlagen. Hinzu kommen allerdings Energie- und Wartungskosten. Unter städtebaulichen Aspekten sei ein Kreisverkehr zu bevorzugen. Damit wären Autofahrer in den Zufahrten automatisch zu geringeren Geschwindigkeiten gezwungen. Geschätzte Kosten für einen Kreisverkehr: circa 370000 Euro.

Von einer Kreisellösung zeigte sich Kathrin Pitzner (CDU) angetan, insbesondere von den Querungen für Fußgänger an den fünf vorgesehenen Ein- beziehungsweise Ausfahrten (zwei Richtung Bahnhof: eine zu den Parkplätzen links, eine zur Sporthalle rechts). Jens Rose-Zeuner, Vorsitzender des Mobilitätsausschusses, bezweifelte allerdings, dass der Kreis dafür seine Zustimmung erteilen wird. „Bei der Bewilligung von Zebrastreifen ist er sehr streng. Die Genehmigung hängt an festen Fußgängerzahlen. Das haben wir beim Kreisel Riemannstraße/Holstenstraße erlebt.“ Ebenso wie Tilo Hegenberg (Grüne) vermisste er in Ronald Mehlings Erläuterungen Aussagen zu Radfahrern. „Schutzstreifen ja oder nein, da sehe ich ein großes Fragezeichen“, räumte der Planer ein, „eventuell müsste man dann den Kreisverkehr größer auslegen.“

Mit Rad- und Fußwegen werde ein Teller ganz schön groß, fand Thomas Koebke (FWE). „Die Kosten für einen Kreisverkehr sind aber schon an sich ein Ko-Kriterium“, sagte er. Auch Elfi-Jacqueline Meyer (FDP) bemerkte: „Ich sehe einen großen Kreisel noch nicht.“ Für Detlef Kloth (SPD) stand jedenfalls fest: „An dieser Diskussion sieht man doch, wie wichtig ein Gesamt-Verkehrskonzept für die Stadt ist.“

Kreisverkehr senkt die Geschwindigkeit

Circa 30 Stundenkilometer ist nach Angaben des Planungsbüros die Geschwindigkeit, mit der ein Kreisverkehr angefahren werden kann.

26 Meter Durchmesser müsste ein Kreisverkehr an der Elisabethstraße/Hospitalstraße mindestens aufweisen, um den Verkehr bewältigen zu können.

Die Kosten für einen Kreisel würden bei schätzungsweise 370000 Euro liegen – für eine Ampelanlage wären circa 100000 Euro plus Wartungs- und Energiekosten fällig.

Ulrike Benthien

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