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Ostholstein Kripo Neustadt hat jetzt eine Chefin
Lokales Ostholstein Kripo Neustadt hat jetzt eine Chefin
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20:56 26.07.2016
Catrin Frost folgt auf Detlef Latendorf. Quelle: Sebastian Rosenkötter

Der Mord an Sina L., Kinder und Jugendliche, die Drogen konsumieren: das letzte Jahr von Detlef Latendorf hatte es in sich. Doch nun ist Schluss. Der 62-jährige Leiter der Kriminalpolizeistelle Neustadt geht in den Ruhestand. Ab dem 1. August übernimmt Kriminalhauptkommissarin Catrin Frost (54) seinen Posten. Sie war zuletzt in Eutin aktiv.

Dass es sich bei der Kriminalistin um eine erfahrene Polizistin handelt, macht ein Blick in ihre Vita deutlich. Bereits seit 1982 ist sie bei der Kriminalpolizei. Nach dem Studium war sie zunächst in Bad Segeberg. 1987 wechselte sie nach Eutin. Schwerpunkt ihrer Arbeit waren stets Straftaten gegen die sexuelle Selbbestimmung. Laut Norbert Trabs, Behördenleiter der Polizeidirektion Lübeck, habe Frost maßgeblich dazu beigetragen, dass die Thematik landesweit Beachtung fand. Unter anderem habe die Frau, die in der Gemeinde Süsel lebt, mit dafür gesorgt, dass spezielle Verhörräume für Frauen und Kinder installiert wurden.

Detlef Latendorf hat ebenfalls zahlreiche Veränderungen in seiner Dienstzeit miterlebt. Den LN erzählte er, dass er früher sehr viel mit Autoaufbrüchen zu tun gehabt habe. „Das waren rund 40 Prozent unserer Delikte. Heute ist der Anteil verschwindend gering“, erläuterte der Erste Kriminalhauptkommissar. Stattdessen nehme der Bereich Cyber-Kriminalität den größten Raum ein. Insbesondere der Warenbetrug sowie das Versenden von Spam-Mails beschäftigen ihn und seine Kollegen immer wieder.

Im Fokus steht auch die Aufklärung von Wohnungseinbrüchen. Um Spuren auszuwerten und die Aufklärungsquote zu steigern, soll die Neustädter Kripo ab August eine zusätzliche Kraft bekommen. Dann werden elf Beamte sowie Catrin Frost im Einsatz sein. Sie betonte bei ihrer gestrigen Vorstellung, dass ihr die Zusammenarbeit zwischen Schutzpolizei und Kriminalpolizei besonders wichtig sei. „Ich übernehme eine funktionierende Dienststelle und kenne einige der Kollegen schon. Wichtig ist, dass wir alle für die Bürger und die Sicherheit zuständig sind. Mein großes Anliegen ist es, dass alle reibungslos zusammenarbeiten“, machte sie deutlich.

Für Detlef Latendorf hingegen dürften die kommende Zeit deutlich ruhiger werden. Statt Verbrechen aufzuklären, möchte er sich auf sein Fahrrad setzen, Kurzurlaube mit seiner Frau machen und am Haus werkeln. Und vielleicht erzählt er seinen Enkelkindern auch von der Zeit, als er eine Leitungsfunktion im Abschnitt „Strafverfolgung“ bei den Brokdorf-Demonstrationen inne hatte, oder als er sich um Brandanschläge auf Kirchen kümmerte. Dennoch versichert Latendorf nachdrücklich, dass er den Beruf des Kriminalpolizisten immer wieder ergreifen würde. ser

LN

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