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Ostholstein Kritik am Konzept: Zu viel Spielerei und viel zu wenig Inhalt
Lokales Ostholstein Kritik am Konzept: Zu viel Spielerei und viel zu wenig Inhalt
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23:08 05.02.2016
Sie kamen während der drei Stunden in der Großsporthalle zu kurz: die Bürger. Quelle: Peter Mantik

Aus den Gesichtern der Heiligenhafener war vieles abzulesen an diesem Abend. 800 waren in die Großsporthalle gekommen, um sich ein Bild von den fünf Bürgermeister-Kandidaten zu machen. Denn Heiligenhafen wählt am 21. Februar einen neuen Verwaltungschef.

Es wurde viel gelacht, aber auch verständnislos mit den Köpfen geschüttelt. In vielen Gesichtern waren immer wieder fragende Blicke zu entdecken. „Ich hatte meine Meinung vor diesem Abend schon.

Daran hat sich nichts verändert“, sagte eine Frau. Hoch oben auf der Tribüne waren Stimmen zu hören, dass Gottfried Grönwald gepunktet habe, weil er als einziger den Amtsinhaber Müller attackiert habe. Andere wiederum brachte Grönwald mit seinem Auftritt (hing mit dem Oberkörper am Stehtisch) zum Kopfschütteln. Auch das war zu hören. Fazit von Bürger Hartmut Krämer: „Der Wähler wurde nicht informiert, da war viel Pipifax. Enttäuschend. Das Konzept lautete wohl: keine Konflikte.“

Viele hatten eigene Fragen vorbereitet, sie wurden sie nicht los. Das Echo des Abends hallte gestern auch im Internet. Tenor dort: Zu viele Spielereien mit den Kandidaten und viel zu wenig Inhalt.

Nutzer Carl-Thomas Blessin etwa postete in der Heiligenhafen-Gruppe: „Ist es am Ende doch nur eine folkloristische Veranstaltung ohne Ausschank? Was mich hingegen sehr freut, ist der zahlreiche Besuch der Veranstaltung, das Interesse ist also da.“

Liebe LN-Leser: Mailen Sie uns nach dem Showdown der Bürgermeister- Kandidaten Ihre Meinung zum Verlauf des Abends unter — Mailadresse: Redaktion.Oldenburg@LN-Luebeck.de

Unter den Zuhörern befand sich auch der Fehmaraner Bürgermeister Jörg Weber (SPD). „Ich kann genau mitfühlen, was in den Kandidaten los ist. Da oben zu stehen ist purer Stress“, erklärte Weber, der in ähnlicher Situation vor einigen Monaten gefordert war. Der Stress war den fünf Kandidaten im Anschluss anzusehen. Drei Stunden volle Konzentration, dazu die Anspannung — das perlt an niemanden spurlos ab. Während sich beispielsweise Ellen Schülke zielstrebig zu ihrem Stehtisch flüchtete, um auf Fragen zu antworten — es waren allerdings nur noch wenige Bürger in der Halle — suchte Heiko Müller als Kontrast zunächst eine ruhige Ecke. Durchatmen. Georg Rehse tauschte sich mit Freunden und Bürgern aus, Niclas Boldt vertiefte sich in ein Einzelgespräch und Gottfried Grönwald schnackte mit Parteifreunden. Die Luft war raus.

Morgen wollen sich einige der Kandidaten wieder auf dem Marktplatz zeigen. Dann sind sicher auch kritische Fragen willkommen.

Was inhaltlich am Abend gesagt wurde, können Sie, liebe Leser, im Liveticker nachlesen.

Kommentar von LN-Redakteur Peter Mantik zum Thema

Was hat dem Heiligenhafener die Präsentation der Bürgermeisterkandidaten gebracht? Die Antwort kann leider nur lauten: sehr wenig.

Warum ist das so? Weil fast alles, was die Heiligenhafener bewegt, nicht angesprochen wurde. Und die, die am 21. Februar wählen dürfen, hatten keine Chance, ihre dringlichsten Fragen loszuwerden, beziehungsweise forderten ihr Recht dazu nicht ein. Wer in die Halle gekommen war, um Antworten auf kritische Fragen zu erhalten, der musste enttäuscht den Heimweg antreten. So bleibt gelebte Demokratie auf der Strecke.

Die Selbstinszenierung des Moderators hatte etwas von Comedy und dadurch verlebten die fünf Bürgermeister-Kandidaten einen Abend in der Komfortzone, auch wenn sie dies wahrscheinlich persönlich ganz anders erlebt haben.

Blicken wir nach vorn. Am 12. Februar ist das Kandidaten-Quintett in der Altdeutschen. Hoffnung? Mein Gefühl sagt mir, dass dort der zweite inhaltslose Abend ansteht.

Peter Mantik

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