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Ostholstein Kritik am neuen Supermarkt-Parkplatz
Lokales Ostholstein Kritik am neuen Supermarkt-Parkplatz
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10:01 21.01.2016
Heiko Wäcken am ehemaligen Durchlass in der Lärmschutzmauer, der mittlerweile geschlossen wurde.

Recht neu ist der Parkplatz vor dem ebenfalls neuen Sky-Supermarkt am Bökenbarg in Ahrensbök. Jetzt hat die Fläche mit 125 Stellplätzen eine Lärmschutzmauer bekommen — und die treibt Heiko Wäcken um. Dem Fraktionsvorsitzenden der Freien Wählergemeinschaft (FWG) in der Ahrensböker Gemeindevertretung gehören zwei langgestreckte Gebäude vor dem Parkplatz, die Mieter sind kleinere Gewerbetreibende. Diese würden durch die Mauer vom fußläufigen Kundenverkehr abgeschnitten, bemängelt Wäcken.

Hoch ist die Mauer nicht, vielleicht 1,30 Meter. „Kommen die Fußgänger hier nicht mehr durch, bleiben den kleineren Geschäften die Kunden weg“, fürchtet Wäcken. In den Gebäuden vor dem Parkplatz finden sich unter anderem ein Blumen-, ein Schuh- und ein Hundefutter-Geschäft, ein Maler-Betrieb, ein Anbieter von mobiler Krankenpflege und eine Tierärztin. „Die Mauer zwingt die Fußgänger zu einem längeren Umweg. Das ist vielen vermutlich zu umständlich, also bleibt die Laufkundschaft weg“, so Wäcken, dessen Elektro-Betrieb ebenfalls in einem der Gebäude ansässig ist. Betroffen sein werde auch der Sonderpostenmarkt, der in den ehemaligen Sky-Markt auf der anderen Straßenseite eingezogen ist.

Eine teilweise Öffnung der Lärmschutzmauer sei durchaus möglich, sagt hingegen Martin Schmidt, Sprecher des zuständigen Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). „Sie könnte an einer Stelle beispielsweise geteilt und versetzt gegeneinander gebaut werden.“ Aber: „Ein entsprechender Antrag liegt uns nicht vor.“ Für eine solche Änderung müsste ein Schallschutz-Experte die Gegebenheiten neu berechnen, so Schmidt. Und ein solches Gutachten müsste natürlich auch bezahlt werden.

„Die Lärmschutzmauer ist Bestandteil der Baugenehmigung“, sagt auch Ahrensböks Bürgermeister Andreas Zimmermann (parteilos). Die Bedenken von Heiko Wäcken seien durchaus nachvollziehbar. „Ein neues Gutachten müsste aber der Bauherr bezahlen“, so der Bürgermeister. Bauherr ist beziehungsweise war die niederländische Ten-Brinke-Gruppe, eine Stellungnahme von dort lag bis gestern jedoch nicht vor.

Von der Mauer einmal abgesehen, sieht Wäcken an der Ein- und Ausfahrt zum neuen Supermarkt am Bökenbarg große Gefahren für Fußgänger. Denn die gepflasterte Straße führt eine Anhöhe hinauf zum Markt und bietet keinen Extra-Weg für Fußgänger. „Das ist unmöglich, gerade im Dunkeln“, meint Wäcken. Er habe bereits Kontakt zu Coop aufgenommen, sagt dazu Zimmermann, „mit der Frage, ob man die Situation optimieren kann“. Auch dabei stelle sich allerdings die Frage, wer die Kosten übernimmt. Coop verweist derweil auf den Schotterweg rechts neben der Einfahrt am Bökenbarg als „kleine Fußweg-Verbindung auf das Gelände“.

Der 1800 Quadratmeter große Sky-Supermarkt am jetzigen Standort wurde Ende August 2015 eröffnet. Für den Neubau wurden alte Fabrikhallen des Unternehmens Globus abgerissen. In das ehemalige Sky-Gebäude schräg gegenüber am Bökenbarg ist der Sonderpostenverkauf „Thomas Philipps“ eingezogen, der bundesweit bereits 240 Filialen betreibt und am kommenden Montag, 25. Januar, eröffnet.

„Kommen die Fußgänger nicht durch, bleiben den kleinen Geschäften die Kunden weg.“
Heiko Wäcken, Vermieter

Sabine Latzel

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