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Ostholstein Kritik an Wirrwarr bei Prognosen
Lokales Ostholstein Kritik an Wirrwarr bei Prognosen
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21:27 05.10.2016

Der Kreis Ostholstein pocht darauf, dass der geplante Fehmarnbelttunnel erst dann für Güterzüge freigegeben wird, wenn die neue Schienentrasse durch Ostholstein mit sämtlichen Schutzmaßnahmen gegen Lärm und Erschütterung vollständig in Betrieb ist. Entsprechende Regelungen im Planfeststellungsbeschluss seien „für die Region äußerst wichtig“, heißt es in der Gesamtstellungnahme des Kreises zum Planänderungsverfahren für die feste Beltquerung. Der Kreistag nahm die Stellungnahme zur Kenntnis.

Der Kreis will verhindern, dass Güterzüge auf die bestehende Eisenbahnstrecke zwischen Puttgarden und Lübeck geschickt werden, wenn der von Dänemark geplante Tunnel womöglich früher fertig wird. Nach derzeitiger Zeitplanung (Fertigstellung Hinterlandanbindung 2024, Tunnel 2026) sei das zwar nicht zu erwarten. Letztlich lasse sich aber nicht seriös abschätzen, wie die Planungen vorangehen werden und ob es zu Verzögerungen durch Klagen komme.

Kritisch kommentiert der Kreis die Güter-Verkehrsprognosen. Sei ursprünglich von 150 Güterzügen pro Tag ausgegangen, habe die Bahn ihrem Raumordnungsverfahren 79 Züge zugrundegelegt. Dann habe es zwischen 70 und 77 Zügen gependelt, bis es 2014 in den Planfeststellungsunterlagen 78 Güterzüge wurden. „Diese wiederholten Änderungen lassen aus Sicht des Kreises keine verlässliche Einschätzung der tatsächlich zu erwartenden Verkehre und der damit verbundenen Auswirkungen und Betroffenheiten mehr zu“, schreibt der Kreis.

Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten täglich mindestens 118 Züge (davon 78 Güterzüge) für die Schutzmaßnahmen angesetzt werden. Bemängelt wird weiter, dass Femern AS für den Tunnel und die Deutsche Bahn für die Schienentrasse mit unterschiedlichen Zugzahlen operieren. Diese uneinheitliche Datengrundlage sei „weder plausibel noch hinnehmbar“.

Bei der Kontrolle der Sedimentfreisetzung als Folge des Tunnelbaus vermisst der Kreis die „Tourismusbaubegleitung“. Gegenmaßnahmen wie eine Unterbrechung der Bauarbeiten dürfe es nicht nur geben, wenn die Umwelt leide. Bei Verschlechterungen der Badewasserqualität seien entsprechende Schritte ebenfalls einzuleiten. Schließlich ist aus Sicht des Kreises die künftige Anbindung des Fährhafens Puttgardens „noch immer nicht als optimal anzusehen.“ Auch die im Vergleich zur ursprünglichen Planung verbesserte Verkehrsführung bleibe umständlich.

pet

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