Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Kritiker beklagen Sprachbarriere
Lokales Ostholstein Kritiker beklagen Sprachbarriere
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:16 28.08.2013
Belt-Regionalmanagerin Mona-Babette Walkenhorst fährt zur Konferenz in Rødby. Quelle: Foto: gjs

Die dänische Seite forciert beim Milliardenprojekt feste Fehmarnbeltquerung spürbar das Tempo. Dienstagabend wurde in Kopenhagen das internationale Ausschreibungsverfahren gestartet. Beteiligt waren rund 60 Vertreter von neun internationalen Baukonsortien. Und heute findet im Tagungszentrum „Lalandia“ bei Rødby die öffentliche Anhörung zur dänischen Umweltverträglichkeitsstudie statt.

Fast 400 Teilnehmer werden erwartet, so Obinna van Capelleveen von Femern A/S. Die rund dreistündige Sitzung beginnt um 17 Uhr, auch etliche Fehmaraner sind dabei. Neben Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt (parteilos) und Belt-Regionalmanagerin Mona-Babette Walkenhorst fahren Mitglieder des Aktionsbündnisses nach Lolland. „Für sie hat die Reederei Scandlines eine kostenlose Überfahrt zugesichert“, betont Sprecher Hendrick Kerlen.

Das Ganze sorgt seit Wochen für Diskussionen. Denn eigentlich war diese Anhörung lediglich für die dänische Seite geplant — deshalb war zunächst auch keine Simultan-Übersetzung ins Deutsche vorgesehen. „Ich fahre trotzdem dorthin, auch wenn ich kein Dänisch verstehe“, konterte Schmiedt daraufhin vor Wochen trotzig.

Die Empörung zahlreicher Fehmaraner konnte van Capelleveen aber nicht ganz nachvollziehen. Denn schließlich biete die deutsche Seite auch keine Simultan-Übersetzung ins Dänische an, wenn dort eine Belttunnel-Veranstaltung für ein deutsches Publikum stattfinde. Inzwischen hat Femern A/S aber auf die heftige Kritik reagiert und für heute doch eine Simultan-Übersetzung arrangiert.

Scharf fiel zudem ein zweiter Kritikpunkt aus. Hendrick Kerlen und Nikola Vagt vom Aktionsbündnis sprechen vom „Verstoß Dänemarks gegen internationales Recht beim Genehmigungsverfahren“. Ziel sei es, unter Beteiligung auch der deutschen Öffentlichkeit herauszufinden, welche ökologischen Schäden das geplante Projekt verursachen werde und wer davon betroffen sei.

Sie bemängeln, dass die Gutachten zur „Grenzübergreifenden Umweltverträglichkeitsprüfung“ mehrere Tausend Seiten in dänischer und englischer Sprache umfassen, aber nur eine 62 Seiten kurze deutsche Zusammenfassung vorliege. Vagt: „Das ist eine Sprachbarriere, die viele deutsche Betroffene nachhaltig davon abschrecken wird, am Verfahren teilzunehmen.“

„Die Verfahrensmanager von Femern A/S sehen kein Recht auf eine deutsche Version“, bedauerte auch Walkenhorst. Das Fazit ihrer Lektüre lautet: „Fehmarn ist nicht relevant oder nur gering von den Auswirkungen des Belttunnels betroffen.“ Vor allem die Vorwürfe vom Aktionsbündnis weist van Capelleveen zurück. Die dänische Seite informiere mit der Studie die Ostseeanrainerstaaten. Geplant sei zudem eine Info-Veranstaltung auf deutscher Seite. Und: Die eigene deutsche Umweltverträglichkeitsstudie stehe ohnehin noch aus.

Gerd-J. Schwennsen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Manfred Breiter ist Richter auf Zeit. Ein verantwortungsvolles Ehrenamt, das auch beklemmende Momente im Gerichtssaal mit sich bringt. In der Gemeinde Lensahn werden derzeit dringend Schöffen gesucht.

28.08.2013

Weil ein Tennisverein in Malente die Plätze und das Clubhaus nur vom Land gekauft und nicht an anderer Stelle neu gebaut hat, soll es vom Kreis keinen Zuschuss geben.

28.08.2013

Forscher Erwin Patzelt beklagt schlechten Zustand des Naturschutzgebietes Weissenhäuser Brök. Untere Naturschutzbehörde hält dagegen: Boden spricht positiv auf Beweidung an.

28.08.2013
Anzeige