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Ostholstein Künstler, Sammler, Mystiker: Fritz Vahle und die Fehmaraner
Lokales Ostholstein Künstler, Sammler, Mystiker: Fritz Vahle und die Fehmaraner
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20:24 25.06.2013
Von Gerd-J. Schwennsen
Professor Fritz Vahle (hier um 1981): Rund 20 Jahre lang lebte und arbeitete er — gemeinsam mit Ehefrau Inge — auf Fehmarn. Er erwanderte die Felder und Küsten, später verarbeitete er die Fundstücke zu Kunst.

Er war Künstler, Sammler und Mystiker. Professor Fritz Vahle (1913-1991) hat aber nicht nur mit seinen eigenen, ganz eigenwilligen Arbeiten bis heute in der Kunstszene starke Spuren hinterlassen. Er war daneben auch ein einflussreicher Anreger. In den rund 20 Jahren, in denen er und seine 1989 verstorbene Ehefrau Inge immer wieder auf Fehmarn lebten und arbeiteten, beeinflusste der Darmstädter viele andere begabte Menschen.

Die Namen sind bis heute — nicht nur auf Fehmarn — geläufig: Klaus Boenninghausen, Friederike Kimmerle, Bernd Rose, Heide Rose-Segebrecht. „Vahle war der Nestor dieser Künstlergruppe, die sich oft in Albertsdorf getroffen hat“, erinnert sich der emeritierte Philsophie-Professor Heinz Kimmerle.

Er selbst forschte zuletzt lange Jahre in Afrika, ist jetzt nach Zoetermeer (Niederlande) zurückkehrt. Zur Erinnerung an Vahle, der in diesem Jahr 100 geworden wäre, sind er und Tochter Friederike, die heute in San Isidro auf La Palma lebt, für ein Wochenende nach Fehmarn zurückgekehrt. Nachlassverwalterin und Galeristin Dr. Christiane Klein, die in Darmstadt das Kulturinstitut „Atelierhaus Vahle“ betreut, begleitet die beiden.

Denn in der St-Petri-Kirche zu Landkirchen ist bis zum 28. Juli eine kleine Auswahl mit Arbeiten von Fritz Vahle und Friederike Kimmerle zu sehen. „Es ist genau der richtige Ort für einen Künstler, der ein Stück fehmarnsche Geschichte geschrieben hat“, betont Pastor Bertolt Kark-Carlson. Nicht zufällig sind die Stellwände direkt unter den bunten Kirchen-Kunstglasfenstern von Boenninghausen aus den 70er-Jahren aufgestellt.

Vahle war ein sehr vielseitiger Mensch. Das spiegelt sich in seinem Kunstschaffen wider. Von der „Fastenkate“ in Westermarkelsdorf aus, die nach seinem Tod in Familienbesitz geblieben ist, erwanderte er die Felder und die Küsten Fehmarns. Er sammelte unzählige Artefakte aus der Jungsteinzeit, aber auch das, was das Meer an Reichtum hergab. Steine, Fischnetz-Reste, Korken und andere See-Fundstücke verarbeitete Vahle immer wieder. Eine Auswahl seiner Materialbilder und Collagen sind jetzt in Landkirchen erneut ausgestellt. Und damit noch einmal auf „seine“ Insel zurückgekehrt.

„Kunst gehört zum Alltag“, betont Klein in ihrer kleinen Einführung in das Werk Vahles wie Kimmerles. Vahle sei ein genauer Beobachter der Natur gewesen, ständig bereit, aus der Natur zu lernen.

Klein: „Das lässt die Arbeiten Vahles bescheiden bleiben, sie sind nicht auf schnelle Effekte aus.“ Auch bei Kimmerle erkennt sie bis heute Inspirationen durch Vahle. Andere Arbeiten seien vom Lyriker Paul Celan beeinflusst.

Die Erinnerung an Vahle lässt Raum, auch den Humoristen zu entdecken. „Das Wasser kam den Fischen zuvor“, schrieb der Poet Vahle in einem längst vergriffenen Büchlein. Am Nachmittag treffen sich viele Besucher noch einmal und umwandern von der Fastenkate aus den Fastensee. Ganz auf den Spuren von Fritz Vahle.

Die Ausstellung
Bis Sonntag, 28. Juli, ist die Ausstellung in der St. Petri-Kirche zu Landkirchen zu sehen. Sie zeigt Materailbilder und Collagen von Fritz Vahle (1913-1991) sowie als Hommage für den Künstler Mischtechniken auf Leinwand von Friederike Kimmerle (geboren 1960).


Geöffnet ist die Ausstellung: montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr, sonnabends von 10 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr. Die Galerie Klein (Darmstadt) hat einen Info-Tisch mit Katalogen aufbereitet.

Gerd-J. Schwennsen

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