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Ostholstein Künstlerisches Zwiegespräch im Schloss
Lokales Ostholstein Künstlerisches Zwiegespräch im Schloss
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21:19 02.09.2013
„Dialog der Künste“ heißt die Ausstellung im Eutiner Schloss, und das bedingt natürlich auch einen Dialog der Künstler, deren Werke dort zu sehen sind: Lenz Fehm (links) und Achim Tsutsui. Quelle: Fotos: Astrid Jabs

Dieser Dialog ist ein Spannungsfeld von Wahrnehmung, Illusion und den damit verbundenen Fragen, die sich dem Betrachtenden unmittelbar und im Nachklang stellen. Mit ihren Arbeiten schaffen Lenz Fehm und Achim Tsutsui im unteren Geschoss des Eutiner Schlosses nicht nur räumlich die Pole, zwischen denen die Besucher sich immer wieder neu positionieren. „Ich dachte: Was ist hier? Was muss ich additiv einbringen als Betrachter?“ Mit diesen Worten beschrieb Dr. Juliane Moser ihre erste Begegnung mit den Kunstwerken auf der Vernissage zum „Dialog der Künste“ im Rittersaal. Die einführenden Worte waren in ein Gespräch zwischen den Künstlern und der Vorsitzenden der Stiftung Schloss Eutin eingebettet.

Die Idee hinter seinen Bildern, Objekten und Plastiken sei die Isolierung wahrnehmungspsychologischer Phänomene, erläuterte Lenz Fehm, der sich so auf eine neue Weise mit dem auseinandersetzt, was sein Berufsleben als Arzt und Wissenschaftler im Bereich der Neurobiologie geprägt hat. Wie viel Spaß der Künstler selbst daran hat, zum Beispiel die Situation zwischen belichteter und beschatteter Seite zum Gegenstand seiner Arbeit zu machen, offenbarte sich in der anschließenden Begegnung mit dem Lübecker in der alten Schlossküche, wo seine Werke unter dem Titel „Lichte Schatten“ zu sehen sind. Schattenfarben, die entstehen, wenn farblich gestaltete Flächen und Körper einen eigentlich weißen Untergrund je nach Lichteinfall in zarte Pastelltöne oder kräftige Farbigkeit tauchen, sind eine seiner Entdeckungen, die er immer wieder neu einsetzt.

Nur wenige Schritte entfernt finden die Besucher eine andere Lebendigkeit. „Mir geht es darum, viel wegzulassen“, hatte Achim Tsutsui eingangs die Frage, warum er ausschließlich in Schwarzweiß

fotografiere, beantwortet. Poetisch sind nicht nur die in der Fotografie festgehaltenen Momente, sondern auch die Gedichte auf den Arbeiten, die der Künstler Wang Ning in chinesischen Schriftzeichen kalligraphisch dazu stellt. „Wir brauchen keine Farbe. Wir brauchen auch keinen Klang. Wir brauchen nur das einfache Weiß und seinen Frieden“, lauten die Worte auf der „Kallographie“ mit dem Titel „Mitgefühl“. „Kallographie“ — so nennt Achim Tsutsui die gemeinsame Ausdrucksform von Fotografie, Kalligraphie und Gedicht. Die Bilder verströmen Ruhe und Entrücktheit und sind gleichzeitig auf den Punkt gebrachte Wirklichkeit. „Ewigkeit im Augenblick“ hat Achim Tsutsui seine Beiträge dann auch überschrieben.

Wie das zu den lebhaften Arbeiten Lenz Fehms passt, ist die Frage, die den Reiz der Ausstellung ausmacht. Im Schloss ist Platz für beides und mit der Entscheidung für diese Ausstellung hat Juliane Moser auch einen Dialog zwischen, wie sie es formulierte, „altem Schloss und zeitgenössischer Wahrnehmung“ angeregt.

Die Ausstellung „Dialog der Künste“ ist bis 31. Oktober täglich außer montags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

„Wir brauchen nur das ein- fache Weiß und seinen Frieden.“
Achim Tsutsui, Fotograf und Künstler

Astrid Jabs

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