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Ostholstein Beschlossen: Küstengymnasium wird saniert
Lokales Ostholstein Beschlossen: Küstengymnasium wird saniert
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16:12 09.11.2018
Das Küstengymnasium der Stadt Neustadt soll umfangreich saniert werden. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Neustadt

Endlich. Dies dürfte so manch ein Besucher der Neustädter Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend gedacht haben. Nach jahrelangen Diskussionen über die Zukunft des maroden Küstengymnasiums steht fest, dass die Schule saniert wird. Mit 23 zu 14 Stimmen sprachen sich die Politiker für das 26,5 Millionen Euro teure Vorhaben aus. Ein Neubau, ob am bisherigen Standort oder am Lübschen Mühlenberg, ist endgültig vom Tisch. Bauamtsleiterin Antje Weise geht davon aus, dass die Arbeiten frühestens im Sommer 2020 beginnen. Die Verwaltung rechnet mit einer Bauzeit von sechs Jahren. Hinzu kommen etwa zwei Jahre für die Planung. Fördergelder sollen beantragt werden.

CDU und SPD uneinig, Schulleiter zufrieden

Leicht gemacht haben dürfte sich die Entscheidung niemand. Viele Stadtverordnete zeigten sich auch noch kurz vor der Abstimmung hin- und hergerissen. Lediglich SPD, FDP (pro Sanierung) und BGN (contra Sanierung) votierten geschlossen. CDU und SPD zeigten sich uneinig. All dies änderte nichts an dem Jubel im Zuschauerbereich. Zahlreiche Lehrer, Eltern und Schüler waren anwesend. Schulleiter Karsten Kilian sagte den LN im Anschluss: „Wir sind mehr als zufrieden. Die Stadtverordneten haben eine sehr verantwortungsvolle Entscheidung getroffen. Gemeinsam werden wir den nun beginnenden Weg konstruktiv, optimistisch und erfolgreich gehen.“

Zwei Millionenprojekte für Neustadt

Warnung vor Steuererhöhungen

Deutliche Worte fand auch Sebastian Schmidt, Fraktionsvorsitzender der CDU. Zunächst sprach er von einem historischen Tag, an dem es darum gehe, das Gymnasium zukunftsfähig zu machen. „Es ist nicht vermittelbar, wenn wir heute keine Entscheidung treffen. Das ist überfällig“, betonte er. Zugleich verwies er auf die steigende Verschuldung der Stadt. „Zins- und Tilgungslast werden beachtlich sein. Schmidt erwartet weniger Handlungsspielräume für andere Vorhaben. „Wer eine seriöse Finanzpolitik betreibt, der kann Steuererhöhungen nicht ausschließen“, betonte er. Auch seien Kürzungen im sozialen Bereich in den kommenden Jahren vorstellbar. Es sei nicht sichergestellt, dass die Sanierung tatsächlicher günstiger werde und die Arbeiten in dem vorgesehenen Zeitraum fertig würden.

Zweifel an der nun beschlossenen Variante äußerte auch Karl-Heinz Schumacher, Fraktionsvorsitzender der BGN. „Wir als BGN können eine Sanierung nicht mittragen.“ Er befürchtet, dass die Qualität der Schulabschlüsse unter den Bauarbeiten leide könne. Zudem sei die Verkehrssituation am Butzhorn untragbar. An einem neuen Standort hätte man dies ändern können.

Niedrigere Kosten ausschlaggebend

Margit Giszas, Fraktionsvorsitzende der SPD, reagierte auf die negativen Erwartungen Schmidts mit folgenden Worten: „Wir können hier nicht absehen, welche Fördertöpfe wir bekommen. Deshalb sollten wir nicht schon jetzt über soziale Kürzungen sprechen.“ Zudem sei die Substanz des Gebäudes einigermaßen gut und man wolle jetzt sofort mit der Sanierung anfangen.

Uneinig waren sich die Grünen. Der Fraktionsvorsitzende Dr. Michael Böckenhauer verdeutlichte, dass ein Neubau aus energetischer Sicht zwar besser sei, jedoch auch finanzierbar sein müsse. Deshalb stimme er – mit Bauchschmerzen – für die Sanierung. Ähnlich äußerte sich Jan Gerthenrich von der FDP. „Die Fakten sagen zur Zeit einen Unterschied von 5,5 Millionen Euro voraus. Deshalb werden wir für die Sanierung stimmen.“

Deshalb dauert die Planung so lange

Bis zum Baustart dürfte noch viel Zeit vergehen. Bauamtsleiterin Antje Weise erläuterte, dass nun in einem europaweiten Vergabeverfahren (ein Architektenwettbewerb) die Planungsbüros ausgewählt werden müssten. „Um die Kostenberechnung für den bis zum 30. September 2019 einzureichenden Förderantrag für den ersten Bauabschnitt erstellen zu können, müssen dann zunächst für das gesamte Gebäude das Raumprogramm und die Funktionsverteilung gemeinsam mit der Schule geplant und die Ergänzungsneubauten konzipiert werden“, sagte Weise. Auch müssten Brandschutz-, Barrierefreiheits- und ein energetisches Konzept für das Gesamtbauwerk erstellt werden. „Erst dann kann für den ersten Bauabschnitt der konkrete Bauantrag, die Ausführungsplanung und die Ausschreibung durchgeführt werden“, erklärte Weise. Es werde versucht, den Baubeginn zu Beginn der Sommerferien 2020 zu ermöglichen. Jedoch gebe es externe Faktoren wie freie Kapazitäten von Planungsbüros, Brandschutzprüfern, Prüfstatikern und Baufirmen.

Neues Verwaltungszentrum für Neustadt

Neubau in der Rosenstraße: Die Neustädter Stadtverordneten haben sich Donnerstagabend mit 29:8-Stimmen für den Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes in der Rosenstraße ausgesprochen. Das Vorhaben soll etwa 6,8 Millionen Euro (Eigenanteil der Stadt etwa 2,7 Millionen Euro) kosten. In den vergangenen Monaten war vor allem darüber diskutiert worden, ob das Gebäude in Form eines modernen Verwaltungszentrums nicht auf dem Sandparkplatz am Klosterhof errichtet werden kann. Nachdem sich zuletzt abgezeichnet hatte, dass es nach einem Abriss des ehemaligen Amtes für gesellschaftliche Angelegenheiten ausreichend Platz an dem bisherigen Standort geben wird, wurden die Pläne von der Verwaltung verworfen.

Dennoch mahnten einige Stadtverordnete wie Margit Giszas (Fraktionsvorsitzende der SPD), dass es in dem Neubau keinen Platz für weitere neue Mitarbeiter gebe. Einziehen sollen die Mitarbeiter des Amts für gesellschaftliche Angelegenheiten, aus dem Bauamt sowie des Stadtwerke-Kundencenters. Auch ist die Unterbringung einer Tourist-Info vorgesehen.

Sebastian Rosenkötter

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