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Ostholstein Küstenwache mustert alte Schiffe aus
Lokales Ostholstein Küstenwache mustert alte Schiffe aus
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21:14 28.06.2017
Bei einem Festakt im Hafen am Neustädter Wieksberg wurden die Schiffe „Bad Düben“ und „Neustrelitz“ gestern offiziell außer Dienst gestellt. Quelle: Fotos: Lutz Roeßler

Die Einsatzschiffe „Bad Düben“ und „Neustrelitz“ haben ausgedient. Sie sind technisch veraltet und sollen wie berichtet durch Neubauten ersetzt werden. Gestern folgte der letzte offizielle Akt für die beiden Schiffe im Neustädter Hafen. Bundespolizisten holten die Dienstflaggen am Heck ein. An Land wurde die Nationalhymne gesungen. Nach mehr als zwei Jahrzehnten im Dienst der Bundespolizei und zusammengerechnet etwa 22 Erdumrundungen stehen die 48,90 Meter langen Schiffe vor der Verschrottung. Wer sie kauft, muss sie vernichten. So fordert es das Kriegswaffenkontrollgesetz. „Der Rumpf ist als Kriegsschiff deklariert“, erläuterte Marco Antler, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter der Neustädter Inspektion, den Grund.

Die „Bad Düben“ und die „Neustrelitz“ waren mehr als 20 Jahre bei der Bundespolizei im Einsatz – Beide dienten als Kulisse für ZDF-Serie – Jetzt werden sie verschrottet.

Bewegte Bilder

Ein Video von der Außerdienststellung der beiden Bundespolizeischiffe „Bad Düben“ und „Neustrelitz“ gibt es auf unserer Internetseite www.LN-online.de/Videos.

Die „Neustrelitz“ wurde im Juni 1993 in den Dienst gestellt. Knapp drei Jahre später folgte die „Bad Düben“. Einer, der beide Schiffe bis zur letzten Schraube kennt, ist Hans-Peter Reubold. Der Polizeihauptkommissar aus Schönwalde hatte die Gesamtmaterialverantwortung auf der „Neustrelitz“. Er war es, der das Schiff letztmalig an die Pier fuhr. „Es war ein komisches Gefühl, sehr wehmütig“, erzählte er. Schließlich habe er Jahre seines Lebens an Bord, seinem zweiten Zuhause, verbracht. „Das war unser Wohnraum. Beide Schiffe waren sehr seefest. Ich habe immer gesagt, dass sie mehr können als die Besatzung.“

Doch die Kontrollfahrten mit diesen Schiffen sind nun ebenso vorbei wie die Dreharbeiten für die TV-Serie „Küstenwache“. Sie wurde bereits 2014 eingestellt. Die Anschaffung von drei neuen, 85 Meter langen Schiffen ist durch den Bundestag abgesegnet worden (die LN berichteten). Der Bau des ersten Einsatzschiffes hat bereits begonnen. Am 14. August soll die Kiellegung in der Fassmer-Werft in Berne bei Bremen gefeiert werden. Die Auslieferung ist für Ende 2018 geplant. Die anderen sollen folgen. Bodo Kaping, Präsident der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt, kündigte an, dass die Schiffe dann über Hubschrauberlandeplätze verfügen und mit technischen Finessen ausgestattet werden sollen. „Wir werden die Zeit bis zur Indienststellung für Aus- und Fortbildung nutzen“, so Kaping. Parallel finde ein Generationswechsel bei der Besatzung statt.

Welche Schiffe in Zukunft in Neustadt liegen werden, ist noch nicht entschieden. Jedoch habe Neustadt eine wichtige Funktion als Heimathafen und „bleibt die Hauptbasis der Bundespolizei See. Wir haben noch einiges vor“, sagte Bodo Kaping.

Aktuell ist die Bundespolizei See mit vier Schiffen unterwegs. Im März 2018 soll die „Bredstedt“ ausgemustert werden. Spätestens dann wird die Kooperation mit dem Zoll und der Wasserschutzpolizei Mecklenburg-Vorpommern noch intensiver. „Wir werden stärker kooperieren und gemischt zur See fahren“, betonte Bodo Kaping.

Hans-Peter Reubold hingegen fiebert der Indienststellung der Neubauten entgegen. „Ich habe noch drei Jahre Dienstzeit und würde gerne mal mit einem fahren.“ Und vielleicht trägt sein Schiff dann sogar den Namen „Neustadt“. Bürgermeisterin Dr. Tordis Batscheider (SPD) hat Innenminister Thomas de Maizière (CDU) jedenfalls schon mal in einem Schreiben darum gebeten.

Sebastian Rosenkötter

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