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Ostholstein "Küstenwache" und "Kripo Holstein" abgesetzt: Jetzt geht auch das TV-Studio
Lokales Ostholstein "Küstenwache" und "Kripo Holstein" abgesetzt: Jetzt geht auch das TV-Studio
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22:37 07.07.2015
DIe Serien "Kripo Holstein" (links) und "Küstenwache" wurden abgesetzt. Quelle: dpa / Rosenkötter
Neustadt

Die schlechten Nachrichten für Fans von in Ostholstein produzierten Serien reißen nicht ab. Im Juni 2014 verkündete das ZDF das Ende der „Küstenwache“. Im März dieses Jahres folgte nach dem Dreh von nur zwei Staffeln die Einstellung der „Kripo Holstein — Mord und Meer“. Und gestern erfuhren die LN, dass die Opal-Filmproduktion GmbH den Neustädter Standort aufgeben wird. Die Telefonanlage ist bereits abgestellt.

Das Berliner Unternehmen hatte beide Serien produziert. „Die Produktionen ,Küstenwache‘ und ,Kripo Holstein‘ werden seitens des ZDF nicht fortgesetzt. Daher löst die Opal Filmproduktion GmbH den Standort Neustadt auf“, teilt Mario Ziemkendorf von Opal mit. Nach dem Aus gibt es für die Mitarbeiter nicht mehr viel zu tun. Laut LN-Informationen mussten sich etliche Angestellte neue Jobs suchen.

Für viele ist dies mit einem Umzug verbunden. Schließlich wurde die „Küstenwache“ seit 1997 gedreht und die Region wurde für viele zur neuen Heimat.

Für Menschen wie Jürgen Plötzner ist die Entwicklung grausam. Der 48-Jährige betreibt seit zehn Jahren die Internetseite www.kuestenwache.net. Dort finden Fans der Serie Infos über einzelne Drehs, die Hauptdarsteller und sie bekommen einen Blick hinter die Kulissen. „Täglich nutzen etwa 100 Personen die Seite“ sagt Plötzner. Der Neustädter weiß um die Bedeutung der „Küstenwache“ für die Region. Er erzählt von stets guten Einschaltquoten, von Fans aus ganz Deutschland und den Niederlanden. „Ich bekomme sehr viele Zuschriften von Menschen, die nicht nachvollziehen können, warum so eine Sendung eingestellt wird“, sagt er.

Mit Hilfe einer seit mehr als einem Jahr laufenden Unterschriftenaktion möchte er ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler überzeugen, das Aus der Serie zu überdenken. Die Resonanz fällt bislang jedoch eher bescheiden aus. 960 Einträge werden mit Stand vom 7. Juli aufgelistet. „Wir wollen unseren Unmut zum Ausdruck bringen. Wir sind GEZ zahlende Zuschauer und im Grunde der Arbeitgeber der öffentlich-rechtlichen Sender“, betont er. Dass die Erfolgaussichten gering sein dürften, ist Jürgen Plötzner bewusst. Aufgeben kommt dennoch nicht in Frage. „Es war nie eine reine Studioproduktion.

Es gab tolle Szenen auf dem Wasser und viele spannende Drehs. Ostholstein ist wunderschön und war viel zu sehen“, begründet er sein Engagement.

Fast 20 Jahre gehörte das Studio auf dem Gelände der Ancora Marina zum Stadtbild. Deren Geschäftsführer Oliver Seiter bestätigt den LN, dass die Opal Neustadt verlässt. Die Immobilie am Holm könne ab Januar 2016 gemietet werden. „Das ist ein Verlust und sehr bedauerlich“, sagt Seiter. Dennoch sei dies aufgrund der Einstellung der beiden Serien absehbar und nicht überraschend gewesen. Damit scheint die Neustädter Region als Standort von Serien-Produktionen vorerst Geschichte zu sein.

Gute Quoten

3,5 bis 4,1 Millionen Zuschauer schalten laut ZDF ein, wenn die „Küstenwache“ gesendet wird.
1996 begannen die Dreharbeiten für die erste Staffel. Der Pilotfilm lief am 19. April 1997.

17 Staffeln wurden gedreht. Gesendet werden soll die letzte Folge bis Anfang 2016.
Gedreht wurde oftmals an Bord der echten Küstenwache, zuletzt mit der „Neustrelitz“ und der „Bad Düben“. In der Serie hieß das Schiff „Albatros II“.

Sebastian Rosenkötter

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