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Kulows Dreikampf der besonderen Art

Lensahn Kulows Dreikampf der besonderen Art

Ein Lensahner Extremsportler schwimmt durch den Sund, taucht durch den Belt und wandert über den Baikalsee. Und das Programm, das er sich für die kommenden neun Monate vorgenommen hat, ist angesichts seines Rentenalters von 67 Jahren eine extreme Herausforderung.

Die Verletzlichkeit des Menschen wird auf dieser faszinierenden Aufnahme vom Baikalsee deutlich. Wolfgang Kulow wirkt mit seinem Fahrrad winzig und verloren.

Quelle: hfr

Lensahn. Die Abenteuerlust treibt ihn an, sich immer neue Ziele zu setzen. Im Laufe der Jahre ist es beinahe Normalität geworden, dass Wolfgang Kulow ein Extrem-Event nach dem anderen professionell durchzieht. Dabei ist der Lensahner mittlerweile 67 Lenze jung – aber offensichtlich kein bisschen müde geworden.

LN-Bild

Lensahner Extremsportler schwimmt durch den Sund, taucht durch den Belt und wandert über den Baikalsee.

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Das Programm, das er sich für die kommenden neun Monate vorgenommen hat, ist angesichts seines Rentenalters eine kaum beschreibbare und erklärbare Herausforderung. Zu den Hafenfesttagen in Heiligenhafen möchte er mit seiner neuen Autobiografie im wasserdichten Schlepptau (siehe Beistück) von Fehmarn aus schwimmen. Für ihn ist dies eine Art Trainingseinheit – über zwölf Kilometer auf der Ostsee.

Eine Nummer gewagter und aufwendiger ist das für August vorgesehene Projekt. „Ich möchte quasi vorempfinden, wie die Tunnelquerung im Belt sein wird.“ Der 18-Kilometer-Tauchgang wird, so schätzt er, sechs bis sieben Stunden andauern. Nicht nur eine körperliche, sondern vor allem auch logistische Höchstleistung, zumal auch stark wetterabhängig. Er plant, drei Begleitboote dabeizuhaben. „Auf einem wird ein Peilsender mitgezogen. Den Empfänger trage ich bei mir. So kann ich dem Schlauchboot folgen und erkenne auch Gefahren wie Schiffsverkehr.“ Kulow bewegt sich auf fünf bis sechs Metern Tiefe, die großen Pötte im Belt haben aber einen Tiefgang von zehn Metern und mehr. Kulow: „Denen muss ich ausweichen, da kann ich nicht einfach drunter durch.“ Die Logistik ist aufwendig, das Wetter das Zünglein an der Waage, deshalb sagt Kulow auch: „Ich plane dieses Abenteuer, muss aber spontan entscheiden, ob alle Voraussetzungen gegeben sind.“ Sicherheit geht vor.

Im Februar steht dann das größte und auch riskanteste Projekt an: Baikalsee, der dritte Streich. „Dieses Mal versuche ich von Süden nach Norden 700 Kilometer zu marschieren.“ Mit einer Pulka, einem Schlitten, den er mit 40 Kilogramm Proviant und Ausrüstung hinter sich herziehen wird. Kulow on the rocks. Der Eismann aus Lensahn weiß dabei aus Erfahrung um die Gefahren. „Das größte Problem ist, dass es durch die dauerhafte Kälte keine komfortablen Stunden geben wird.“ Ein Extremsportler geht ans absolute Limit. Kulow erinnert sich beim Thema Kälte gern an das Yukon Ultra Arctic Race, den härtesten Marathon der Welt. „Dort habe ich es mit jüngeren Topathleten aufgenommen und bin dennoch Zweiter geworden.“ Die Taktik und Herangehensweise sind Stärken Kulows, der bekannt dafür ist, äußerst professionell alle Abwegbarkeiten zu bedenken. Kulow lässt sich nicht schocken, weiß, worauf es ankommt. „Die Fitness oder das Alter sind nicht ausschlaggebend.“ Wichtig sei die mentale Stärke. „Man muss an sich glauben und darf bei Rückschlägen nicht resignieren.“ Kopfkino in der Einsamkeit Sibiriens.

Sund, Belt und Baikalsee, Kulows Dreikampf der Superlative. Tja, und dann wäre da ja noch das große Jubiläum, 25. Jahre Triple-Ultra-Marathon in Lensahn vom 29. bis 31. Juli. „Mit dieser Veranstaltung haben wir Maßstäbe gesetzt“, erklärt Kulow. Der 67-Jährige ist der Hauptorganisator – und auch hier immer noch hoch motiviert bei der Sache.

Auf die Frage, wann er denn die Beine endgültig hochlegen und den Leistungssport anderen überlassen werde, antwortet Kulow. „Noch fühle ich mich wie immer. Aber ich horche schon in meinen Körper hinein.“

Autobiografie

„Das Unvorstellbare wagen“ lautet der Titel der Autobiografie von Wolfgang Kulow. In dieser werden alle Abenteuer des 67-Jährigen erzählt, wie auch die Anfänge als Marinetaucher. Das 200-Seiten-Werk ist mit eindrucksvollen Bildern illustriert und liest sich spannend bis zur letzten Seite. Zu den Hafenfesttagen in Heiligenhafen wird Kulow mit Büchern durch den Sund tauchen und sie in der Warderstadt anbieten.

 Peter Mantik

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