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Ostholstein Kulturpreis für Figurentheater und Folklore-Festival
Lokales Ostholstein Kulturpreis für Figurentheater und Folklore-Festival
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20:24 01.11.2013
Als Puppenspielerin überließ Dörte Lowitz während ihrer Dankesrede auch Plüschhund „Fritz“ das Wort. Quelle: Fotos: Astrid Jabs
Eutin

Ein faszinierend ausdrucksstarker junger Pianist, Dankesworte von einem Plüschhund und ein Stück Ostholsteiner Identität, verpackt in eine teilweise auf Platt gehaltene Dankesrede: Die „kulturelle Vielfalt“ des Kreises, die Landrat Reinhard Sager (CDU) in seiner Eröffnungsrede zur Verleihung des Kulturpreises gepriesen hatte, füllte auch die Veranstaltung selbst am Donnerstagabend im Eutiner Rittersaal mit Leben.

Dabei galt der erste Applaus nicht den Preisträgern, sondern dem zwölfjährigen Alexander Tock, der als Schüler der Kreismusikschule die Veranstaltung am Flügel musikalisch begleitete. Von den Wettbewerben, die der Nachwuchsmusiker bereits gewonnen hat, fand Kreispräsident Ulrich Rüder (CDU) ohne Umwege zu den Kulturpreisträgern des Kreises. Zum zwölften Mal wurde der Preis vergeben, und weil es auch in diesem Jahr zwei Auszeichnungen gibt, sind das Figurentheater Wolkenschieber aus Griebel und das Kuratorium des Europäischen Folklore-Festivals in Neustadt Nummer 23 und 24 auf der Liste der Preisträger.

„Wir sind sehr froh, dass wir uns da einreihen dürfen“, sagte Dörte Lowitz nach der Preisübergabe. Sie nahm Urkunde, Blumen und den Scheck über 1250 Euro stellvertretend für ihren Mann Marc Lowitz entgegen. Der ist mit der Griebeler Puppenbühne in Ostfriesland auf Tournee und konnte daher nicht persönlich anwesend sein. Seine Frau kam aber nicht ohne Begleitung: Fritz, eine lebensgroße Hundehandpuppe, stand ihr zur Seite und machte das Rednerpult für die Danksagung zu seiner Bühne. So erfuhren die Gäste, dass „Herrchen“ Marc Lowitz, der für seine Stücke bastele, baue, schreibe und auch die Theatermusik selbst mache, die Nachricht, für den Preis ausgewählt worden zu sein, tief gerührt habe: „Der hatte Pipi in den Augen, als der Anruf kam“, verriet Hund Fritz.

Auch Heinrich Evers war sichtlich bewegt nach einer Laudatio, in der Reinhard Sager das seit 1961 stattfindende Europäische Folklore-Festival in Neustadt als wichtigen Beitrag zu Frieden und Völkerverständigung und als „Mutter zahlreicher europäischer Trachtenwochen“ gewürdigt hatte. Das Festival sei ein wichtiges Element beim Bauen interkultureller Brücken. „Wi mokt so wider“, versprach Evers als Vorsitzender des Kuratoriums des Festivals, das zunächst unter dem Namen „Trachtenwoche“ zur festen Einrichtung im kulturellen Leben wurde — weit über die Kreisgrenzen hinaus.

Was es bedeutet, aus den 32 Vorschlägen als Träger des Kulturpreises ausgesucht zu werden, beschrieb Dörte Lowitz am Rande der Veranstaltung: „Schleswig-Holstein ist eine Ödnis, was derartige Preise angeht. Aber es gibt diesen — und den haben wir jetzt.“

2500 Euro Preisgeld
Der Kulturpreis des Kreises Ostholstein wird seit 1991 im Zweijahresrhythmus an aktive Kulturschaffende und Menschen verliehen, die durch ihr Engagement kulturelles Leben ermöglichen und fördern. Aus Vorschlägen, die jederzeit von Bürgerinnen und Bürgern des Kreises eingereicht werden können, wählt das Kuratorium der Stiftung zur Förderung der Kultur und Erwachsenenbildung im Kreis Ostholstein dann die Preisträger. Der Preis ist mit 2500 Euro dotiert, die auf die jeweiligen Geehrten verteilt werden.

Astrid Jabs

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