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Ostholstein Kunst im Gotteshaus: Werke bis zum letzten Moment geheim
Lokales Ostholstein Kunst im Gotteshaus: Werke bis zum letzten Moment geheim
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21:17 17.09.2013
Freuen sich schon auf das Projekt (v.l.): Beate Dillmann-Gräsing, Gerd R. Kirsch, Gisela Stolz (Kirchenvorstand), Margit Stickel, Johannes Schlage und Barbara Ehrentreich. Quelle: Foto: Schwennsen

Zehn Inselkünstler — ein Thema. Im ersten Moment klingt alles sehr abstrakt und sogar ein wenig abgehoben: „Wahrnehmungen“. Doch tatsächlich steigt die Spannung. Für die beteiligten Künstler wie für die Besucher.

Denn die Mitglieder der fehmarnschen Künstlergruppe „Stilbruch“ haben sich auf eine große Herausforderung eingelassen. Sie besuchten die 775 Jahre alte Burger St.-Nikolai-Kirche und verarbeiteten hinterher ihre Empfindungen, Beobachtungen oder Wahrnehmungen daheim im eigenen Atelier. Noch kennen sie nicht einmal selbst die Arbeiten ihrer Mitstreiter.

Ob Aquarelle, Collagen, digitale Bilder oder Webbilder aus Wolle: Vom 3. bis 27. Oktober präsentieren sie ihre Kunst öffentlich in der Kirche. Auch das ist eine große Herausforderung — für die Künstler wie für das Publikum. Doch die Zuversicht ist groß, dass das Projekt ankommt.

Denn es hat schon einmal geklappt: Im Herbst 2009 eroberte die moderne Kunst das betagte Gotteshaus. Acht Maler der Gruppe „Norddeutsche Realisten“ zeigten die schönsten Seiten der Insel zum Thema „Gottes wunderbare Schöpfung — Bilder von Fehmarn“. Es war alles andere als ein Langweiler. Die damalige Ausstellung fand außerordentlich viel Aufmerksamkeit.

Und jetzt kommt die Gruppe „Stilbruch“. Ein Heimspiel, aber mit einigen Unbekannten. „Manche Dinge bemerkt man jahrelang nicht“, betont Gerd R. Kirsch — und denkt zum Beispiel an Grabplatten, die so oft unachtsam mit Füßen getreten werden. Er ist genauso wie seine Mitstreiter fündig geworden. „Nicht alles hat direkt nur etwas mit der Kirche zu tun“, unterstreicht Barbara Ehrentreich.

Sie sind zehn Künstler, die sich teilweise seit vielen Jahren genau kennen. 2006 wurde die Gruppe „Stilbruch“gegründet — von Künstler(inne)n, die größtenteils schon lange auf der Insel lebten und arbeiteten, aber jeder nur in einem eigenen Atelier oder in der abgeschiedenen Werkstatt. Sie sind seither zu einer starken Stimme in der Kulturszene Fehmarns geworden und organisieren regelmäßig gemeinsame Kunstveranstaltungen. Aber wie es der Name „Stilbruch“ schon vermuten lässt: Jeder Künstler geht dabei seinen eigenen Weg.

Zurück zur Ausstellung in der Kirche. Noch bleiben die Kunstobjekte ganz im Verborgenen. Selbst untereinander haben die Künstler ihre Arbeiten noch nicht gesehen. Das macht das Projekt auch für sie spannend. Nur Beate Dillmann- Gräsing hat bisher einen kleinen Hauch des Bevorstehenden eingeatmet: Denn sie dreht einen 30-minütigen Videofilm über die zehn Künstler: „Drei Minuten über jeden, aber er ist noch nicht fertig.“

Kunst in der Kirche — unterstützt wird das Projekt vom Kirchenvorstand mit den beiden Pastoren — und natürlich von Kantor Johannes Schlage. Auch er kennt nämlich die Kirche als Ort der Kultur. Denn Kirchenmusik hat in Burg auf Fehmarn seit jeher eine große Bedeutung.

Sie wird übrigens auch die Ausstellung „Wahrnehmungen“ begleiten.

Künstler und Programm

10 Künstler stellen vom 3. bis 27. Oktober in der Burger St.-Nikolai-Kirche aus: Susanne Böse, Beate Dillmann-Gräsing, Barbara Ehrentreich, Gabriele Gentz, Gerd R. Kirsch, Ingeborg Kirsch, Miriam Lange, Margit Stickel, Hanna Tomm und Petra Völker.

Eröffnet wird „Wahrnehmungen“ am Mittwoch, 2. Oktober, um 17 Uhr in der Kirche (mit einer Einführung von Barbara Ehrentreich und Gerd R. Kirsch). Im Anschluss wird der Videofilm gezeigt. Danach ist die Ausstellung täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.


Ein Rahmenprogramm ergänzt die Kunstausstellung — mit Workshops (Materialkosten drei Euro pro Person) und Führungen. Täglich um 16 Uhr wird der Film über die Künstler gezeigt, jeden Donnerstag um 17 Uhr lädt die Kirchengemeinde zu einer 15-minütigen Andacht mit Texten und Musik ein. Am Sonnabend, 5. Oktober, singt Sun Ahrendt um 17 Uhr „Prayers“ verschiedener Komponisten.


Zur Finissage am Sonntag, 27. Oktober, hält Magnus Bücking um 17 Uhr einen Vortrag über „Formenentwicklung im Kirchenbau Europas“.

Gerd-J. Schwennsen

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