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Ostholstein Kunsthistorikerin: „Haus des Gastes ist erhaltenswert“
Lokales Ostholstein Kunsthistorikerin: „Haus des Gastes ist erhaltenswert“
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20:14 16.04.2016
Bürgergemeinschafts-Sprecherin Regine Jepp (rechts) begrüßte zur Jahresversammlung die Kunsthistorikerin Karen David aus Eutin. Sie legte neue Erkenntnisse zum Haus des Gastes vor. Quelle: Fotos: Christina Düvell-Veen

„Das Haus des Gastes stellt in seinem ursprünglichen Zustand mit Möblierung und Wasserbecken ein schutzwürdiges und erhaltenswertes Ensemble dar.“ Zu dieser Erkenntnis kam die Kunsthistorikerin Dr. Karen David aus Eutin nach umfangreichen Recherchen zur Historie des in Eutin umstrittenen Gebäudekomplexes. Ihre Untersuchungen wird sie, unterstützt von der Bürgergemeinschaft Eutin, im Mai in einem Buch auf etwa 70 Seiten mit zahlreichen Abbildungen veröffentlichen.

Karen David legte während der Jahrestagung der Bürgergemeinschaft Eutin architektonische Einordnung vor — Buch mit neuen Erkenntnissen erscheint im Mai.

„Es gibt viel Unübersichtlichkeit in den Ausschüssen.“Regine Jepp, Bürgergemeinschaft Eutin

David sprach gestern während der Jahresversammlung der 151 Mitglieder zählenden Gemeinschaft. Sie erwies sich damit als regelrechter Zuhörermagnet. „So viele Interessierte hatten wir bei einer Jahrestagung noch nie“, freute sich der Vorstand.

Gekommen waren auch Eutiner, die keine Mitglieder sind, die sich aber für den Erhalt des 1968 gebauten Hauses einsetzen. Stadtvertreter Malte Tech (FWE), der gemeinsam mit Eckhard Ahrens und anderen einen Bürgerentscheid zum Erhalt des Hauses durchgesetzt hatte, kündigte an, Bauamtsleiter Bernd Rubelt anzeigen zu wollen, sollte sich herausstellen, dass dieser den Abriss des Brunnens vor dem Haus angeordnet hat. Derzeit wartet Tech noch auf eine Nachricht aus der Kommunalaufsicht, bei der er Beschwerde gegen Eutins Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz (CDU) eingereicht habe. Der aber habe bereits signalisiert, den Brunnen-Abriss nicht veranlasst zu haben.

Brunnen und Haus, so David, stellen eine Einheit dar. „Die Gartenanlage gehört unmittelbar zur Architektur, beide sind durch die Brunnenanlage engstens miteinander verknüpft“, erläuterte die Kunsthistorikerin. Für Eutin sei in den späten 1960er-Jahren „ein wertvolles Gesamtkunstwerk“ erschaffen worden. Am Haus des Gastes ließe sich „eine Öffentlichkeit im Sinne von Bürgernähe und Gastfreundlichkeit durchaus wieder neu verankern“

Einige Zuhörer fragten: „Was können wir zum Erhalt des Hauses tun?“ Zunächst einmal gelte es, den Antrag auf Unterschutzstellung beim Denkmalamt zu erneuern, so Jepp. Zugleich müssten die Eutiner Stadtvertreter mit den Untersuchungen der Kunsthistorikerin vertraut gemacht werden. Nach dem Bürgerentscheid, bei dem 3088 Stimmen abgegeben wurden, von denen 57,8 Prozent auf den Erhalt des Hauses entfielen, gebe es bis 2017 ein Stillhalteabkommen, sagte Ahrens. „Wir wollen während der Landesgartenschau kein zweites Bürgerbegehren beantragen. Das wäre schädlich für Eutin.“

Ein in der Kreisstadt ebenfalls heiß diskutiertes Thema ist die mögliche Versetzung des Ehrenmals auf dem Markt. „Es gibt viel Unübersichtlichkeit in den Ausschüssen“, gab Bürgergemeinschafts-Sprecherin Regine Jepp ihren Eindruck von der kommunalpolitischen Lage wieder. Alle Stadtvertreter seien aufgefordert worden, ihre Fragen bis Ende April zu stellen. Im Juni soll in den Gremien noch einmal darüber abgestimmt werden. „Reden Sie mit Ihren Stadtvertretern. Viele von denen wissen gar nicht, was sie Eutin mit einer Versetzung des Ehrenmals antun würden“, forderte Jepp die Zuhörer auf.

Von Christina Düvell-Veen

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