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Ostholstein Kurze Sommerpause in der Kommunalpolitik
Lokales Ostholstein Kurze Sommerpause in der Kommunalpolitik
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10:52 06.08.2017
Der Neustädter Stadtverordnete und Segler Clemens Reichert (BGN) entspannt auf seiner Yacht. Quelle: Fotos: Zill, Hfr (2)

Nur im Sommer bleibt ein großes Zeitfenster zum Relaxen. Wir haben uns umgehört, wie die „wertvollste“ Jahreszeit verbracht wird. So kommt die Sitzungspause für den passionierten Segler Clemens Reichert gerade recht. Der Neustädter ist seit Jahren in der BGN aktiv, ist Stadtverordneter und arbeitet in Ausschüssen mit. „Man kümmert sich in der Sommerpause sehr wenig um Politik. Aber so richtig abschalten kann man nicht. Ich lese einiges in der Zeitung und stelle fest, was in anderen Orten passiert, wie die vielen Bauvorhaben in Heiligenhafen. Da fahre ich auch mal hin“, so Reichert. Dennoch bleibe ausreichend Zeit für ein morgendliches Bad in der Ostsee, Segeltörns mit seiner „NiC 4“ und Tennis-Matches.

Ehrenamtler genießen Auszeit von Akten-Alltag und Sitzungskalender.

Politisch engagiert ist auch der Grömitzer Gemeindevertreter Karsten Sachau (SPD). Die zusätzliche freie Zeit nutzt er gerne für Radtouren mit seiner Frau. Dennoch gebe es für ihn keine richtige Sommerpause. „Sitzungsmäßig wird es ruhiger, aber parteilich geht es weiter. Hier in Grömitz kommt hinzu, dass der Bauausschuss nahezu das ganze Jahr über tagt.“ Auch deshalb gucke er sich weiterhin Unterlagen an, befasse sich mit Baugrenzen, Nachbarschaftsbebauungen und ähnlichen Themen. Aktuell denkt der Sozialdemokrat besonders über den geplanten Bau eines Hotels oberhalb des Yachthafens nach. „Die Frage ist, ob man die ganze Küste mit Beton zuknallen muss. Diese Dinge beschäftigen mich auch in der sitzungsfreien Zeit.“

In Heiligenhafen müssen die Stadtvertreter zwar zu außerordentlichen Sitzungen ins Rathaus, dennoch bleibt ihnen auch Freizeit, die sie sonst so nicht haben. Rainer Rübenhofer, der für die Grünen auch im Kreistag sitzt, hat sich eine Gartenlaube gebaut. „Sonst fehlt mir dazu einfach die Zeit.“ Die braucht er vor allem für den Anstrich. „Es hat ja ständig geregnet, so dass ich immer wieder abwarten musste.“ Die Wahl der Gartenlaubenfarbe liegt auf der Hand: „Grün, was sonst!“ Jetzt muss er sich nur noch um die Einrichtung kümmern.

Seine Heiligenhafener Stadtvertreter-Kollegin Elke Teegen (BfH) sucht die Ruhe. Beim Unkrautjäten im Garten, Kaffeetrinken mit einer Freundin. Und dann wäre da noch eine Reise nach Fuerteventura, die geplant sei. „Und wenn die Politik ruft, bin ich auch spontan dabei.“ Kommende Woche Donnerstag ist um 19.30 Uhr noch eine Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses im Rathaus – mit Teegen.

Durchatmen ist für Hans-Jürgen Clausen (CDU) auch im Sommer ein Fremdwort. Zusätzliche Freizeit habe er durch die Sitzungspause nicht, sagt der Wangelser Gemeindevertreter. In seinem landwirtschaftlichen Betrieb sei er voll eingespannt. In den Sommermonaten merke er regelmäßig, dass er fürs Ehrenamt eigentlich gar keine Zeit habe, scherzt Clausen, der sich neben der Kommunalpolitik auch noch im Wasser- und Bodenverband sowie im Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) engagiert. Ans Aufhören denkt er trotzdem nicht: „Irgendwas ist immer“, sagt er, „aber irgendwie findet man auch immer die Zeit dafür.“ Und wenn er doch mal einen freien Abend habe, verbringe er den am liebsten ganz in Ruhe: mit seiner Familie bei einem Glas Wein auf der Terrasse.

Der Oldenburger SPD-Stadtvertreter Lennart Maaß nutzt die sitzungsfreie Zeit, um richtig zu urlauben: Dreieinhalb Wochen hat der gelernte Kfz-Mechatroniker frei. Die ursprünglich geplante Reise nach Kanada sei zwar kurzfristig ins Wasser gefallen – dafür genieße er nun die freien Tage zu Hause, erzählt der 27-Jährige. Jetzt könne er Reparaturen am Haus erledigen, an seinem Oldtimer arbeiten, den er restauriere, oder „einfach mal ein gutes Buch lesen“ – alles Dinge, für die sonst selten Zeit bleibe. Auch die Suche nach einem zweiten Oldtimer steht auf der Urlaubs-To-Do-Liste. Denn seine Leidenschaft für Autos hat der junge Oldenburger nicht nur zum Beruf gemacht, sondern er lebt sie auch in seiner Freizeit aus. Und eine – wenn auch etwas kleinere – Reise gibt es trotzdem noch: mit der St. Johannisgilde zum Schützenfest nach Frechen bei Köln.

 pm/jen/ser

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