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Ostholstein Kurzfilmfestival: „Cap Arcona“ gewinnt Award
Lokales Ostholstein Kurzfilmfestival: „Cap Arcona“ gewinnt Award
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21:00 29.09.2018
Baltic Film Art Festival 2018: Das Publikum verfolgt den Gewinnerfilm „Cap Arcona“. Quelle: MARKUS BILLHARDT
Neustadt

 Zum zweiten Mal findet an diesem Wochenende an der Hafenwestseite in Neustadt das Baltic Film Art Festival statt. Der Beitrag über die „Cap Arcona“-Katastrophe, produziert von zwölf Neustädter Schülern mit dem Filmemacher Jens Westen, gehörte dabei in der Kategorie „Wasser und Meer“ nicht nur zu den fünf Nominierten: Er wurde am Sonnabend als Gewinner des Film-Awards gekürt.

Schüler machen Film über die „Cap Arcona“-Katastrophe. Quelle: SEBASTIAN ROSENKÖTTER

Der Beitrag habe eine harte Konkurrenz gehabt, sagt Kurator Dietmar Baum. Unter anderem musste er sich gegen „Abgetaucht“ von Moritz Boll durchsetzen, der zuletzt in einer Kurzfilmnacht des NDR zu sehen war. Es sei aber beeindruckend gewesen, wie sich Jugendliche motiviert mit der Geschichte auseinandergesetzt haben. Im Auftrag des Kinder- und Jugend Netzwerks Neustadt sei eine bewegende Dokumentation über die Geschehnisse im Mai 1945 entstanden.

Damals hatten britische Bomber zwei Schiffe vor Neustadt, die „Cap Arcona“ und die „Thielbek“, unter Beschuss genommen. Viele Tausend KZ-Häftlinge starben. Jens Westen hat die jungen Menschen beim Treffen mit Zeitzeugen oder auch beim Besuch des KZ Neuengamme begleitet. Ein furchtbares Ereignis, das die Schüler unglaublich spannend aufgearbeitet hätten, urteilte Jurymitglied Jessica Dahlke.

Die Organisatoren des Baltic Film Art Festivals: Tabea Braun und Dietmar Baum. Quelle: MARKUS BILLHARDT

„Es wurden so viele gute Filme im Wettbewerb eingereicht“, sagt Kurator Baum. Aus 135 Beiträgen mussten jeweils fünf Nominierungen für die drei verschiedenen Kategorien ermittelt werden. Man habe sich die Auswahl wahrlich nicht leicht gemacht. Stundenlang wurde Material gesichtet, bis die Sieger feststanden. „Es hat auch eine Menge Spaß gemacht. Alles ist dabei gewesen: Kurzweiliges, Dramatisches und Unterhaltsames“, betont Baum.

Für die Preisverleihung am Abend sei sogar erstmalig ein Trailer zusammengeschnitten worden, der dank der Sponsoren möglich wurde. Neben dem „Cap Arcona“-Film konnte sich in der Kategorie „Kunst Art-ig“ Regisseur Jonathan Benedict Behr über den Award für seinen Kurzfilm „Follower“ freuen. Es geht dabei über eine junge Frau, die von einem neuen Instagram-Follower Nachrichten bekommt, die beängstigend anders sind als andere.

„Es ist ein Film über die alltägliche Handynutzung, der trotz seiner Einfachheit zu einem wahren Hitchcock-Krimi wird“, erzählt Baum. Eher leise und beschämend käme da im Gegensatz der Sieger in der Kategorie „Mensch zu Mensch“ daher. In „You’re welcome“ von Rebecca Panian entsteht in einer Kaffeerunde eine Situation, in der Leute anfangen, gegen Flüchtlinge zu hetzen. Dahlke: „Es ist ein ganz wichtiges Thema. Die Inszenierung trifft den heutigen Zeitgeist.“

Dietmar Baum ist ein Bedürfnis, junge Filmemacher mit kleinem Budget zu fördern und ihnen mit dem Baltic Film Art Festival ein Netzwerk zu bieten. Im kommenden Jahr soll eine weitere Kategorie für die leichte Unterhaltung geöffnet werden. Am heutigen Sonntag besteht erneut die Möglichkeit, die Gewinnerbeiträge und alle nominierten Kurzfilme auf zwei LED-Leinwänden zu sehen.

Programm am Sonntag

12 Uhr Kurzfilme der Kategorie „Kunst Art-ig“: „Liebesbrief“, „Follower“, „Das sprichwörtliche Glück“, „blergh“ und „Herbst“.

14 UhrKurzfilme der Kategorie „Wasser und Meer“: „Das Bärtierchen“, „Abgetaucht“, „Sandy Island“, „More than penguins“ und „Cap Arcona“.

16 Uhr Kurzfilme der Kategorie „Mensch zu Mensch“: „Ionela“, „Mit im Bund“, „Irgendwer“, „You’re welcome“ und „Morgen kommt kein Weihnachtsmann“.

Markus Billhardt

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