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Kutter bei die Fische

LN SERIE Kutter bei die Fische

Hotelier Jens U. Sroka hat mit seiner „Bretterbude“ in Heiligenhafen ein völlig neues und jugendliches Hotel-Konzept geschaffen.

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Heiligenhafen. Der Gast taucht vom ersten Augenblick an in eine Story ein. Das fängt mit dem „Du“ an der Rezeption an, wird fortgeführt über Halfpipe, Knetbude, Spelunke (hier gibt es den Hauswein „Steinwarder Südhang – Gesöff in weiß“), Butze und Haus-Zeitung „Die Planke“: Mit der „Bretterbude“ hat Jens Ulfert Sroka eine wohl weltweit einzigartige Hotel-Marke geschaffen.

LN-Bild

Hotelier Jens U. Sroka hat mit seiner „Bretterbude“ in Heiligenhafen ein völlig neues und jugendliches Hotel-Konzept geschaffen.

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DAS ZIEL:

Weiter innovativ unterwegs sein und sowohl die Nord- als auch die Ostseeküste mit spannenden Projekten attraktivieren. Das „Lighthouse“ in Büsum soll der nächste Clou werden.

DER GRÜNDER:

Jens U. Sroka (42) wollte eigentlich Schauspieler werden. Lernte im Hotel „Atlantic“ in Hamburg, arbeitete in

Daytona Beach und New York (USA), in Vietnam und Thailand, ehe er Nord- und Ostseeküste eroberte.

GRÜNDERGEISTER

DIE IDEE:

Mit Duz-Kultur eine jugendliche

Klientel ansprechen – und zwar ursprünglich mit dem „Beach Motel“.

Das Konzept ging nur zum Teil auf.

Altersdurchschnitt der Gäste:

46 Jahre. Keine coolen Surfer.

Die „Bretterbude“ wurde erfunden.

Dem 42-Jährigen fehlte zum Wunschberuf Schauspieler der Mut, diesen beweist er hier als Hotelier. Was in St. Peter-Ording mit dem „Beach Motel“ gelingen sollte, glückte ihm dieses Jahr mit der „Bretterbude“ in Heiligenhafen. „Ich wollte schon in St. Peter junge Gäste zwischen 20 und 35 ansprechen, coole Surfer und Skater.“ Stattdessen sei die Generation 45 plus in sein Hotel geströmt. „Wir sind begeistert, freuen uns über die ewig jung Gebliebenen. Aber das sind halt keine coolen Surfer.“ Die hat er mit der „Bretterbude“ jetzt eingefangen. Diese sollte cool und rotzig werden. Laut Sroka sei sie obendrein auch rockig geworden.

85 Prozent Auslastung sowie der Hotel-Preis „Hotelimmobilie des Jahres“ sind beste Bestätigung. Dabei sei dieses Konzept rückblickend ein Wagnis gewesen. „Meine Partner haben mir zwar vertraut, ein wenig mulmig war uns allen aber schon zumute“, erinnert sich Sroka, der in der Hotel-Welt weit rumgekommen ist.

Angefangen hat seine Reise im edlen „Atlantic“ in Hamburg, wo er im Marketingbereich auf Stars wie Tina Turner, Cher und auch die Rolling Stones traf. Von Fuhlsbüttel jettete er nach Bangkok („Marriott“), New York („The Mark Mandarin Orientel“), später Daytona Beach und Vietnam.

Aufgewachsen ist er in einer Hotelier-Familie. Er war das Nesthäkchen unter vier Geschwistern, wuchs zuerst bei Kindermädchen, später in Internaten auf. Den Weg in die Hotelerie schlug er gemeinsam mit seinem älteren Bruder Joern Uwe ein. Dieser hatte ihn auch nach Bangkok vermittelt.

Mit vielen Erfahrungen und Ideen im Gepäck eroberte Jens U. Sroka schließlich die deutsche Küste, schwamm sich auch vom Bruder frei. Zunächst in St. Peter („Beach Motel“), jetzt in Heiligenhafen („Beach Motel“ und „Bretterbude“) und demnächst in Büsum („Lighthouse“), Wilhelmshaven („Das Friesland“) und eventuell auch in Hamburg, wo er auch lebt. „Von meiner Haustür in Hamburg bis nach Heiligenhafen muss ich exakt neun Baustellen durchfahren“, erzählt Sroka, der sich seine kostbare Zeit bei all den Großprojekten so minutiös aufteilen muss. Umso wichtiger ist das Team vor Ort. Er sei gerade bei der „Bretterbude“ überrascht gewesen, so viele „coole Köpfe“ für das Projekt schnell gefunden zu haben. Sroka weiß: „Ohne sie könnten wir das Thema, das sich wie ein roter Faden durch das Gebäude ziehen soll, nicht authentisch bespielen.“ Auch wenn er es nicht direkt sagt, ähnlich wie in der geliebten Schauspielerei lässt er Menschen in eine Welt eintauchen. Raus aus dem Alltag. Rein in die Butze. Rein in die Halfpipe, den Neo oder die Spelunke. Eingetaucht in die Welt der Bretter. Dazu gehört auch „Die Planke“, die eigene Hotel-Zeitung, die mit ihrer eigenen Sprache Stories erzählt wie „Ne Buddel, Bidde“, „Kutter bei die Fische“ oder in der aktuellen Ausgabe „Wir haben Spaß im Bums“. Bei all der Leichtigkeit wird im Hintergrund geschuftet. Wie am Beispiel „Die Planke“ ist es Kopfarbeit von „kojekommunikation“. Marketing-Mensch Sroka weiß, wie er ein Thema inszeniert. Und hebt sich damit offenkundig von der Masse der Mitbewerber deutlich ab. Selbstbewusst sagt er in einem Interview mit dem Fachmagazin „check in“: „In der Hotelerie an Nord- und Ostsee macht mir keiner was vor.“

Mit der „Bretterbude“ setzt er eine Marke. „Unter all den Projekten nimmt dieses einen besonderen Platz ein“, sagt der 42-Jährige. Es sei von Null auf 100 durchgestartet. Unerwartet – und ganz andersartig.

Jetzt schon bewerben: LN-Existenzgründerpreis 2018

Zum achten Mal loben die Lübecker Nachrichten einen Preis für mutige Firmengründer aus.

Für die Verleihung des LN-Existenzgründerpreises im Frühjahr 2018 können Sie sich bis zum 31. Januar 2018 bewerben. Teilnahmeberechtigt sind volljährige Existenzgründer mit Unternehmen, die nach dem 1. Januar 2014 gegründet wurden und ihren Sitz im Raum Lübeck haben. 5000 Euro gibt es für den Existenzgründerpreis, gestiftet von Juwelier Mahlberg, 3000 Euro für den LN-Innovations- und Mutpreis für eine ungewöhnliche Geschäftsidee.

Bewerber fordern die Unterlagen

unter existenzgruenderpreis@

LN-Luebeck.de an oder:

www.LN-existenzgruenderpreis.de

Peter Mantik

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