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Ostholstein LN-Speed-Dating: Lebhafte Debatten
Lokales Ostholstein LN-Speed-Dating: Lebhafte Debatten
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20:45 21.04.2017
Angeregte Unterhaltungen gab es zwischen den Landtagskandidaten auf der rechten Seite und den LN-Lesern. Quelle: Fotos: Binder (3), Billhardt (10)
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Oldenburg

Von Beltquerung bis Kita-Gebühren, von Inklusion bis Straßenausbau – beim politischen Speed-Dating der Lübecker Nachrichten brachten die Teilnehmer vielfältige Themen auf den Tisch. Zehn Leser hatten Donnerstagabend die Gelegenheit zu Vier-Augen-Gesprächen mit den Direktkandidaten für die Landtagswahl. Sie löcherten die Politiker nicht nur mit Fragen, sondern gaben ihnen vor allem auch „Handlungsempfehlungen“ für eine etwaige Amtszeit in Kiel mit auf den Weg.

Dabei waren die Kandidaten für den Wahlkreis 17 (Ostholstein- Nord) der aktuell im Landtag vertretenen Parteien: Andreas Herkommer (SPD), Peer Knöfler (CDU), Christiane Stodt-Kirchholtes (Grüne), Sebastian Kraatz (FDP) und Sven Jörns (Piraten). Nach einer kurzen Vorstellungsrunde hatten die LN-Leser im „Café & Bistro Frank’s“ das Wort. Jeweils fünf Minuten lang durften sie ihrem derzeitigen Gegenüber auf den Zahn fühlen; dann ging es einen Stuhl weiter.

An Gesprächsstoff mangelte es nicht – soviel wurde sofort deutlich. Die Fragesteller waren vorbereitet: Einer nach dem anderen zogen sie dicht beschriebene Karteikarten aus der Tasche, auf denen sie Stichpunkte zu verschiedenen Themen notiert hatten – häufig sogar bezogen auf das jeweilige Wahlprogramm der Parteien. Entsprechend umfassend waren die Dialoge: Es ging um Flüchtlingspolitik und die „Gefahr von Rechts“, um das Schulsystem und Bildung im Allgemeinen, um den Breitband-Ausbau und das Sozialsystem.

So kritisch die Nachfragen, so gut war dennoch die Laune auf beiden Seiten der Tafel. Landtagskandidaten und Wähler gleichermaßen hatten sichtlich Freude an den Gesprächen. Oder auch an dem verbalen Schlagabtausch, zu dem sich das ein oder andere Gespräch zwischendurch entwickelte. Denn Scheu davor, die Aussagen der Politiker infrage zu stellen, hatte keiner der Teilnehmer. Mit Sätzen wie „Das sind doch nur Allgemeinplätze“ oder „Bringen Sie doch mal ein echtes Argument“ machten die Ostholsteiner Bürger schnell klar, dass sie sich nicht mit Floskeln abspeisen lassen würden.

LN-Lokalchef Louis Gäbler, der als Moderator durch den Abend führte, freute sich über den angeregten Austausch. „Um unangenehme Gesprächspausen oder fehlende Themen hätten wir uns keine Sorgen machen müssen“, stellte er schmunzelnd fest. „Im Gegenteil: Auf die Klingel, die jeweils nach fünf Minuten den nächsten Plätzetausch ankündigte, wurde in der Regel erst nach mehrmaligem – und zunehmend energischem – Läuten reagiert, weil sich alle noch so viel zu sagen hatten.“

Entsprechend positiv fiel am Ende auf allen Seiten das Fazit aus. Sie hätten den direkten Austausch genossen, sagten Wähler und Politiker übereinstimmend. Die Fragesteller waren sich einig: Es sei schön gewesen, die Kandidaten persönlich kennenzulernen. Diese wiederum freuten sich, „direkte Anregungen der Wähler mit auf den Weg zu bekommen“. Nur „etwas mehr Zeit“ hätten sich eben alle gewünscht. Die wurde dann kurzerhand nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung drangehängt. . .

 Jennifer Binder

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