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Ostholstein Land fördert Lensahner Projekt für junge Flüchtlinge
Lokales Ostholstein Land fördert Lensahner Projekt für junge Flüchtlinge
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21:11 19.04.2017
Hans-Rudolf Osbahr (l.) erhält den Förderbescheid von Britta Ernst. Mit dabei ist auch Jörg Kuntzmann von der Wirtschaftsakademie. Quelle: Fotos: Rosenkötter

Träger des Landesprojekts Flüchtlingsförderung (LaFlü) ist die JobB GmbH, eine Einrichtung des Jugendaufbauwerks Schleswig-Holstein. Gestern bekam deren Geschäftsführer Hans-Rudolf Osbahr hohen politischen Besuch. Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) lernte die Einrichtung an der Eutiner Straße kennen und übergab einen Förderbescheid. Rund 111000 Euro stehen zur Verfügung.

Bildungsministerin Ernst spricht vom Erwerb der „Eintrittskarte für Deutschland“.

Das Geld soll das Projekt bis zum Jahresende sichern.

Im nördlichsten Bundesland sollen insgesamt zehn Einrichtungen finanziell unterstützt werden. Eine Million Euro stehen zur Verfügung. Britta Ernst machte deutlich, dass vor allem junge Afghanen bislang kaum versorgt würden. Aufgrund ihrer unsicheren Bleibeperspektive dürften sie nicht an Kursen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge teilnehmen. Britta Ernst betonte, dass auch das LaFlü dazu beitrage, eine Versorgungslücke zu schließen.

In den kommenden Monaten werden mindestens 62 junge Flüchtlinge im Kreis Ostholstein volljährig. Hans-Rudolf Osbahr betonte, dass diese Personen bislang durch das Raster gefallen seien, es seit dem Start des Landesprojekts Anfang März endlich eine Anlaufstelle gebe.

Wie lange die Teilnehmer bleiben, hängt von ihrer Entwicklung ab. Neben dem Erlernen der deutsche Sprache, gehe es darum, sie in den Bereichen Gastronomie, Verkauf sowie für Berufe der Gesundheitsbranche fit zu machen. „Wir bereiten sie auf Praktika vor“, sagte Hans-Rudolf Osbahr. Langfristig sollen sie eine Ausbildung abschließen. Laut Ernst sei dies Voraussetzung dafür, dauerhaft bleiben zu dürfen. „Es ist die Eintrittskarte für Deutschland“, erläuterte Ernst. Wichtig sei, dass die Betroffenen sich qualifizieren. „Wir benötigen Fachkräfte, haben kaum Jobs für Unqualifizierte“, machte die Bildungsministerin deutlich.

Osbahr hofft, dass die Deutschkenntnisse der Männer steigen. „2018 wollen wir den Fokus auf Ausbildungen setzen.“ Unterstützung könnte dann erneut vom Land Schleswig-Holstein kommen. Britta Ernst sagte, dass man die Förderung in der mittelfristigen Finanzplanung berücksichtige. Jedoch hänge dies unter anderem von der sich immer wieder verändernden Rechtsprechung ab. Sollten die Angebote des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge in Zukunft auch für die in Lensahn betreute Personengruppe geöffnet werden, könne LaFlü allerdings wegfallen.

 Sebastian Rosenkötter

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