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Ostholstein Landesgartenschau läuft noch 30 Tage - was kommt danach?
Lokales Ostholstein Landesgartenschau läuft noch 30 Tage - was kommt danach?
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20:41 02.09.2016
Kennenlernen im Küchengarten: Bürgermeister Carsten Behnk (l.) und Helmut Reichmann (DJH) klopften ihre Positionen zur Jugendherberge ab. Quelle: ben

Auf den Hauptausschuss, der am Dienstag, 6. September, als erstes Gremium tagt (Rathaus, 18.30 Uhr), kommt die Diskussion über die künftige Nutzung der Landesgartenschauflächen und -gebäude zu. Am 3. Oktober ist letztmalig Gelegenheit, auf dem 27 Hektar großen Gelände zwischen Südüferpark und Seepark zu flanieren – aber was wird danach mit den Anlagen geschehen, wer soll sie pflegen? Diese Fragen haben sowohl Privatpersonen bei verschiedenen Veranstaltungen als auch Fraktionen, zuletzt die SPD im Bauausschuss Anfang August, gestellt.

Bereits damals hatte LGS-Geschäftsführer und Bauamtsleiter Bernd Rubelt erklärt, dass ein Nachnutzungskonzept auf dem 2012 beschlossenen Isek (Integriertes Stadtentwicklungskonzept), der Maßnahme „Historischer Stadtkern Eutin“ und dem Wettbewerb „Stadtentwicklung Eutin 2016“ basieren werde. Seepark und Stadtbucht werden zu 95 Prozent so bleiben, wie sie jetzt sind: mit Spielangeboten, dem sogenannten Lawrence-Garten, Steganlagen. Der frühere Parkplatz am Schloss (jetzt Veranstaltungsfläche mit Hauptbühne) soll als Stellplatzfläche wiederhergerichtet werden: ob erneut als kostenfreie Möglichkeit für Dauerparker oder gegen Gebühr, muss die Politik entscheiden. Mit dem Verweis, dass entsprechende Parkscheinautomaten zur Verfügung stünden, und der Formulierung, „ob eine Bewirtschaftung nicht zu einer sinnvolleren Parkplatznutzung führt“, zeigt die Verwaltung schon dezent eine Richtung auf. Der Nordgarten solle auch künftig als Veranstaltungsort genutzt werden, so ihr Vorschlag.

Die Erschließungsstraße (Vorschläge für Namen erbeten) soll künftig anstelle der Straße Am Schlossgarten für die Anfahrt zum Bauhof genutzt werden. Der B-Plan 99 ermöglicht im Bereich der jetzigen Kulturgärten nach Ende der LGS Wohnbebauung, ebenso ist damit die Infrastruktur für die künftige Jugendherberge gegeben. Sie soll auf der Fläche des jetzigen Kuhstalls entstehen. Dessen Abriss sei vorgesehen, sobald eine konkrete Anfrage seitens des Deutschen Jugendherbergswerkes erfolge.

Der Geschäftsführer des Landesverbandes Nordmark (dieser unterhält 46 Jugendherbergen in Schleswig-Holstein, Hamburg und dem nördlichen Niedersachsen), Helmut Reichmann, war vor wenigen Tagen in Eutin und inspizierte gemeinsam mit Bürgermeister Carsten Behnk nochmals das für das DJH vorgesehene Gelände. Ein Spaziergang über die LGS mit Küchengarten – der nach Ende der Gartenschau nach dem Willen der Eigentümerin Stiftung Schloss Eutin und der Stadt erhalten bleiben soll – schloss sich an. „Es war ein Kennenlernen nach meinem Amtsantritt“, sagte der neue Bürgermeister. Beide hätten sehen wollen, „wo wir stehen“. Er habe Helmut Reichmann versichert, dass das DJH in Eutin herzlich willkommen sei und denke auch, dass die Stadt bereits gut geliefert habe. „Wir wollen die Jugendherberge“, so Behnk. Auch Helmut Reichmann zeigt sich Eutin weiter zugetan: „Aber wir können weitere Schritte erst 2017 machen.“ Vorgesehen hat das DJH in Eutin eine Jugendherberge mit dem Schwerpunkt Kultur. „An dieser Ausrichtung hat sich nichts geändert“, sagte Carsten Behnk nach dem Treffen. Das Gebäude soll ein bauliches Pendant zur Opernscheune werden, geplant sind 160 Betten.

Für kulturelle Zwecke könnten auch die Torhäuser genutzt werden.

Ein weiterer Anziehungspunkt für Touristen soll der Wohnmobilstellplatz werden: Dazu muss die Fläche im Bereich des jetzigen Haupteingangs an der Oldenburger Landstraße nach der LGS umgewidmet werden. 24 Plätze sind vorgesehen. Die FDP-Fraktion beantragt, deren Bewirtschaftung den Eutiner Stadtwerken zu übertragen. Dies werde beispielsweise in Eckernförde und Schleswig ebenfalls erfolgreich praktiziert, so Vorsitzender Jens-Uwe Dankert.

Weitere Themen: Landesgeburtstag und LGS-Zahlen

70 Jahre Schleswig-Holstein: Wie die Feierlichkeiten zum Landesgeburtstag am 1./2. Oktober in Eutin aussehen sollen, wird ebenfalls Thema im Hauptausschuss sein.

Auch über einen Antrag der WVE (Wirtschaftsvereinigung Eutin) ist zu beschließen. Sie möchte für die Jahre 2015 und 2016 jeweils 15000 Euro als Zuschuss für ihre Weihnachtsaktivitäten haben.

Die Sanierung des Haus des Gastes verlangen die Freien Wähler in einem weiteren Antrag, ihre Fraktion arbeitet mit an einem weiteren Bürgerbegehren.

Die Handelsabkommen TTIP und CETA dürften nur bei klaren, fairen Regeln zum Zug kommen, ansonsten seien sie abzulehnen – eine dementsprechende Resolution wollen die Grünen im Hauptausschuss beraten und von der Stadtvertretung beschließen lassen.

Einen Zwischenbericht zur wirtschaftlichen Situation der LGS werden die Ausschussmitglieder im voraussichtlich nichtöffentlichen Teil hören.

 ben

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