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Ostholstein Landesplanung beendet Hutzfelder Supermarkt-Krieg
Lokales Ostholstein Landesplanung beendet Hutzfelder Supermarkt-Krieg
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22:16 12.02.2016

Was sind schon 100 Quadratmeter für einen Supermarkt? Nach diesem Motto hat die Landesplanung ein Machtwort gesprochen und den Supermarkt- Krieg zwischen Eutin und Hutzfeld für beendet erklärt. Der Erweiterung des Hutzfelder Edeka-Marktes von 800 auf 1200 Quadratmeter werde die Landesplanung zustimmen, teilte sie jetzt der Gemeinde Bosau mit. Die Stadt Eutin hatte ihr Veto dagegen eingelegt und eine Begrenzung der Fläche auf 1100 Quadratmeter gefordert. Nur das sei mit dem Eutiner Einzelhandelskonzept verträglich, hieß es in der für die Erweiterung notwendigen Stellungnahme der Stadt.

Jetzt hat die Landesplanung einem Antrag von Bosau stattgegeben, trotz des Eutiner Einspruchs die Erweiterung auf 1200 Quadratmeter zu genehmigen. Die Landesplanung bleibe auch nach der Prüfung der Eutiner Einwände dabei, dass eine Erweiterung auf maximal 1200 Quadratmeter plus Backshop „raumverträglich“ sei. Im Klartext: Sie schade nicht der Leistungsfähigkeit des Mittelzentrums Eutin, also den Geschäften der Eutiner Innenstadt. Oder um es etwas verklausuliert mit den Worten der Landesplanung zu sagen: „Insbesondere zwischen der von der Stadt Eutin zugestandenen Erweiterung der Verkaufsflächen auf maximal 1100 Quadratmeter und der von der Gemeinde Bosau geplanten Erweiterung auf maximal 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche lassen sich nach hiesiger Auffassung im vorliegenden Einzelfall keine signifikanten Unterschiede bezüglich des Einzugsbereiches und des Kaufkraftabzugs aus weiter entfernt liegenden Wohngebieten belegen.“ Eine Kundenbefragung hatte ergeben, dass der Edeka-Markt insbesondere von Einwohnern der Gemeinde Bosau und der Orte im Nachbarkreis Segeberg genutzt wird.

Wenn es um Supermärkte geht, gilt ein sogenanntes Beeinträchtigungsverbot. Es besagt, dass die Funktionsfähigkeit anderer zentraler Orte nicht beeinträchtigt werden darf. Laut Edeka kommt ein Gutachten der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) zu dem Ergebnis, dass bei einer Erweiterung des Hutzfelder Marktes auf 1300 Quadratmeter Verkaufsfläche das Beeinträchtigungsverbot eingehalten wird. Als der Supermarkt-Krieg noch nicht beigelegt war, hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass eine Erweiterung um nur 300 Quadratmeter, wie von Eutin gewünscht, wirtschaftlich nicht sinnvoll sei. Das Unternehmen will in Hutzfeld nicht das Sortiment erweitern, sondern breitere Gänge haben und Lagerfläche gewinnen.

Das Veto aus Eutin hatte in Bosau viel Unverständnis und Enttäuschung ausgelöst. Nun kann die Erweiterung des Supermarktes in Angriff genommen werden. Damit verbunden ist auch der Bau einer SB-Tankstelle in Hutzfeld. Bürgermeister Mario Schmidt (parteilos) teilte dazu mit, dass die Gemeinde jetzt die angefangene, aber nicht fortgeführte Bauleitplanung dafür wieder aufnehme. Kurzfristig werde auch das Gespräch mit Edeka und mit dem Interessenten an einem Tankstellenbetrieb wieder aufgenommen. „Wir schaffen das Baurecht“, kündigte Schmidt an. Alles andere sei Sache der Investoren, die jetzt auch neu planen müssten. sas

LN

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