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Ostholstein Landesreitjagd fasziniert Reiter und Hunde
Lokales Ostholstein Landesreitjagd fasziniert Reiter und Hunde
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16:54 06.10.2018
Die 33. Landesreitjagd steigt in Kellenhusen. 29 Beagles und 31 Pferde sind dabei. Quelle: Sebastian Rosenkötter
Kellenhusen

 Aufgeregte Hunde, schick gekleidete Reiter, Schaulustige mit Kameras – der Start der 33. Landesreitjagd am Mittag auf der Südstrandwiese in Kellenhusen war ein Hingucker. Bevor es für knapp 13 Kilometer über Felder, Wiesen und Sandstrand ging, richtete Joachim Martens das Wort an die Schaulustigen. Der sogenannte Master und Chef der Beagle-Meute benötigte dafür weder Mikro- noch Megafon.

Er erläuterte, dass die Meute (29 Beagles) einer Fuchslosung folgen werde. Diese bestehe aus mit Wasser verdünntem Kot und werde mit Hilfe von zwei Kanistern und Reitern verteilt. Dies sei eine Tropfjagd. „Man sollte das schön ziehen lassen. Das Teeprinzip findet hier Anwendung“, betonte Martens und hatte die Lacher auf seiner Seite. Mit deutlich mehr Ernst versicherte er, dass es sich um eine unblutige Veranstaltung handle. Tiere würden nicht gejagt.

Peitschen knallen, Hindernisse stehen bereit

Eben dies hatte kurz zuvor auch Dieter Medow, Vorsitzender des Pferdesportverbands Schleswig-Holstein, im Gespräch mit den LN geäußert. Die Hunde mit Namen wie „Watson“ und „Yesterday“ seien darauf abgerichtet, zusammenzubleiben. Und die etwas Furcht einflößend wirkende Peitsche diene lediglich dazu, die Beagles in die gewünschte Richtung zu dirigieren. „Die knallen nur, die Hunde werden nicht getroffen“, sagte Medow. Ziel der Reitjagd sei es, Hindernisse aus Holz zu bewältigen. Diese seien meist nicht höher als 80 Zentimeter.

Ausrichter Rolf-Heinrich Haar ergänzte, dass die Reiter in verschiedene Gruppen eingeteilt würden. So könnten auch diejenigen mitmachen, denen das Springen nicht liege. Ein Vorbeireiten sei bei allen Konstruktionen möglich. Etwas enttäuscht zeigte sich Dieter Medow, dass sich nicht mehr Reiter angemeldet hatten. Kurz vor Beginn der Landesreitjagd äußerte er sich noch optimistisch, dass es Kurzentschlossene geben könnte. Jedoch machten sich nicht mehr als 31 Reiter und Pferde auf den Weg. Der Großteil war schon etwas älter, wobei es laut Medow durchaus Nachwuchs gebe, der Lust auf einen schönen Ausritt habe.

Tradition und kein Kampf um Medaillen

Eben dieser stand in Kellenhusen ganz klar im Mittelpunkt. „Es gibt keine Gewinner“, verdeutlichte Dieter Medow. Vielmehr gehe es um Traditionspflege, die besonders stark aus England geprägt werde.

Einige Zuschauer verfolgten das Spektakel von Anhängern aus. Quelle: Sebastian Rosenkötter

Als Schirmherr der Landesreitjagd fungierte in diesem Jahr Daniel Günther. Der CDU-Ministerpräsident von Schleswig-Holstein hatte sich bereits im Vorfeld geäußert, war aber nicht live dabei: „Reiten und Jagen sind mehr als nur fröhliche Zeit in der Natur. Reiten ist eine der wichtigsten Sportarten des Landes.“ Insbesondere für Familien sei es ein Erlebnis, die Schnitzeljagd mitzumachen. Da verwunderte es auch nicht, dass es sich zahlreiche Besucher auf von Traktoren gezogenen Anhängern bequem machten und so meist in unmittelbarer Nähe zum Geschehen waren. Dies blieb den Schaulustigen auf der Südstrandwiese verwehrt. Sie sahen lediglich, wie sich Beagle-Meute und Reiter in Bewegung setzten und das in langsamen Tempo und ohne Hindernisse.

Sebastian Rosenkötter

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