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Ostholstein Landgericht Lübeck: Reederei-Erbinnen zu Bewährungsstrafen verurteilt
Lokales Ostholstein Landgericht Lübeck: Reederei-Erbinnen zu Bewährungsstrafen verurteilt
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21:35 06.02.2018
In dem Prozess ging es um die Flusskreuzfahrtschiffe.  Quelle: LN-Archiv
Lübeck/Neustadt

Die Reederei-Erbinnen sind vom Landgericht Lübeck wegen nicht gezahlter Sozialversicherungsbeiträge zu Bewährungsstrafen von jeweils einem Jahr und zwei Monaten verurteilt worden. Mit diesem Strafmaß kämen die beiden Angeklagten nicht schlecht weg, sagte der Richter in der Urteilsbegründung am Dienstag. Zuvor hatten die Schwestern, gestanden, fünf Jahre lang für die Crews auf den Flusskreuzfahrtschiffen der Reederei zu geringe oder gar keine Sozialversicherungsbeiträge entrichtet zu haben. Berühmt geworden war die Reederei Deilmann durch das frühere ZDF-Traumschiff „Deutschland“

Das schnelle Urteil am zweiten Verhandlungstag war möglich geworden, weil sich Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf eine Art Vergleich verständigt hatten. Die Angeklagten legten Geständnisse ab, im Gegenzug wurden 196 der ursprünglich 596 Anklagepunkte vorläufig eingestellt. In den verbliebenen 400 Fällen entstand nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Schaden von rund einer Million Euro. 

„Wir haben Fehler gemacht und übernehmen die Verantwortung dafür“, sagten die Angeklagten am Dienstag. „Wir sind davon ausgegangen, dass wir funktionierende Strukturen übernommen haben und haben uns auf die Kompetenz der langjährigen Mitarbeiter verlassen“, sagten die Angeklagten. Rückwirkend betrachtet sei das ein Fehler gewesen. 

Bereits am Mittwoch (6. Februar) beginnt ein weiterer Prozess gegen die Rederei-Erbinnen. Dabei geht es um die Neuauflage eines Prozesses wegen Verdachts der Steuerhinterziehung. Der Bundesgerichtshof hatte 2017 ein Urteil des Landgerichts Lübeck aufgehoben, in dem die Schwestern zu Haftstrafen von jeweils zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden waren.

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