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Ostholstein Landkirchen: Dachstuhl der Kirche muss gesichert werden
Lokales Ostholstein Landkirchen: Dachstuhl der Kirche muss gesichert werden
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20:31 16.08.2017
Sehr viel Holz wurde in den Dachstuhl der St.-Petri-Kirche verbaut. Die Sanierungs-Kosten werden auf eine halbe Million bis 600 000 Euro geschätzt.

. Die St.-Petri-Kirche zu Landkirchen bleibt ein Sorgenkind. Erst 2016 wurde der freistehende hölzerne Glockenturm aufwendig saniert. Aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes flossen dafür 200 000 Euro. Oberste Priorität hat jetzt die Sicherung des Dachstuhls der Kirche.

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Geschätzte Kosten: 600 000 Euro – Fließen erneut Fördergelder vom Bund?.

Erneut hoffen die Gemeindemitglieder im Mittleren Kirchspiel Fehmarns daher auf Fördergelder aus Berlin. Denn diesmal wird es vermutlich noch teurer. Bislang liegt zwar kein vollständiges Konzept vor. Doch Architekt Torsten Ewers (Oldenburg), in dessen Händen schon die Glockenturm-Sanierung lag, schätzt sie auf eine halbe Million bis 600 000 Euro.

Pastor Bertold Kark-Carlson, gerade erst aus dem Urlaub zurück, musste bei einem Besichtigungstermin gestern Mittag daher erst einmal schlucken. „Schon die 400 000 Euro für den Glockenturm hätten wir ohne Zuschüsse nicht geschafft“, bekannte der Pastor.

Trotzdem: Es gibt Hoffnungen. Denn die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn, die zu dem Termin eingeladen hatte, setzt darauf, dass die 2008 begonnene Serie an geförderten Projekten in der Region auch in der kommenden Legislaturperiode fortgesetzt wird. Als nächstes ist planmäßig ab September die St.-Jürgen-Kirche in Grube dran, für die bereits 440000 Euro bewilligt wurden.

Fünf neue Objekte hat Hagedorn für die nächsten vier Jahre im Auge: neben Landkirchen die St.-Laurentius-Kirche in Süsel, das Eutiner Schloss sowie zwei Vorhaben im Kreis Plön. „Sie stehen aber nicht in Konkurrenz zueinander. Es geht um die Reihenfolge einer Bezuschussung und deren Höhe“, so Hagedorn.

„In Landkirchen schwächeln vor allem der völlig marode Dachreiter und der Dachstuhl so sehr, dass wir uns fragen müssen: Wann wird es gefährlich?“, betonte Ewers. Ungewöhnlich viel Eichen- und Nadelholz ist vor Jahrhunderten in den Dachstuhl eingebaut worden – alles muss geprüft werden. Vor einigen Jahren gab es lediglich eine Notsicherung, dabei wurde jedoch nur der Westgiebel stabilisiert.

Ermuntert durch positive Signale vom Bund und durch Landeskonservator Dr. Michael Paarmann soll Ewers jetzt ein schlüssiges Konzept erstellen. Zusätzlicher Mutmacher ist der Kirchenkreis Ostholstein, der eine 35-prozentige Förderung in Aussicht stellt – das ist längst nicht in allen Kirchenkreisen eine Selbstverständlichkeit. „Wir stehen voll dahinter. Einiges haben wir schon geschafft, vieles liegt noch vor uns“, betonte deren Architekt Matthias Hölz.

Ewers skizzierte gestern bereits eine mögliche Zeitschiene. 2019 oder 2020 ist für ihn eine realistische Perspektive: „Denn wir müssen schon aufpassen, dass uns bei Sturm der Dachstuhl nicht wegfliegt.“ Schließlich erlebten die Insulaner geschätzt dreimal im Jahr einen ,Jahrhundertsturm’“, scherzte er.

Der Grundstein für die St.-Petri-Kirche wurde bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gelegt. Besonders bemerkenswert ist ihr separat stehender, 24 Meter hoher Holzglockenturm, der erst viel später gebaut wurde. Lange datierte man ihn auf 1638. Quasi als Überraschungs-Nebenprodukt der Sanierung wurde er um stolze 171 Jahre älter: Experten am Hamburger Institut für Holztechnologie und Holzbiografie errechneten als neues Entstehungsjahr 1467 (die LN berichteten).

Ewers stuft St.-Petri als einzigartige Kirche ein, die für eine Landgemeinde außerordentlich groß gebaut wurde. Auf heutige Verhältnisse umgerechnet passten rund 20 Einfamilien-Häuser ins Kirchengebäude, das durch seine enorm reiche Ausstattung – von Bauernlogen bis Schiffsmodellen – eine Besonderheit darstelle. Hagedorn: „Hier ist der Bund in der Pflicht, ein kulturelles Erbe zu bewahren.“

Mehr Informationen: www.kirchenkreis-ostholstein.de

Lebendige Gemeinde mit viel Kirchenmusik

Zum Auftakt der Kirchenbesichtigung gab es brasilianische Klänge mit Katja Vonhausen (Gitarre) und Kathrin Kark (Flöte).

Das Duo probte für ein Konzert in Litauen. In Landkirchen ist es zu hören am Sonnabend, 9. September, ab 18 Uhr in der Kirche.

Klarinette und Orgel: Am Sonntag, 27. August, spielen ab 17 Uhr Hans Ulrich Fehlmann und Heribert Bonk. Der Eintritt ist frei.

Gerd-J. Schwennsen

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