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Ostholstein Landrat legt seine Neben-Einkünfte offen
Lokales Ostholstein Landrat legt seine Neben-Einkünfte offen
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23:13 17.10.2015
Quelle: Neelsen
Eutin

Landrat Reinhard Sager (CDU) hat jetzt erstmals seine Einkünfte aus öffentlichen Ehrenämtern und Nebentätigkeiten offengelegt. Neben seinem Gehalt als Landrat von gut 100000 Euro im Jahr bezieht er demnach noch einmal gut 32000 Euro. Das Extra-Geld fließt vor allem von der Sparkasse Holstein und dem Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein.

Sager nannte die Beträge gestern im Hauptausschuss des Kreistages. Ab 2016 wären diese Vergütungen ohnehin kein Geheimnis mehr. Das dann in Kraft tretende Transparenzgesetz der rot-grün-blauen Regierungskoalition in Kiel verpflichtet öffentliche Unternehmen wie die Sparkassen zur Offenlegung der Chefgehälter sowie der Bezüge von Aufsichts- und Beiräten. Einige Landräte hatten bereits im Sommer nach der Verabschiedung des Gesetzes im Landtag Einblick in ihre Finanzen gegeben. Sager bestand darauf, erst den Hauptausschuss als seinen Vorgesetzten zu informieren.

Als Vorsitzender des Verwaltungsrates der Sparkasse Holstein bekommt er nach seinen Angaben 1200 Euro im Monat, als Stellvertreter 900 Euro. Die Landräte von Ostholstein und Stormarn wechseln sich in diesen Positionen alle zweieinhalb Jahre ab. Als Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Sparkasse Holstein fließen 303 Euro monatlich, auf dem Stellvertreterposten sind es 151,50 Euro. Als Mitglied der Verbandsversammlung bekommt er 13 Euro monatlich gutgeschrieben.

Vom Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein bezieht Sager 8500 Euro im Jahr, 3000 Euro für den Vorsitz in der Verbandsversammlung, 5500 Euro als Mitglied im Vorstand. Kein Geld gibt es vom Zweckverband Ostholstein (ZVO) oder dem Ostsee-Holstein-Tourismus (OHT), wo der Landrat im Hauptausschuss beziehungsweise im Vorstand aktiv ist. Sager bekleidet rund ein Dutzend öffentliche Ehrenämter. So ist er auch Präsident des Deutschen Landkreistages (DLT).

Zudem geht er in seiner Funktion als Landrat nach einer Aufstellung für den Hauptausschuss sieben Nebentätigkeiten nach. Diese Nebentätigkeiten in Beiräten und Aufsichtsgremien beim Versorger HanseWerk AG, der Provinzial Nord Brandkasse AG und der Berlin Hyp AG (statt bisher HSH Nordbank) bekommt Sager in 2015 mit insgesamt 26 500 Euro vergütet. Den weitaus größten Teil davon muss er an die Kreiskasse abführen. Ihm selbst bleiben davon die maximal zulässigen 5550 Euro. Alle Extra-Vergütungen müssen versteuert werden.

Dem Hauptamt zugerechnet werden die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Sana-Kliniken, der Aufsichtsratsvorsitz bei der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (Egoh) und die Mitgliedschaft in der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Bungsberg. Weil alle Nebentätigkeiten und ehrenamtlichen Aufgaben unmittelbar mit seinem Amt als Landrat verbunden sind, darf Sager auch weiterhin dafür seinen Dienstwagen samt Fahrer nutzen. Einstimmig wurde das vom Hauptausschuss bestätigt.

Arnold Petersen

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