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Ostholstein Landtagswahl: Tausende Erstwähler im Kreis Ostholstein
Lokales Ostholstein Landtagswahl: Tausende Erstwähler im Kreis Ostholstein
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22:16 12.04.2017
Leandro Plön (16) will eher nicht wählen, auch wenn er es für wichtig hält. Seine Freundin Chantal Wedmann (17) ist unentschlossen. Quelle: Fotos: Ser

Erstwähler könnten den Ausgang der Landtagswahl am 7. Mai durchaus massiv beeinflussen. Das wissen auch die Parteien. Fakt ist allerdings, dass das Thema zwar in Ostholsteins Schule behandelt wird, es dennoch viele Schüler kalt lässt. Die LN haben sich bei Neustädter Jugendlichen umgehört. Ein Stimmungsbild.

Junge Menschen erzählen, ob sie ihre Stimme am 7. Mai abgeben werden.

So viele Erstwähler gibt es im Nordkreis

Fehmarn meldet 621 Personen. In Oldenburg sind es sogar 660 Erstwähler. Etwas weiter nördlich in Heiligenhafen gibt es 198 Betroffene. Der Grömitzer Bürgermeister Mark Burmeister nennt die Zahl 360. In Dahme sind es 48, in Grube 65 und in Kellenhusen 54.

Neustadt hat 655 Erstwähler, fast fünf Prozent aller Berechtigten.

Nikolas Radomirovic ist zwar erst 17 Jahre alt, gilt dennoch als politikerfahren. Er ist aktueller Präsident des Kinder- und Jugendparlaments in Neustadt und seit fast fünf Jahren in dem Gremium tätig. „Für mich ist die Wahl ein großes Thema. Ich habe zwar nur eine Stimme, aber die kann entscheidend sein“, betont er. Da er mit Wahlplakaten und „platten Phrasen“ wenig anfangen könne, informiert er sich lieber in den sozialen Medien. Zudem berichtet er von zwei Doppelstunden zum Thema „Wahl“ in seiner Schule. Dort hätten er und seine Mitschüler die Wahlprogramme der großen Parteien durchgearbeitet.

Karsten Kilian, Schulleiter des Küstengymnasiums, teilt den LN auf Anfrage mit: „Das Thema ist natürlich Gegenstand des Unterrichts im Fach Wirtschaft/Politik. Außerdem hat es eine Podiumsdiskussion mit Vertretern der Jugendorganisationen der Parteien gegeben.“ Er betont aber auch, dass Schulen mit einer solchen Veranstaltung in der heißen Wahlkampfphase nicht zu sehr nach außen gehen dürften.

Auch sei es für Parteien verboten, in den Schulen Werbung zu machen. „Daher findet man auf unserer Homepage auch keinen Bericht darüber“, so Kilian.

Radomirovic weiß, dass längst nicht ist alle Erstwähler Interesse an der Wahl haben. „Einige sagen, dass sie ihre Zeit nicht dafür opfern wollen. Sie sehen keinen Sinn in der Landtagswahl. Ich halte das nicht für richtig“, sagt der 17-Jährige.

Zu denen, die nicht so viel mit der Landespolitik anfangen können, gehört auch Leandro Plön (16). Er ist ebenfalls im Jugendparlament aktiv, will aber keinesfalls wählen gehen. „Ich habe mit Politik nicht so viel am Hut. Aber es wäre wohl wichtig.“

Seine Freundin Chantal Wedmann (17) ist noch unentschlossen. „Es ist wichtig, wählen zu gehen. Wenn jemand gewählt wird und dann etwas umstellt, was man nicht will, ist man selbst Schuld, wenn man nicht wählen war“, sagt die junge Frau. Enttäuscht ist sie von den vielen Wahlplakaten. Diese bestünden meist nur aus Sprüchen und würden nichts über die abgebildeten Kandidaten und deren Vorhaben aussagen.

Unsicher ist auch Jacqueline Bumann. Die 17-Jährige räumt ein, sich noch nicht so viele Gedanken gemacht zu haben. Jedoch bezeichnet sie sich durchaus als politikinteressiert. „Ich verfolge, was passiert und empfinde es als wichtig, zu wissen, was die einzelnen Parteien machen“, sagt Bumann. Dennoch würden andere Themen die Gespräche mit Gleichaltrigen überlagern.

Aber es sind ja auch noch ein paar Wochen bis zur Wahl – und wer weiß schon, wie viele der Erstwähler letztlich doch den Weg zur Wahlurne antreten. . .

 Sebastian Rosenkötter

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