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Landwirte unter Hochdruck: Jetzt muss der Weizen rein

Lensahn Landwirte unter Hochdruck: Jetzt muss der Weizen rein

Ostholsteins Landwirte erwarten kein besonders gutes Erntejahr. Nicht nur die Erträge sind teils gering, auch die Preise machen den Produzenten zu schaffen. Hinzu kommen Regentage. Klaus-Dieter Blanck, Vorsitzender des Kreisbauernverbands Ostholstein-Lübeck, nennt zudem Hagelschäden.

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Landwirt Johannes Burmeister (l.) und sein Mitarbeiter Markus Knebler bei der Ernte.

Quelle: Fotos: Sebastian Rosenkötter

Lensahn. Besonders heftig getroffen hat es Johannes Burmeister. Der 57-Jährige aus der Gemeinde Lensahn ist seit Jahrzehnten im Geschäft. Als vor wenigen Wochen eine ordentliche Ladung Hagel runterkam, seien rund 85 Prozent seiner Rapsernte zerstört worden. Doch das Thema ist abgehakt.

Beim Wetter könne er nicht viel machen. Ein Blick auf den Regenradar, ein Blick in den Himmel, viel mehr gehe eben nicht. Burmeister, dessen Familie seit 1919 in der Landwirtschaft aktiv ist, konzentriert sich lieber auf das, was er beeinflussen kann. Aktuell ist es die Weizenernte.

LN-Bild

Verärgerung über den vielen Regen in den vergangenen Wochen.

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1 Prozent weniger Anbaufläche gibt es 2017 in Schleswig-Holstein im Vergleich zum Vorjahr. Laut Statistikamt Nord werden auf 651400 Hektar Ackerfrüchte angebaut.

Das Getreide wächst auf einer Fläche so groß wie 280 Fußballfelder. Ist es trocken, schickt Burmeister seinen Mähdrescher los. Gelenkt wird der Hunderttausende Euro teure Kraftprotz meist von Stefan Johannson und Dirk Maaß. Die Männer fahren mit 3,5 km/h über den Acker. „Wir schaffen 2,6 Hektar die Stunde“, sagt Maaß. Zwischendurch muss der Koloss, der täglich etwa 600 Liter Diesel verbraucht, entleert werden. Etwa acht Tonnen passen in den Korntank. Anschließend wird die Ladung per Trecker zum wenige Hundert Meter entfernten Getreidespeicher gefahren. „Für den Doppelzentner gibt es 16 Euro. Vor ein paar Jahren waren es mal über 20“, so Burmeister. Da sei es möglich gewesen, etwas Geld zu investieren.

Doch daran ist aktuell nicht zu denken. Landwirte wie Johannes Burmeister hoffen auf möglichst viel Sonne und wenig Frühnebel. „Ansonsten ist das Getreide ganz feucht“, erklärt der Lensahner. Was für Auswirkungen ein feuchter Sommer hat, weiß auch Klaus-Dieter Blanck. „Die Regenfälle verursachen Qualitätsprobleme. Wenn es nur noch eine schlechte Backeignung hat, wird es mit erheblichen Qualitätsabschlägen gehandelt“, erläutert der Fehmaraner. Bei einer Einstufung als Futterweizen würde die Einnahme um 180 bis 200 Euro pro Hektar niedriger ausfallen. Deshalb müsse möglichst zügig alles geerntet werden.

Trotz der vielen Schwierigkeiten wirkt Johannes Burmeister glücklich. Die Arbeit als Landwirt erfüllt ihn seit Jahrzehnten. „Das ist meine 30. Ernte“, erzählt er. Da mache es auch nicht so viel, dass er seit Jahren nicht im Urlaub war. „Die Arbeit ist toll. Du siehst, wie etwas wächst. Ein Korn ist wie ein Baby. Man hat Angst vor Läusen, beseitigt Unkraut und will es beschützen“, sagt Burmeister.

Dennoch dürfte er zufrieden sein, wenn der Weizen endlich runter vom Feld, die Ernte für 2017 geschafft ist.

Andere Landwirte müssen noch etwas länger ran. Klaus-Dieter Blanck erläutert, dass Ende August/Anfang September die Ackerbohnen fällig seien. Einen Monat später folge der Mais. „Der sieht sehr gut aus. Dem macht der Regen aktuell nichts“, so Blanck. Nach der schlechten Raps- und durchschnittlichen Gerstenernte sei dies eine positive Momentaufnahme.

Erntemenge nimmt acht Prozent ab

Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein und das Statistikamt Nord rechnen in diesem Jahr mit einer Erntemenge von 2,7 Millionen Tonnen. Das seien acht Prozent weniger als im vergangenen Jahr. „Die Rekorderträge der letzten beiden Vorjahre je Hektar werden dieses Jahr voraussichtlich nicht wieder erreicht. Die Getreideanbaufläche wurde um 3000 Hektar (plus ein Prozent) ausgeweitet“, heißt es auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer. Die flächenstärkste Getreideart ist nach wie vor der Winterweizen. Er wird auf 185000 Hektar angepflanzt, gefolgt von Wintergerste (61600 Hektar) und Winterrogen (26400 Hektar).

 Sebastian Rosenkötter

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