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Ostholstein Lasertechnik im Supermarkt: Wie groß waren die Räuber?
Lokales Ostholstein Lasertechnik im Supermarkt: Wie groß waren die Räuber?
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21:13 05.07.2017
Der Edeka-Markt in Hutzfeld rückt nach etlichen Verhandlungstagen wieder in den Mittelpunkt des Raubprozesses am Landgericht. Quelle: Foto: Peyronnet
Hutzfeld/Lübeck

Der Flur, der im Edeka-Markt in Hutzfeld zum Kassenbüro führt, rückt noch einmal in den Mittelpunkt des Interesses im Hutzfelder Raubprozess. Er wird demnächst kalibriert (vermessen) und mit Dummies bestückt. Eine Gutachterin des Landeskriminalamtes soll feststellen, ob die Männer, die im Oktober 2015 den Supermarkt überfielen, größer waren als die auf der Anklagebank des Lübecker Landgerichts. Dort wird gegen Behar T. (28) und Kastriot K. (27) verhandelt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen besonders schweren Raub vor.

Arne Timmermann, der Verteidiger von Behar T., brachte die Begriffe Fotogrammetrie und forensisches Laserscanning in das Verfahren ein. In einem Beweisantrag formulierte er, was mit diesem Verfahren erreicht werden soll. Mit einer bestimmten Lasermessung könne die Gutachterin des LKA feststellen, dass die wirklichen Täter über 1,80 Meter groß sein müssten. Da ließ der Vorsitzende Richter der III. Großen Strafkammer, Kai Schröder, gleich im Verhandlungssaal nachmessen. Mit einem Maßband stellten zwei Justizwachtmeister fest, dass Behar T. 1,78 Meter groß ist und Kastriot K. 1,75 Meter und einen halben Zentimeter. Gemessen mit Turnschuhen.

Kastriot K. war es auch, der am gestrigen Verhandlungstag sein Schweigen brach. Sein Verteidiger Olaf Reinecke hatte ein ärztliches Gutachten beantragt, dass sein Mandant stottere. Die beim Überfall mit einem Messer bedrohte Mitarbeiterin des Edeka-Marktes will bei den Tätern davon nichts bemerkt haben. Außerdem kündigte Reinecke an, sein Mandant werde etwas zur Sache sagen, dann könne jeder den Sprachfehler hören. Tatsächlich ist Kastriot K. schwer zu verstehen, was an seinem Akzent, gemischt mit zeitweisem Stottern, liegt. Er schilderte dem Gericht, dass er derjenige sei, der auf dem Fahrersitz saß, als das in Hutzfeld verwendete Tatfahrzeug in Bockhorn zwischen Bad Bramstedt und Bad Segeberg geblitzt wurde. Allerdings sei er nicht nach Hutzfeld gefahren, sondern nach Bad Segeberg, wo er den bei einem Einbruch in Bargteheide gestohlenen BMW M 3 an „zwei Polen“ übergeben habe – für 2000 Euro.

Dazu, wer der Beifahrer auf dem Blitzerfoto ist, wollte er nichts sagen, die Polen kenne er nicht mit Namen, wisse gar nichts über sie. Von Bad Segeberg aus sei er nach der Autoübergabe mit dem Taxi weggefahren. Er habe, versicherte Kastriot K., mit dem Raubüberfall nichts zu tun. „Hätte ich was mit dem Überfall zu tun, hätte ich den Einbruch nicht zugegeben. Mit diesen Raubsachen habe ich echt nichts am Hut.“ Allein schon wegen des Blitzers hätte er keinen Raub begangen. „Das ist wie eine rote Ampel.“ Verteidiger Reinecke beantragte weiter, die überfallene Supermarkt-Mitarbeiterin mit Kastriot K. sprechen zu lassen oder ihr ein Tonband mit seiner Stimme vorspielen zu lassen. Sie werde aussagen, dass die Täter hellere Stimmen gehabt hätten.

Den neuen Beweisforderungen der Verteidiger geht die Kammer nun nach. Neue Verhandlungstermine wurden gestern bis in den September hinein festgelegt.

Susanne Peyronnet

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