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Ostholstein Laute Partys: Streit um Nachtruhe
Lokales Ostholstein Laute Partys: Streit um Nachtruhe
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22:10 27.08.2018
Veranstaltungen wie die Beachvolleyball-Partys gehören zu den Publikumsmagneten in Timmendorfer Strand. *FOTO: FELIX KÖNIG
Ostholstein

Auf Fehmarn war während der Harley Days am vergangenen Wochenende in Burg bis 2 Uhr nachts Party. Doch das ist nicht überall erlaubt: Auf Facebook hatte ein Post über zeitliche Beschränkungen bei öffentlichen Veranstaltungen in Timmendorfer Strand eine Diskussion ausgelöst. René Kleinschmidt, der beim Scharbeutzer Weinfest im Kurpark noch nach Mitternacht als DJ auflegen durfte, fragte, warum das nicht auch in Timmendorfer Strand möglich sei. „Dort müssen Veranstaltungen meist bis 22 oder spätestens 23 Uhr beendet sein“, sagte er. Andere User schrieben daraufhin, Timmendorf sei bald nur noch für Rentner interessant, oder „wenn du hier nach 22 Uhr etwas erleben willst, musst du wohl auf den Friedhof gehen“.

Nachtruhe verpflichtend, Ausnahmen möglich

Joachim Nitz, Tourismus-Chef von Timmendorfer Strand, sieht keine Probleme im Ort: „23 Uhr empfinde ich persönlich für normale Großveranstaltungen als vollkommen ausreichend.“ Er habe zudem nicht die Erfahrung gemacht, dass die Gemeinde Ausnahmeregelungen zurückhalte. Zur Erklärung: Ab 22 Uhr gilt die gesetzlich vorgeschriebene Nachtruhe. Besteht ein öffentliches Interesse, kann eine Gemeinde Ausnahmen zulassen und eine Veranstaltung bis 23 Uhr oder länger zulassen.

Besucher des Scharbeutzer Weinfestes dürfen sich sonnabends seit jeher bis 1 Uhr amüsieren. Das Weinfest sei eine Traditionsveranstaltung, sagte dazu Heiko Laskowski, Ordnungsamtsleiter der Gemeinde Scharbeutz. Es handele sich dabei um eine von wenigen Ausnahmen. „Im Jahr 2017 hatten wir in Scharbeutz insgesamt fünf Veranstaltungen, die nach 23 Uhr endeten.“ Neben einer Silvester-Feier und dem Tanz in den Mai – beides Ausnahmen, die auch andernorts bis weit nach Mitternacht gehen – sei das ein Schützenfest sowie eben das Weinfest gewesen. Dabei gebe es aber Auflagen: von Reduzierung der Musiklautstärke über Ausrichtung der Bühne oder Einstellung des Getränkeausschanks.

23 Uhr ist auch in anderen Gemeinden „Schmerzgrenze“

Unterm Strich bleiben also auch in Scharbeutz nur zwei Feste übrig, die wirklich länger andauern als in Timmendorfer Strand und anderen Küstenorten. Die Ausnahme bilden sie trotzdem. Grömitz, Kellenhusen, Dahme und Großenbrode beschränken ihre normalen Großveranstaltungen auf 23 Uhr. „Die Nachtruhe ist für uns die Schmerzgrenze“, sagt Dana Letto vom Ordnungsamt Grömitz. „Wird eine Ausnahmeregelung erteilt, gelten auch hier verschärfte Bedingungen.“ Für Bernd Prüß, Büroleiter der Gemeindeverwaltung Grömitz, ist das ein gelungener Kompromiss zwischen Unterhaltung und Ruhebedürfnis. „Damit sind wir bisher gut gefahren.“ Touristen wollten unterhalten werden, manche wünschten sich aber auch schlicht Erholung. „Außerdem gibt es Einheimische, die leben hier nicht nur zehn, sondern 365 Tage im Jahr.“

Ähnlich sieht man das in Großenbrode. Abgesehen von Silvester ist dort eine Stunde vor Mitternacht Schluss. „Gerade in den touristisch geprägten Orten muss seitens der Genehmigungsbehörden die gesamte Öffentlichkeit betrachtet werden“, sagte Thekla Ganzert vom Ordnungsamt. „Dritte, insbesondere die Nachbarschaft, sollten nicht durch Lärmimmissionen gestört oder belästigt werden.“

In Bad Schwartau gibt es mit der Regelung der allgemeinen Nachtruhe so gut wie keine Probleme. „Wir haben ja auch nicht so viele musikalische Großveranstaltungen“, sagte Ordnungsamtschef Bernd Kubsch. Eine Ausnahmegenehmigung gibt es seit Jahren zum Volks- und Schützenfest. „Da darf dann auch mal lauter bis Mitternacht gefeiert werden.“ Allerdings fühlen sich auch in Bad Schwartau Anwohner häufig durch Lärm bei Veranstaltungen belästigt.

Klar geregelt

Die Nachtruhe dauert in Deutschland im Allgemeinen von 22 Uhr bis 6 Uhr. In dieser Zeit sind Betätigungen verboten, die die Nachtruhe stören könnten. Die Vorgaben sind im Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) geregelt. Ausnahmen bei besonderen Anlässen dürfen aber genehmigt werden. Die Bayerischen Biergartenverordnung hat eine eigene Nachtzeit und zwar von 23 bis 7 Uhr.

Luisa Jacobsen

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