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Ostholstein Leben fürs Kunsthandwerk: 45 Jahre Inseltöpferei Fehmarn
Lokales Ostholstein Leben fürs Kunsthandwerk: 45 Jahre Inseltöpferei Fehmarn
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18:23 21.06.2016
Seit 45 Jahren ein fester Anlaufpunkt für Insulaner, Urlauber und Freunde des Kunsthandwerkes: die „Inseltöpferei Fehmarn“ in der Niendorfer Straße 12 in Burg.

Sie ist eine Institution. Weit über die Insel hinaus: Christa Bänfer-Schellmann aus Burg. Seit 45 Jahren lebt sie in ihrer „Inseltöpferei Fehmarn“ mit großem Engagement Kunsthandwerk. Mit anhaltender Freude am kreativen Schaffen: „Ich habe das Gefühl, ich bin noch nicht fertig“, steckt die 69-Jährige voller Zukunftspläne.

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Christa Bänfer-Schellmann hat viele junge Talente gefördert – Bis 2006 war sie Vorsitzende im Berufsverband Angewandte Kunst SH, der seit nunmehr 70 Jahren besteht.

Nicht nur Insulaner und deren Gäste lieben und schätzen ihre Keramik-Unikate. Eines steht im Landesmuseum Schloss Gottorf, angekauft vom damaligen Leiter Professor Heinz Spielmann. Zudem kann Bänfer-Schellmann auf viele Ausstellungs-Beteiligungen zurückblicken, darunter bis nach Zagreb.

Von 1989 bis 2006 war sie insgesamt 17 Jahre im Vorstand des Berufsverbandes Angewandte Kunst Schleswig-Holstein (BAK-SH, früher Berufsverband Kunsthandwerk), seit 1997 als Landesvorsitzende. 2016 kann der 1946 unter anderem Namen gegründete Berufsverband auf sein 70-jähriges Bestehen zurückblicken.

In der langen Zeit, in der Bänfer-Schellmann die Arbeit ehrenamtlich entscheidend mitgeprägt hat, wurden durch Ausstellungen in Museen und Galerien viele heimische Künstler unterstützt. Sie selbst spricht im Rückblick gerne von einer „sehr fruchtbaren Ära“.

Starke überregionale Aufmerksamkeit fand die regelmäßige „Jahresschau Kunsthandwerk“ mit einem Überblick über die künstlerischen und kunsthandwerklichen Arbeiten in den Bereichen Schmuck, Glas, Textil, Keramik, Holz und Metall. Bis heute: Die Jahresschau 2016 unter dem Titel „Zu Zweit“ wird im St. Annen-Museum Lübeck am 9.Oktober eröffnet.

Weitergegeben hat Christa Bänfer-Schellmann, Diplom-Designerin für Keramik, ihr großes Können aber auch an zahlreiche junge Menschen. Von 1977 bis 2004 hat sie in der „Inseltöpferei“ insgesamt elf Lehrlinge ausgebildet. Mit großem Erfolg: Fünf wurde als Landessieger ausgezeichnet, viele arbeiten bis heute mit starker Anerkennung in diesem Kunsthandwerk. Manchmal schauen Ehemalige in der „Inseltöpferei“ vorbei. Bänfer-Schellmann: „Ich arbeite immer gerne mit jungen Menschen um mich herum. Das ist das Beste, was passieren kann.“ Oder sie erzählen einander Geschichten von früher.

Das interdisziplinäre Studium bei Künstlern des Bauhauses und der Neuen Sachlichkeit ist nicht zu übersehen. Sie selbst sieht in dieser Tradition die Wurzeln ihres Schaffens. Bänfer-Schellmann hat aber ihren eigenen Weg gefunden: „Ich bin nicht Bauhaus, wollte immer floral arbeiten. Meine Dozentin hat mich gelassen.“

Eine ihrer Antriebskräfte ist die ständige Fortentwicklung ihrer Arbeit. Bänfer-Schellmann: „Die Inspiration zu meinem Schaffen ziehe ich aus dem besonderen landschaftlichen Umfeld der Insel Fehmarn“. Die Arbeitsreihen, aus denen ihre Unikate stammen, tragen Namen wie „Winter auf Fehmarn“, „Mondkinder“ „Unterwasserbäume“ oder „Tausend und eine Nacht“. In ihrer Werkstatt werden hochgebranntes Steinzeug sowie Einzelstücke aus Porzellan hergestellt. Dabei legt Bänfer-Schellmann Wert auf klare Formen und Funktionalität. „Ich bin noch nicht fertig“, betont sie im LN-Gespräch ein zweites Mal. Damit ihr nicht eines Tages das Material ausgeht, weil es nicht mehr hergestellt wird, hat sie damit den ganzen Keller vollgepackt.

Stationen der Künstlerin

1971 Abschluss Diplom-Designerin an der Fachhochschule für Gestaltung (Wiesbaden), Studiengang Keramik bei Prof. Margot Münster (Schülerin des Bauhaus-Keramikers Otto Lindig)

Ferner Malerei bei Prof. Alo Altripp (Schüler von Alexej von Jawlensky) und Bildhauerei bei Erwin Schutzbach

Diplomarbeit: Vasenmalerei der minoischen Kultur (2800 bis 1000 v.Chr.)

1971 Gründung Inseltöpferei Fehmarn

1975 2. Preis Richard-Bampi-Preis, Wettbewerb Veste Coburg

1985 Belobigung Triennale für Kleinplastik in Zagreb

2016 Ausstellungen in Lübeck und Chronik BAK-SH in Vorbereitung

Gerd-J. Schwennsen

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