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Ostholstein Lebendige Zeitreise durch die Jugend-Subkulturen
Lokales Ostholstein Lebendige Zeitreise durch die Jugend-Subkulturen
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09:09 16.10.2017
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Neustadt i.H.

Ob langhaariger Rocker, kahlgeschorener Skinhead oder rebellischer Punk. Jede Generation hat eigene Jugendkulturen, die alsbald heftige Vorurteile provozieren. Und natürlich auch die lieben Mitmenschen, die diejenigen, die gegen den Strom schwimmen, schnell zu Randgruppen abstempeln.

Zufällig an ihrem 40. Geburtstag gab es für Barbara Dahlke-Neils, Hauptorganisatorin des Projekts „Jugendsubkulturen durch die Jahrzehnte“, am Sonnabend nicht nur liebevolle Präsente. Sondern es erfüllte sich auch ein Herzenswunsch: Junge und jung gebliebene Menschen, die sonst eher nicht den Weg an die Öffentlichkeit suchen, stellten in der Neustädter Kulturwerkstatt Forum sich und ihre Kulturen vor, mit denen sie sich identifizieren. Eine spannende Zeitreise mit viel Musik am Abend. 

Gothic-Look und Lebensfreude 

Das widerspricht sich nicht. Kathrin (links, 34) gehörte früher selbst der Szene an und hilft Kristin (29), für einen Nachmittag in diese Rolle hineinzuschnuppern. „Ich war damals nur ein ,Möchtegern-Gothic’“, bekennt sie. Kathrin dagegen war jahrelang voll dabei. „Für meinen Auftritt heute habe mich extra schön gemacht“, lächelt sie in die Kamera. Denn es ist ihr zentrales Anliegen, hartnäckige Klischees auszuräumen. „Es stimmt einfach nicht, dass die Gothics sowieso alle depressiv sind und überhaupt keine Lebensfreude genießen können.“ Kathrin tritt den Gegenbeweis an. Wen es interessiert, mit dem spricht sie aber auch ausführlich über die Einstellung von Gothics zu Tabu-Themen wie Tod oder Vergänglichkeit.

Flower Power mit Glücksrad

Stefanie (47) und Chantal (17) verteilen, wenn Fortuna mitspielt, von Süßigkeiten bis zu kleinen Retro-Artikeln ausgefallene Gewinne. Der Erlös kommt dem Kinder- und Jugendnetzwerk zugute. Zeitlich eindeutig einzuordnen sind die Fragen beim 60er-Jahre-Quiz. Bei ihrer Zeitreise zurück zu Woodstock, Hippies, Minirock und Pille thematisieren sie auch die Probleme der damaligen Jugend. Stefanie: „Das war die Zeit, als viele vom Gammel-Look sprachen.“

Ein Hauch von Japan

Niklas (17) und Vivian (22) präsentieren die Manga- und Anime-Szene. Insbesondere Niklas ist dabei die treibende Kraft. Vor Jahren ist er durch Freunde dazugestoßen – seither hat die Faszination bei ihm nicht nachgelassen. In Neustadt stellt er gemeinsam mit Vivian eine breite Auswahl an Büchern, Figuren und Spielen vor. Sie zeigen Außenstehenden, dass Comic nicht gleich Comic ist. 

Schicke Mods

Eher unbeliebt waren auch noch in den 80er Jahren die Mods. Martin und Bettina (beide 46) zeigen ihren Dresscode, der damals oft für Aufsehen sorgte. Martin: „Drei-Knopf- Anzug, schmaler Schlips und Chelsea-Boots, dazu Vespa- oder Lambretta-Motorroller. Amerikanische Armeeparkas schützten unsere Kleidung.“

Texte und Fotos Gerd Schwennsen

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