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Ostholstein Leerstände in Oldenburg: Hilft ein Stadtmarketing?
Lokales Ostholstein Leerstände in Oldenburg: Hilft ein Stadtmarketing?
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09:47 04.07.2017
Immer mehr Geschäftsräume stehen leer – wie hier in der Kuhtorstraße. Auch die Fleischerei Renn (hi. rechts) ist dauerhaft geschlossen. Quelle: Foto: Jen

Der neu eingerichtete Wirtschafts- und Stadtentwicklungsausschuss will sich heute Abend in seiner ersten Sitzung mit dem Thema befassen (19 Uhr, Hoheluftstraße 6).

Oldenburg hat seit Längerem mit Leerständen und fehlenden Besuchern im Stadtzentrum zu kämpfen. Immer wieder wurde darüber diskutiert, wie die Innenstadt belebt werden könnte. Gutachter hatten zuletzt empfohlen, den Fokus aufs Zentrum zu legen und Druck von der Grünen Wiese im Zweifel auszuhalten (die LN berichteten).

Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) hofft, dass mit einer besseren Vermarktung und gezielten Werbeaktionen die Anziehungskraft Oldenburgs gesteigert werden kann. Besonderes Augenmerk solle dabei auf Einzelhandel und Gastronomie in der Innenstadt gelegt werden, schreibt er in der entsprechenden Vorlage für die Ausschusssitzung.

Neben einer umfassenden Vermarktungsstrategie für die Stadt geht es insbesondere darum, Leerstände zu beseitigen. Dafür sollen beispielsweise ein entsprechendes Kataster erstellt und veröffentlicht, Investoren und Händler angesprochen sowie Ideen für übergangsweise Nutzungsformen und Dekorationen von leerstehenden Räumen entwickelt werden. So steht es in einem ersten Entwurf für die zukünftigen Aufgaben des Stadtmarketings. Auch sollen Veranstaltungen zur Belebung der Innenstadt auf die Beine gestellt und ein „Konzept zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität“ erstellt werden. Ziel ist es, für Oldenburg ein positives Image aufzubauen, das auch außerhalb der Stadtgrenzen Wirkung zeigt.

Die Idee eines Stadtmarketings sei in der Vergangenheit schon mehrfach aufgekommen, allerdings – nicht zuletzt aufgrund der damit verbundenen Kosten – nie abschließend diskutiert worden, so Voigt.

Mit Blick auf die wachsenden Leerstände und das jüngste Einzelhandelsentwicklungskonzept habe er den Gedanken nun erneut aufgegriffen. Es sei nicht länger damit getan, Marketingaufgaben der Kultour GmbH als städtischer Tochter zuzuordnen und dort Leistungen einzufordern. Das sei kein Vorwurf, betont der Verwaltungschef, er wolle lediglich deutlich machen, „dass ein wirksames Stadtmarketing den Einsatz zusätzlicher Mittel erfordert“. Die Kultour GmbH sei nicht mit den nötigen finanziellen Voraussetzungen ausgestattet.

Sollte die Politik grünes Licht dafür geben, das Projekt weiter zu verfolgen, müsse überlegt werden, ob das Stadtmarketing einem Unternehmen übertragen oder dafür eigenes Personal eingestellt werde, erklärt der Bürgermeister. Gegebenenfalls sollen in einer der kommenden Sitzungen die verschiedenen Möglichkeiten und die voraussichtlichen Kosten skizziert werden. Fördermöglichkeiten hat die Verwaltung bereits geprüft; über die Aktiv-Region Wagrien-Fehmarn könnten voraussichtlich Zuschüsse von 40 oder sogar 55 Prozent beantragt werden. Auch mit dem Wirtschafts- und Fremdenverkehrsverein soll gegebenenfalls über eine finanzielle Beteiligung gesprochen werden.

Premiere für den neuen Ausschuss

Der Wirtschafts- und Stadtentwicklungsausschuss tagt am heutigen Dienstag zum ersten Mal. Das neue Gremium wurde auf Antrag der CDU-Fraktion gegründet, um sich mit Fragen rund um die Gestaltung der Innenstadt zu befassen. Neben Kommunalpolitikern sind auch Vertreter der lokalen Wirtschaft Mitglieder im Ausschuss (die LN berichteten). Die Sitzung beginn heute Abend um 19 Uhr im ehemaligen Schulgebäude in der Hoheluftstraße 6.

 Jennifer Binder

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