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Ostholstein Mühlenteich nach 20 Jahren komplett leer
Lokales Ostholstein Mühlenteich nach 20 Jahren komplett leer
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17:57 04.12.2018
Mitglieder des Neustädter Anglervereins bei der Arbeit am Lensahner Mühlenteich: um den Mönch (das Wehr am Abfluss) reparieren zu können, musste das Seewasser komplett abgelassen werden. Quelle: GÄBLER
Lensahn

Diesen Anblick bot der Lensahner Mühlenteich das letzte Mal vor 20 Jahren: nur gähnende Leere, Matsch und Modder – so weit das Auge reicht kaum Wasser. Der 16 Hektar große See mitten in Lensahn war in einer seit Mai aufwendig geplanten Aktion zum vergangenen Wochenende hin komplett abgelassen worden. Der Grund: das Wehr („Mönch“) am Nordufer, das den Wasserstand im See reguliert, war marode und musste erneuert werden.

Horst Kreft (54) aus Schönwalde ist Vorsitzender des Neustädter Anglervereins, der den See für seine 375 Mitglieder seit 15 Jahren gepachtet hat. Seit Mai hat er mit seinen Vorstandskollegen diese Aktion detailliert geplant: „Das hat uns jede Menge Mühe, Nerven und Arbeit gekostet“, sagt Kreft rückblickend.

Mühlenteich nach 20 Jahren erstmals komplett abgelassen

Seit Jahren schon habe es ein Problem gegeben, so Kreft weiter: der See werde nur aus den Zuläufen des Bungsbergraumes gespeist. Es gibt aber einen Abfluss im Nordbereich des Sees, wo der „Mönch“ (Fachbegriff für das Wehr) steht. Dieses massive Bauwerk besteht zwar aus festen Betonwänden und der Wasserstand wird durch Holzbohlen in der Tiefe reguliert – aber genau diese Holzbohlen sind im Laufe der Jahre völlig marode geworden. Deshalb sank der Wasserstand im See kontinuierlich. Kreft: „Das hätte schlimm enden können für den Fischbestand. Es musste dringend gehandelt werden.“

Bohlen marode in vier Meter Tiefe

Für Kreft und seine Helfer hieß das: eine Reparatur an dieser tiefsten Stelle des Sees (vier Meter unter Normalnull) sei nur möglich, wenn das komplette Seewasser abgelassen ist. Seit Wochen schon wurde das Wehr langsam geöffnet, mit entsprechendem Erfolg: Genau zum geplanten Arbeitseinsatz-Termin war der See leer und die gut 20 Helfer konnten durch die meterdicke Schlammschicht waten, um den Fischbestand abzuschöpfen. Er wurde auf Anhängern der Fischzucht-Nord GmbH aus Rendsburg verladen und die Hechte, Aale, Schleien und Zander auf dessen 40 Gewässer verteilt.

Am Ende der Wochenend-Aktion gab es für alle Helfer nach getaner Arbeit erst mal heiße Suppe und frische Kleidung. Denn trotz brusthoher Wathosen war so mancher im meterdicken Schlamm steckengeblieben und musste bäuchlings freigezogen werden. Entsprechend verschmutzt – aber zufrieden über den Erfolg der Aktion – waren die Neustädter Angler.

See gehört Grafen von Oldenburg

Der See ist eigentlich in Besitz des Grafen Christian von Oldenburg, der ihn an die Neustädter verpachtet hat. Die sind nun allerdings auch für die Reparatur des Wehres zuständig. Gemeinsam mit der Firma Gollan sollten die Randbereiche am Wehr von tonnenschweren Bigpacks abgesichert werden, um gefahrlos an die maroden Bretter zu gelangen. Kreft: „Viel Vorarbeit für einen Tag Reparatur.“

Erst im Sommer wieder gefüllt

Wie lange braucht es jetzt, bis der Lensahner Mühlenteich wieder sein altes, romantisches Antlitz hat? Neustadts Angler-Vorsitzender Horst Kreft schaut hoch in den Himmel und sagt achselzuckend: „Sehen Sie selbst. Es regnet kaum. Das heißt, auch aus dem Bungsbergraum wird vorerst kaum Wasser nachfließen.“ Bis der See sein altes Niveau erreicht haben wird, wird es wohl bis zum Sommer dauern. Eine nachdrückliche Bitte oder Warnung spricht Kreft noch aus: Die Seefläche dürfe nicht betreten werden. „Es ist ein geschützter Bereich und da darf auch nichts entnommen werden.“

Louis Gäbler

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