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Lensahn baut neue Unterkunft für Flüchtlinge

Lensahn Lensahn baut neue Unterkunft für Flüchtlinge

Neubau für 25 Asylbewerber an der Lübecker Straße kostet etwa 530000 Euro.

Amt und Kirche ziehen an einem Strang: Klaus Winter (r.) und Lutz Schlünzen (2.v.r.) besuchen mit weiteren Beteiligten die Baustelle.

Lensahn. Der Wohnungsmarkt ist ausgereizt — das Amt Lensahn hat mit dem Bau einer neuen Flüchtlingsunterkunft begonnen. Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde stellt dafür kostenfrei ein Grundstück an der Lübecker Straße zur Verfügung. 25 Asylbewerber sollen dort in Zukunft untergebracht werden; die ersten Bewohner können voraussichtlich im Juni einziehen.

„Wir brauchen zusätzlichen Wohnraum. Alle Wohnungen sind belegt.“ Klaus Winter (CDU), Bürgermeister

530000 Euro werden investiert. Eine ausschließlich dezentrale Unterbringung sei nicht mehr möglich, so Lensahns Bürgermeister und Amtsvorsteher Klaus Winter (CDU). Viele weitere Kommunen in Ostholstein — so zum Beispiel Oldenburg, Neustadt und die Gemeinden des Amtes Oldenburg- Land — mussten das ebenfalls bereits einsehen und Sammelunterkünfte für Flüchtlinge schaffen (die LN berichteten).

Insgesamt sind laut Winter derzeit etwa 180 Asylbewerber im Lensahner Amtsbereich untergebracht. „Wir alle kennen die Diskussion, ob man angesichts der rückläufigen Flüchtlingszahlen tatsächlich noch zusätzliche Einrichtungen braucht“, so der Amtsvorsteher. Fakt sei jedoch: „Wir haben keine leeren Wohnungen mehr.“ Alle vom Amt angemieteten Räumlichkeiten — in Lensahn seien es etwa 50 Wohnungen — seien belegt.

Hinzu komme, dass „es bei uns eine Sondersituation gibt“, betont Winter mit Blick auf das Jugendhilfehaus. Dort werden viele minderjährige Flüchtlinge untergebracht, die ohne Begleitung Erwachsener nach Deutschland gekommen sind. Mit 18 Jahren müssen sie ausziehen und werden vom Kreis mit auf die einzelnen Kommunen verteilt. Zu dem Zeitpunkt seien viele der jungen Leute aber schon gut in Lensahn integriert, seien im Sportverein aktiv oder hätten Bekanntschaften geschlossen, erzählt Winter, „deshalb möchten wir sie dann auch bei uns behalten“. Für die jungen Erwachsenen sei der Neubau in der Lübecker Straße ideal: Die Lage sei zentral und die Bewohner hätten zwar ihre Privatsphäre, seien zugleich aber auch nicht völlig auf sich allein gestellt. Auch Hilfs- und Betreuungsangebote könnten in einer Sammelunterkunft leichter vorgehalten werden.

Vorgesehen sind laut Architektin Nina Hiller fünf separate Wohneinheiten für jeweils fünf Menschen, die sich Küche, Bad und Wohnzimmer teilen. Jeder Bewohner habe ein eigenes Schlafzimmer und ihm stehe eine Waschmaschine in einem Hauswirtschaftsraum zur Verfügung. „Grundsätzlich ist eine dezentrale Unterbringung natürlich vernünftig“, so Winter. Für sehr junge Erwachsene halte er eine Übergangslösung wie die jetzt geplante aber durchaus für sinnvoll. Die Wohnungen — in denen laut Winter zurzeit ebenfalls viele Einzelpersonen untergebracht sind — könnten auf diese Weise zudem vorwiegend an Familien vergeben werden.

Was mit dem neuen Gebäude passiert, wenn es irgendwann nicht mehr für Asylbewerber benötigt wird, ist noch unklar. Die Kirchengemeinde stellt das entsprechende Areal so lange zur Verfügung, wie es benötigt wird — danach sei „alles offen“, sagt Kirchengemeinderatsvorsitzender Lutz Schlünzen. Auch ein Abriss des Gebäudes sei nicht ausgeschlossen, er gehe aber eher davon aus, dass es anderweitig genutzt werde. Laut Architektin könnten später ohne großen Aufwand einige Trennwände entfernt und die Räume so vergrößert werden. Laut Klaus Winter wäre zum Beispiel eine Nutzung für die Jugendarbeit oder auch als Unterkunft für Kirchengruppen von außerhalb denkbar. „Das ist aber Zukunftsmusik“, betonen Bürgermeister und Kirchen-Vertreter unisono. Erst einmal sei es wichtig, dass alle zugewiesenen Asylbewerber auch untergebracht werden könnten.

Von Jennifer Binder

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