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Ostholstein Letzte Grüße unter der Gruber Linde
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20:19 13.09.2013
Ein Friedhof ist ein Ort der Ruhe. Am Tag des Friedhofs können Besucher sich über Friedhofskultur informieren. Quelle: Fotos: hfr, ks

Immer mehr Menschen lassen sich anonym bestatten. Auch im kleinen Grube ist das so, weiß Küster Manfred Manthey. Bisher hatten sie keinen Ort zum Trauern. Jetzt können sie Blumen im Schatten der großen Linde ablegen, an dem großen Baum, wenn man vom schmiedeeisernen Tor den Hauptweg heruntergeht in Richtung Kapelle.

Diesen Platz zum Trauern, um eine Blume abzulegen oder einfach nur zu verweilen, diesen Ort hatte Sünje Thomsen-Stobbe damals vermisst, als sie ihren Mann hier anonym beerdigen ließ. Gemeinsam hatten die Eheleute beschlossen, ein anonymes Grabfeld soll es sein — dann hätte Frau Thomsen-Stobbe gewusst, wo ihr Mann begraben liegt. „Doch das gab es in Grube gar nicht“, sagt sie, und das habe sie erst im Nachhinein erfahren (die LN berichteten).

Jetzt ist es auf dem Gruber Friedhof so geregelt, sagt Küster Manfred Manthey, dass rund um die Linde ein gepflastertes Band angelegt wurde, wo Blumen oder andere Grüße abgelegt werden können. So habe die Kirche auf den Fall Thomsen-Stobbe reagiert, und das sei sehr gut so. Denn, sagt der Küster: „Wir waren mit den anonymen Bestattungen auch nicht so ganz glücklich.“ Zwar kam die Entscheidung für Sünje Thomsen-Stobbe zu spät, sie findet es trotzdem schön, für alle anderen. Sie hat sich die Grabstelle zeigen lassen, sie umwandeln lassen in eine normale Grabstätte und pflegt nun ein Urnengrab. Und Thomsen-Stobbe weiß, viele Gruber macht es zufrieden, dass es jetzt diese Stelle gibt, dass sie wissen, ungefähr hier ist mein Mann oder meine Frau beigesetzt, hier kann ich herkommen.

Schließlich habe man mit dem Angebot auch dem „Trend“ Rechnung getragen, dass immer mehr Menschen anonym beerdigt werden. Das sieht Küster Manthey jeden Tag, wenn er über den Friedhof geht und an mehr freien Grabstellen vorüberkommt als ihm lieb ist. Die Gründe sind klar, sie haben damit zu tun, dass die Zeiten sich ändern: Anonyme Bestattungen sind kostengünstig und ersparen den Angehörigen Mühe, ein Grab zu pflegen — eine traurige Wahrheit, findet der Küster. Wahrscheinlicher ist jedoch, sagt Manthey, dass der Tod im Heute, in dem Jugend und Erfolg so wichtig sind, einfach ausgeblendet wird. Zeiten ändern sich eben. Und so kann man sich heutzutage sogar im Internet darüber informieren, was es kostet, sich beerdigen zu lassen.

Beim Tag des Friedhofs am Sonntag, 15. September, informieren Mitglieder vom Kirchengemeinderat über den Ort der letzten Ruhe und Bestattungen. Besucher können in der Zeit von 15 bis 17 Uhr auch mit Steinmetzen ins Gespräch kommen — oder einfach einen Spaziergang über die Gruber Friedhöfe machen.

Rundgänge, Konzerte und Vorträge
Kirchengemeinde Burg a.F.: Friedhof: nahe Sahrensdorfer Straße 60, Programm: 15 Uhr: Führung über den neuen Friedhof mit Erläuterung der Bestattungsmöglichkeiten, Vorstellung der Neuauflage der Broschüre: „Ende des Lebens — und was dann?“, Büchertisch in der Kapelle. Hospizdienst, Bestatter und Gärtner beraten Besucher. 18 Uhr: Abschluss mit Gottesdienst in der Nikolai Kirche


Kirchengemeinde Großenbrode: St. Katharinen, Programm: 10 Uhr Gottesdienst in der St.-Katharinen-Kirche. Im Anschluss gibt es eine Informationsveranstaltung mit dem Friedhofsausschussvorsitzenden und dem Friedhofswart. Begehung des Friedhofs.


Kirchengemeinde Grube: Friedhof Hauptstraße 65, Programm: 15 bis 17 Uhr an und in der Friedhofskapelle. Bei Kaffee und Kuchen gibt es Zeit für Gespräche und Informationen durch Bestatter, Steinmetz, Gärtner und Mitglieder des Kirchengemeinderates. Anschließend Führung über den Friedhof und musikalische Andacht.


Kirchengemeinde Hansühn: Neuer Friedhof nahe Wasbucker Weg 2, Programm: 14 und 15.30 Uhr: Vortrag über Friedhof und Grabarten. Im Anschluss Rundgänge. Alter Friedhof Lütjenburger Straße 2, Programm: 14.45 und 16.15 Uhr: Vortrag über Friedhof und Grabarten, im Anschluss Rundgänge. Für Kinder besteht die Möglichkeit, Blumenfelder zu gestalten.


Kirchengemeinde Heiligenhafen: Friedhof Kirchhofstraße 2, Programm: 10.15 Uhr Gottesdienst in der Kapelle auf dem Friedhof, 11 Uhr drei Führungen parallel: historisch, naturkundlich und Grabgestaltungsmöglichkeiten mit Kosten, 12 Uhr Rundgespräch, Imbiss, Erfrischung, 13 Uhr Ende der Informationsveranstaltung.


Kirchengemeinde Landkirchen: Friedhof Hauptstraße 32, Programm: 16 Uhr Gottesdienst in der Kirche, ab 17 Uhr Gespräche und Informationen zu Bestattungsformen, Gebühren und Grabpflege, 17.45 Uhr Führung über den Friedhof mit Herrn Lewerenz, 19 Uhr Konzert des Bläserchors.


Kirchengemeinde Oldenburg: Friedhof Hoheluftstraße 44, Programm: 11 Uhr bis 16.30 Uhr: Info-Stand der Treuhand für Grabpflege. Eine Gärtnerei wird Mustergräber ausstellen. Auf Wunsch werden Führungen über den Friedhof stattfinden. Es gibt Musik, ein Kinderprogramm, und für das leibliche Wohl wird auch gesorgt werden.

Kristina Schröder

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