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Ostholstein Lichtmess-Feier diesmal nur mit alten Hasen
Lokales Ostholstein Lichtmess-Feier diesmal nur mit alten Hasen
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20:21 03.02.2016
Souverän und zügig arbeitete das Team am Vorstandstisch die Tagesordnung ab: Harry Brockmann (v. r.), Klaus Kastenholz, Niko Rahn, Bürgermeister Volker Owerien, Eckhard Buck und Björn Knobloch.

„Liebe Sarkwitzerinnen“ — weiter kam Bürgermeister Volker Owerien (parteilos) nicht. „Nein, das stimmt ja gar nicht“, korrigierte er sich, „also liebe Sarkwitzer!“

Denn es gibt auch in Zeichen kompletter Gleichberechtigung in dem kleinen Ort in der Gemeinde Scharbeutz eine unumstößliche Tradition: An der seit 226 Jahren stattfindenden Lichtmessversammlung dürfen nur Männer teilnehmen.

Offenbar hat sich die örtliche Damenwelt mit dieser Tatsache abgefunden. So ließ Dorfvorsteherin Marion Urban von ihrem Mitstreiter Niko Rahn als Versammlungsleiter herzliche Grüße ausrichten, und auch sonst sind die Frauen der Dorf-Patriarchen stets am Gelingen des Abends maßgeblich beteiligt: Sie sorgen für die Verpflegung der im Dorfgemeinschaftshaus tagenden großen Männerrunde.

Die Tagesordnung ist seit mehr als zwei Jahrhunderten weitgehend dieselbe: Die Jagdpacht wird ausgezahlt, ebenso wie die Pacht für die das Dorf umgebenden Moore. Für weitere fünf Jahre wurden Jagd und Moor an den bisherigen Pächter Hans-Jürgen Sick erneut vergeben. Nach diesen traditionellen Punkten ging es in die Neuzeit über: Es folgte der ausführliche Bericht des Dorfvorstandes, in dem sämtliche Aktivitäten des Ortes und seiner Gremien bis ins Detail resümiert wurden, dann war der Scharbeutzer Verwaltungschef Volker Owerien an der Reihe. Er bescheinigte der Dorfschaft ein vorbildhaftes Verhalten in vielerlei Hinsicht: „Das Dorfgemeinschaftshaus, in dem Sie tagen, steht hier genau richtig. Wenn ich mir den Belegungsplan so ansehe, wird sehr deutlich, mit wie viel Leben das Gebäude gefüllt wird.“

Owerien zeigte sich besorgt über die finanzielle Situation der Gemeinde. Die Neuregelung des Finanzausgleichsgesetzes sei deutlich zu Ungunsten der Kommune ausgefallen: „Wir bekommen 40 Prozent weniger an Schlüsselzuweisungen. Und hinzu kommt die nicht zu leugnende Tatsache, dass die Unterbringung der Flüchtlinge uns auch finanziell erheblich belastet.“ Wichtig seien in der Gemeinde jetzt die Schulsanierung und der Wohnungsbau. Der Bürgermeister: „Wir brauchen — unabhängig von der Migrationsproblematik — deutlich mehr bezahlbaren Wohnraum. Darauf werden wir in nächster Zeit unser Augenmerk zu richten haben.“

Außerdem kündigte Owerien einen Ausbau der Parkplätze im Strandbereich an. Hier dürfe man aber nicht über das Ziel hinausschießen: „Die größte Anzahl freier Parkplätze bringt nichts, wenn die Infrastruktur am Strand mit den als Besucher kommenden Menschenmassen nicht mehr fertig wird. Überfüllte Strände und Gaststätten mit unzumutbaren Wartezeiten auf Speisen und Getränke führen nur zu Frust und Ärger. Also müssen wir hier anstehende Erweiterungen mit Augenmaß vornehmen.“

Nach den offiziellen Reden ging die Runde zum gemütlichen Teil über. Jürgen Brede, Gernot Bollmann, Axel Jaacks, Bernd Kloth und Dieter Klies betätigten sich als Punschabschmecker und befanden das Traditionsgetränk für in Ordnung. Andreas Weiher gab eine plattdeutsche Geschichte zum Besten, und dann durfte die Feierei losgehen. Eine stets bei Fotografen sehr beliebte Einlage fand in diesem Jahr leider nicht statt: Seit je her müssen Teilnehmer, die zum ersten Mal in der Lichtmessversammlung dabei sind, unter dem Gelächter der übrigen über einen uralten Stock springen. Doch 2016 waren keine Neulinge dabei — also gab es auch keine Show-Einlage.

„Wir brauchen deutlich mehr bezahlbaren Wohnraum.“

Volker Owerien, Bürgermeister

Eckhard Meier
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