Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Lichttest: Sehen und gesehen werden
Lokales Ostholstein Lichttest: Sehen und gesehen werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:42 27.10.2013
Überprüft, ob alles in Ordnung ist: Henning Krogmann (45), Leiter der Tüv-Station in Eutin, hat während des diesjährigen Lichttests seit Monatsbeginn bereits mehr als 250 Fahrzeuge kontrolliert. Quelle: Lintschnig
Eutin

„Einäugige“, „Blender“ und „Blinde“ können zu einem schwerwiegenden Verkehrsrisiko werden. Besonders in der dunklen Jahreszeit ist eine funktionierende Beleuchtungsanlage am Fahrzeug unverzichtbar, um mögliche Gefahren auch bei schlechter Sicht erkennen zu können und um selbst gesehen zu werden. Deswegen organisiert der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) auch in diesem Jahr unter dem Motto „Gutes Licht ist unsere Pflicht!“ bundesweit einen kostenlosen Lichttest. In Eutin können Autofahrer noch bis Ende nächster Woche bei der Station des Tüv Nord in der Industriestraße den Gratis-Licht-Check vornehmen lassen.

Etwa 15 Minuten sollten Autofahrer für die Überprüfung der Lichtanlage einplanen. Auf der Checkliste von Henning Krogmann, dem Leiter der Tüv-Station in Eutin, stehen alle Beleuchtungseinrichtungen des Fahrzeugs — also vom Fern- und Abblendlicht über die Bremslichter und Nebelscheinwerfer bis hin zu den Blinkern. Wer den Test besteht, erhält die aktuelle Lichttest-Plakette, die an der Windschutzscheibe angebracht werden kann. Den kostenlosen Lichttest bieten neben den Tüv-Stationen alle Kfz-Betriebe an, die Mitglied in der Kraftfahrzeug-Innung sind.

„Rund ein Drittel der bisher getesteten Fahrzeuge wiesen Mängel auf. Oft waren die Scheinwerfer falsch eingestellt, aber auch defekte Schlussleuchten kamen häufiger vor“, sagt Krogmann, der seit Beginn des Monats mehr als 250 Autos überprüft hat. Im vergangenen Jahr waren die Ergebnisse ähnlich, mehr als jedes dritte Fahrzeug wies laut Angaben des Tüv Nord Mängel an der Beleuchtungsanlage auf. „Gerade falsch eingestellte Scheinwerfer sind eine enorme Gefahr für den Straßenverkehr“, berichtet der 45-Jährige. „Zu tief eingestellte Scheinwerfer verringern das Sichtfeld, während zu hoch eingestellte Scheinwerfer vor allem den Gegenverkehr gefährlich blenden können“, erklärt Henning Krogmann.

Krogmann rät, nicht nur in den Herbst- und Wintermonaten auf eine intakte Beleuchtung zu achten: „Über das ganze Jahr ist die Beleuchtung an Fahrzeugen wichtig, ob Sommer oder Winter, nachts oder tagsüber.“ Durch das Tagfahrlicht werde man von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen, es diene der passiven Sicherheit, so der Experte. Außerdem warnt Krogmann vor einem gesteigerten Unfallrisiko im Herbst. „Laub auf der Straße, Wind, Nässe und Nebel führen zu rutschigen Straßen und schlechter Sicht. Das Unfallrisiko erhöht sich“, so Krogmann. Auch das vermehrte Wildvorkommen stellt eine Gefahr dar. Deswegen rät der Fachmann, spätestens im Oktober die Winterreifen aufzuziehen, bei schlechter Sicht die Geschwindigkeit zu reduzieren und die Faustregel zu beachten:

Sichtweite ist gleich Sicherheitsabstand zum nächsten Fahrzeug.

„Gerade falsch eingestellte Scheinwerfer sind eine enorme Gefahr für den Straßenverkehr
.“ Henning Krogmann, Tüv Nord

Hannes Lintschnig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!