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Ostholstein Liebhaber des Horns trafen sich im Schloss
Lokales Ostholstein Liebhaber des Horns trafen sich im Schloss
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20:14 07.10.2016
Manfred Hein, Susanne Petersen und Uwe Bartels (r.) beim Durchschneiden des roten Bandes.

Das Hornsignal quasi als Vorläufer von SMS und WhatsApp? Der Vergleich hinkt, denn ein Horn funktioniert immer und sein Klang verbreitet meist große Freude. Mit einer launigen Ansprache begrüßte die Geschäftsführerin der Stiftung Schloss Eutin, Brigitta Herrmann, mehr als 100 Gäste im Rittersaal. Die Anwesenden ließen sich von Professor Uwe Bartels in „die klangvolle Welt des Horns“ entführen.

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Der Bläserchor „Freischütz“ Eutin stimmte im Innenhof des Schlosses auf den Abend ein.

Mit dem Durchschneiden eines roten Bandes wurde anschließend die gleichnamige Ausstellung im zweiten Obergeschoss des Schlosses eröffnet. Wie die LN bereits berichteten, zeigt die neue Präsentation 100 Exponate und soll einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden. Der Abend geriet zu einer begeisternden Begegnung zwischen Könnern und Kennern. Vom Klang eines winzigen Taschenhornes, dem lautstarken Signal eines Flügelhorns und dem Echo zweier Alphörner blieb niemand unberührt. Zuvor hatte im Schloss-Innenhof das Bläserkorps Freischütz aus Eutin auf die kommenden Stunden eingestimmt.

Michael Muhl, Musikpädagoge und Leiter des Bläserkorps, sprach in seiner Rede von möglichem spirituellen Erlebnis: „Das Horn als Instrument der Erweckung. Wer es nie gehört hat, hat nie etwas gehört und nichts geglaubt.“ Muhl freute sich über die Entwicklung in den Jagdverbänden des Landes, in denen es vielversprechende Nachwuchsarbeit für die Bläserkorps gebe. Allein in Ahrensbök hätten sich jüngst 18 Teilnehmer zum Kursus angemeldet. Muhl: „Das wird auch höchste Zeit, denn die Bläserkorps leiden unter Vergreisung.“

Professor Uwe Bartels gelang es, gemeinsam mit der Hornistin Anke Saxinger sowie Wiebke Corleis am Klavier einen unvergesslichen Abend zu gestalten. Brigitta Herrmann hatte zuvor ausführlich gedankt und drei Gründe genannt, warum diese Sammlung im Eutiner Schloss einen passenden Platz gefunden habe: „So wertvolle alte Instrumente gehören in das Ambiente eines Schlosses. Das Horn hat in unserem Schloss eine lange Tradition als Jagdhorn, Posthorn, als Musikhorn und als Feuerwehrhorn.“ Und drittens werde das Team vom Schloss alles Mögliche tun, um die Sammlung vor allem auch Kindern und Jugendlichen nahezubringen.

Landesforstmeister a. D., Dr. Georg Volquardts, gab sich als „Liebhaber“ des Horns zu erkennen. Er trug seine Gedanken zur Geschichte und Pflege der Kultur des Jagdhornes vor und dankte Bartels sowie Hein für die Sammlung, die mit sehr viel Sachverstand zusammengetragen worden sei. Das Blechinstrument gehöre zur Geschichte der Menschheit wie die Jagd. Wo die menschliche Stimme nicht mehr ausreichte, wurde ins Horn geblasen, als Notsignal oder Organisationshilfe. Volquardts warb dafür, das Interesse am Horn wachzuhalten und es als Teil unserer Kultur zu begreifen. Der ehemalige Landesforstmeister wörtlich: „Unser Land hat zwar kein Jagdmuseum zu bieten, aber hier im Eutiner Schloss wird zumindest die Jagdkultur gezeigt.“

bol

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