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Ostholstein Liensfelder Wehr präsentiert sich in Bestform
Lokales Ostholstein Liensfelder Wehr präsentiert sich in Bestform
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20:20 16.01.2016
Der Bosauer Bürgermeister Mario Schmidt gratuliert der neuen Wehrführung, dem stellvertretenden Wehrführer Florian Hilger (Mitte) und Wehrführer Frank Mielke. Quelle: Fotos: S. Peyronnet

Man kann Feuerwehrversammlungen so oder so gestalten: kurz und dröge oder lang und lustig. Was die Feuerwehr Liensfeld am Freitagabend ablieferte, war Comedy pur. Lustig, kurzweilig, aber auch etwas für Hartgesottene und Trinkfeste.

Dass die Witze und Sprüche nur so hin- und herfliegen, ist nicht nur das Verdienst des an diesem Abend scheidenden Wehrführers Thomas Ehlers. Seine ganze Truppe und sogar die Ehrengäste sind in Sachen Schlagfertigkeit in Bestform.

Da geraten die Wahlen fast aus dem Blick. Es gilt, einen neuen Wehrführer zu bestimmen. Thomas Ehlers will nach 21 Jahren als stellvertretender und sechs Jahren als Chef nicht mehr weitermachen. Zu seinem Nachfolger wählen die 25 stimmberechtigten Feuerwehrleute mit 25 Ja-Stimmen den bisherigen Stellvertreter Frank Mielke, der an diesem Abend auch für 30 Jahre Feuerwehrdienst geehrt wird. Zu Mielkes Nachfolger wird mit 24 Ja-Stimmen Florian Hilger bestimmt. Einstimmig im Amt bestätigt wird Schriftwart Thomas „Pommes“ Mielke.

Dann gilt es, weil es jetzt so Vorschrift ist, einen stellvertretenden Kassenwart zu wählen. Und da kommt er wieder durch, der Liensfelder Witz. Zwar hat der Vorstand Heinrich Hilger ausgeguckt, der es dann auch wird. Aber als Ehlers zuvor pflichtgemäß in die Runde fragt, ob noch jemand möchte, reißt Matthias Claussen den Arm hoch: „Ich nicht.“ Brüllendes Gelächter.

Ebenfalls einstimmig gewählt wurden Funkwart André Schumacher und Fahrer-Maschinist Ernst-Günter Friederichsen. Befördert wurden Felix Rentzsch zum Feuerwehrmann, Paul Kallmeyer zum Hauptfeuerwehrmann zwei Sterne, Katharina Stöver zum Löschmeister und Matthias Musfeldt zum Hauptfeuerwehrmann zwei Sterne. Das kostet jedes Mal eine Runde, deren Wert kraft „Ordre de Wehrführer“ auf 20 Euro festgelegt ist. Da beeilt sich einer der Ehrengäste, der neue Kreisbrandmeister Thorsten Plath, mitzuteilen, er habe 20 Euro von zu Hause mitgekriegt. Nicht lumpen lässt sich auch Helmut Bock (Ehlers: „Unser Edelfan"), der der Wehr ein Kuvert mit zwei 50-Euro-Scheinen überreicht. Das Besondere an der Liensfelder Sitzung stellt dann noch Bürgermeister Mario Schmidt (parteilos) heraus:

„Wunderbare Stimmung, gutes Essen, schon drei Schnäpse vor meiner Rede.“

Dass es in Liensfeld so lange dauert, liegt auch an der Ausführlichkeit, mit der alles abgearbeitet wird. Schriftführer „Pommes“ verliest das Protokoll der Versammlung 2015 — wie gewünscht die Langform. Es lohnt sich. Seine peniblen, aber treffenden Aufzeichnungen vermerken, dass der Jahresbericht damals „in Bestzeit“ von 28 Minuten abgegeben wurde und die Sitzung vor einem Jahr völlig überraschend bereits um fünf Minuten vor Mitternacht endete.

Das gelingt dieses Mal nicht ganz. Pünktlich zur Geisterstunde ist die Tagesordnung abgearbeitet. Zuvor würdigt der neue Wehrführer mit einem Rückblick auf 27 Jahre das Wirken von Thomas Ehlers.

Spätestens da wird deutlich: Die Liensfelder Wehr bietet nicht nur den höchsten Unterhaltungswert, sie hat bei etlichen Wettbewerben und Leistungsprüfungen auch ganz oben gestanden. Die Truppe ist also offenbar nicht nur witzig, sie kann auch etwas.

„Wunderbare Stimmung, gutes Essen, schon drei Schnäpse vor meiner Rede.“
Mario Schmidt, Bürgermeister

Susanne Peyronnet

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